In Wien-Ottakring festgehaltene Frau mit Kind: Wollte nur Bruder besuchen

Beim Yppenplatz herrscht sonst reges Markttreiben - diesmal war er Schauplatz einer Entführung
Beim Yppenplatz herrscht sonst reges Markttreiben - diesmal war er Schauplatz einer Entführung ©Wikimedia Commons/Gugerell (Sujet)
Weitere Details im Fall um die junge Mutter aus Bulgarien, deren Mitfahrgelegenheit sich als gewaltbereiter Gelderpresser entpuppte und Frau und Kind in einer Wohnung in Ottakring in "Geiselhaft" hielt: Wie nun bekannt wurde, wollte die Frau für einen Verwandtschaftsbesuch nach Wien.
Frau und Kind in Geiselhaft
Entführung in Ottakring: Details
Bulgarin wollte zu Bruder

Eine junge Bulgarin wollte ihren Bruder und Bekannte in Wien besuchen und wurde dabei Opfer eines Kriminellen: Die 24-Jährige ist am Mittwoch mit ihrer zweijährigen Tochter stundenlang von einem gleichaltrigen Landsmann in einer Wiener Wohnung gefangen gehalten worden.

Der gleichaltrige Mann wollte von den Freunden der Frau Geld erpressen. Bei der Geldübergabe wurde der Mann von Polizisten überwältigt. Seit Donnerstag sitzt er in Untersuchungshaft. Die Frau und das Kind sind wohlauf.

Die Fahrt von Bulgarien nach Wien

Am späten Montagnachmittag stieg die junge Mutter in Ruse in Bulgarien in das Auto des 24-jährigen Mannes. Bekannte hatten ihr die Mitfahrgelegenheit nach Wien organisiert. Beim Einsteigen bezahlte die junge Frau 200 Euro – das Mädchen durfte gratis mit. Im Fahrzeug befanden sich auch noch andere Fahrgäste – insgesamt waren sie zu viert.

Bei einer Grenzkontrolle zeigte der Fahrer die Pässe seiner Passagiere und behielt sich diese danach ein. Als die Frau mit Kind am Dienstag in Wien ankam und ihre Reisedokumente zurückwollte, verlangte der Mann weitere 100 Euro dafür.

Erpressung in Wien-Ottakring

Nachdem die 24-Jährige Zeit benötigte, um das Geld aufzutreiben, vereinbarten sie eine Übergabe für Mittwoch um 13.00 Uhr am Yppenplatz in Ottakring. Dort allerdings zwang der Bulgare die junge Mutter mit ihrem Mädchen in seinen Wagen zu steigen und brachte die beiden in eine Wohnung.

Von den Bekannten der Frau forderte der 24-Jährige weitere 1.000 Euro für ihre Freilassung. Während ihrer “Geiselhaft” wurde die junge Mutter von ihrem Peiniger immer wieder geschlagen, zudem drohte er ihr, das Kind umzubringen und sie zur Prostitution zu zwingen.

Polizisten überwältigten Geiselnehmer

Die Freunde der Frau gingen inzwischen zum Polizei-Wachzimmer am Brunnenmarkt. Die Beamten schalteten das Landeskriminalamt ein. Um ein bisschen Zeit zu gewinnen, wurde eine Übergabe für 18.30 Uhr am gleichen Tag ausgemacht. Beim vereinbarten Treffpunkt erschien der Bulgare mit der Frau und dem Kind. Schließlich wurde der Mann von Polizisten überwältigt.

Dem Vernehmen nach soll der Bulgare einen Marktstand am Brunnenmarkt betrieben haben. Nähere Angaben zur Person und den Aussagen des Mannes, dem die Vorfälle in Ottakring zur Last gelegt werden, machte die Polizei am Freitag nicht.

(apa/red)

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