Innovation: Wien startet Programm für Errichtung von Holz-Wohnhäusern

Programm zur Errichtung von Holz-Wohnhäusern in Wien: Rund 1.000 Wohneinheiten sind bis 2023 geplant
Programm zur Errichtung von Holz-Wohnhäusern in Wien: Rund 1.000 Wohneinheiten sind bis 2023 geplant ©C.Jobst/PID
In Sachen Wohnbau begibt sich die Stadt Wien auf den Holzweg: Bürgermeister haben Michael Ludwig und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (beide SPÖ) eine neue Initiative zum Holzhaus-Bau präsentiert.

Präsentiert wurde am Dienstag ein Programm, das die Errichtung von rund 1.000 Wohneinheiten in Holz- bzw. Holzhybridbauweise vorsieht. Die ersten Bauträgerwettbewerbe starten im Herbst. Geplant sind kleinteilige Objekte, also zwei- bis viergeschoßige Gebäude.

1. Wiener Wohnbaumprogramm: 1.000 Wohneinheiten in Holz- und Holzhybrid

"Wien ist beim Klimaschutz seit vielen Jahren ein internationaler Vorreiter, besonders im geförderten Wohnbau haben klimaschonende Maßnahmen eine ganz zentrale Rolle. In diesem Zeichen wurde das 1. Wiener Wohnbaumprogramm entwickelt, das in insgesamt drei Phasen rund 1.000 Wohneinheiten in Holz- und Holzhybridbauweise in der laufenden Legislaturperiode auf den Weg bringt," hieß es dazu am Dienstag in einer Aussendung.

155 geförderte Holzhaus-Wohnungen in Floridsdorf und Donaustadt

Auf insgesamt sechs Standorten im 21. und 22. Bezirk werden in einem ersten Schritt rund 155 geförderte Wohnungen geschaffen. Weitere sind bis 2023 vorgesehen.

Verwiesen wurde heute vor allem auf die ökologische Aspekte der Bauweise. Holz sei ein heimischer, nachwachsender Rohstoff. Auch die Bauzeit sei aufgrund des Vorfertigungsgrades kurz, die Arbeiten zudem vergleichsweise geräuschlos, wurde betont.

Gaal und Ludwig präsentieren nachhaltige Initiative

"Wien steht heute vor der Aufgabe, auf Herausforderungen wie Klimawandel, Digitalisierung und Anstieg der Wohnbevölkerung bestmögliche Antworten zu finden. In diesem Sinn haben wir mit dem 1. Wiener Wohnbaumprogramm eine entsprechende Maßnahme entwickelt, die den Schwerpunkt auf das Thema Bauen und Wohnen im Einklang mit der Natur in der Stadt legt. Umweltbewusst und ökologisch, naturnah und trotzdem urban ‒ das sind alles Merkmale, die das 1. Wiener Wohnbaumprogramm auszeichnen. Als Ergebnis werden kleinteilige, zwei- bis viergeschossige Gebäude in Holz- und Holzhybridbauweise am Stadtrand entstehen. Damit leistet der geförderte Wohnbau in Wien einmal mehr Pionierarbeit und trägt maßgeblich dazu bei, Wien klima- und zukunftsfit zu machen", so Bürgermeister Michael Ludwig und Wohnbaustadträtin und Vizebürgermeisterin Kathrin Gaal.

Alternative Energieversorgung und Ankurbelung der Wirtschaft

Ein innovatives Energieversorgungskonzept sieht die Nutzung erneuerbarer Energiequellen vor, um eine Komfortkühlung der Wohneinheiten klimaneutral zu realisieren. Dieser innovative Schritt setzt Maßstäbe, um Behaglichkeit auch in Zeiten des Klimawandels einer breiten Bevölkerungsschicht anzubieten. Darüber hinaus sollen für die Planung und Vorfertigung der neuen Wohnhäuser neue Arbeitsplätze, die aufgrund der durch das Corona-Virus bedingten schwierigen wirtschaftlichen Situation dringend benötigt werden, geschaffen werden.

Hier entstehen die neuen Holz-Wohnhäuser

Standorte des ersten Bauträgerwettbewerbs:
* 21., Leopoldauer Straße 132A: rund 1.000 m2, Bauklasse I, rund 10 Wohneinheiten
* 21., Orasteig II: rund 3.200 m2, Bauklasse I, max. Bebauung 50 %, rund 30 Wohneinheiten
* 22., Donaustadtstraße: rund 7.600 m2, Bauklasse I, max. Bebauung von 25 %, ermöglicht großteils Erhaltung des Baumbestands, rund 50 Wohneinheiten
* 22., Aspernstraße: rund 2.900 m2, Bauklasse I, max. Bebauung von 40 %, rund 45 Wohneinheiten
* 22., Naufahrtweg 16: rund 2.000 m2, Bauklasse I, rund 5 Wohneinheiten
* 22., Steinspornweg 33: rund 9.500 m2, Bauklasse I, rund 15 Wohneinheiten

Klimabewusst ‒ "naturban" ‒ leistbar

Gemeinsam ist den Standorten die naturnahe Umgebung. Damit ermöglichen sie "naturbanes", gut leistbares Wohnen ‒ die Verbindung von gefördertem Wohnen im Grünen in der Stadt. Ein Bedürfnis, das sich bei vielen Wienerinnen und Wiener nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie manifestiert hat. Die ortsbezogene Bauweise fügt sich mit ihrer Kleinteiligkeit in das gewachsene Umfeld ein und bietet darüber hinaus einen Mehrwert für die umliegenden Grätzl.

Die Konditionen für die neuen Wohnungen entsprechen jenen des geförderten Neubaus und reichen somit von "klassisch" gefördert bis besonders günstig und damit smart. Innovative und alternative Lösungen für die Energieversorgung haben dabei größte Priorität. Ein intelligentes Zusammenspiel aus Beschattung, Kühlung und Durchlüftung der Wohngebäude mit der richtigen Kombination und Auswahl der Materialien wirkt der sommerlichen Überhitzung sowie der Bildung von neuen Hitzeinseln entgegen.

(APA/Red)

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