Innovative Technologie: Wien Energie wärmt mit "Mega-Thermoskannen"

Imposanter Anblick der "Thermoskannen" in Simmering
Imposanter Anblick der "Thermoskannen" in Simmering ©Wien Energie
Innovation in Sachen gespeicherte Energie: Mit zwei 45 Meter hohen Hochdruck-Wärmespeichern in Wien-Simmering, laut Wien Energie die weltweit ersten ihrer Art, steht dem Fernwärme-Netz nun ein gigantischer Energiepuffer zur Verfügung.
Eindrücke der Innovation

Nicht immer stimmen Zeiten, in denen Kraftwerke viel Energie günstig liefern können und der Bedarf überein. Entsprechend steigt das Bedürfnis nach innovativen Speichertechnologien.

Riesen-Thermoskannen von Wien Energie

Errichtet wurden daher nun in Wien-Simmering zwei “Mega-Thermoskannen”, wie die 11.000 Kubikmeter heißes Wasser fassenden zylinderförmigen Druck-Stahlbehälter von Wien Energie am Mittwoch in einer Aussendung anlässlich der offiziellen Eröffnung bezeichnet wurden, in den vergangenen 14 Monaten am Kraftwerkstandort Simmering.

20 Mio. Euro für Hochdruck-Wärmespeicher

Insgesamt investierte der Energieversorger etwa 20 Mio. Euro in die Wärmespeicher, die seit Mitte des Monats in Betrieb stehen. Realisiert wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit den Partnerfirmen ABB, Bilfinger, Integral, Porr und Zorn-Nowy.

Gespeist werden die beiden Kessel vom Wald-Biomassekraftwerk Simmering und den Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerken in Simmering, Donaustadt und Leopoldau. Die Speicherkapazität entspricht in etwa der Wärme, die 20.000 Wiener Haushalte in einem Jahr verbrauchen. Aufgrund der nun möglichen zeitlichen Entkoppelung von Wärmeerzeugung und -verbrauch könne der Einsatz von Spitzenkesseln, die in energetischen Stoßzeiten eigens mit Gas angefahren werden müssen, umgangen werden, was die CO2-Emissionen um etwa 11.000 Tonnen senke.

Wassertemperaturen bis zu 150 Grad

Einzigartig mache die Anlage die hohe Wassertemperatur von 150 Grad und die hohen Drücke von zehn bar am Boden der Speicher und sechs bar an der Speicherdecke, hieß es. Die meisten Anlagen kommunaler Wärmeversorger arbeiten mit höchstens 95 Grad heißem Wasser und Atmosphärendruck. In Wien seien die Ansprüche aufgrund der Topografie höher, da der Höhenunterschied im 1.153 Kilometer langen Fernwärmenetz bis zu 150 Meter betrage. Im Netz brauche man daher Drücke von rund 15 bar, wird Projektleiter Wolfgang Daschütz in der Aussendung zitiert.

Neues Energie-Konzept zur Wärmespeicherung

Wegen der Neuartigkeit des Wärmespeicherkonzepts konnten die Betreiber nicht auf einschlägige Erfahrungswerte zurückgreifen. Im Rahmen eines in Kooperation mit dem Institut für Energietechnik und Thermodynamik der Technischen Universität (TU) Wien durchgeführten Forschungsprojekts wurde ein Programm entwickelt, in dem der Betrieb des Speichersystems simuliert werden kann.

Durch die dynamischen Simulationsrechnungen sei es bereits vor Inbetriebnahme möglich gewesen, optimale Betriebsweisen für die Anlage in verschiedenen Situationen zu erarbeiten.

(apa/red)

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