Im MQ waren die Vierbeiner die Starmodels

In einer Stadt wie Wien wird nicht nur jeder Hundehaufen sorgfältig gezählt, sondern sogar zur Mode gemacht: Das "Hundstrümmerl" an der Leine hieß eine der Kreationen.

Das und andere Kuriositäten konnte man am Freitagabend in der Ovalhalle des Museums Quartiers (MQ) bestaunen. Zum ersten Mal hatten die vier Mode-Institutionen des MQ – Combinat, Pen’ s Bungalow, MQ Point und Boutique Gegenalltag – eine gemeinsame Fashion Show veranstaltet und die aktuelle Winterkollektion präsentiert.

Highlight des Abends war die Hundemodenschau der Boutique Gegenalltag, bei der Hund und Herrl bzw. Frauerl im Partnerlook auftraten. Aus dem Mops wurde eine Hummel, der Pudel stolzierte in plüschigem Pink über den Laufsteg und die kleinen Chihuahuas wurden mit Capes zu Super- oder Spiderman verwandelt. Sogar die tierische Konkurrenz wurde nachgeahmt, so kann man den besten Freund des Menschen im angesagten Raubkatzen-Look kleiden. Den stolzen Besitzern gefiel die Auswahl: „Ohne Kleidung hält es so ein kleiner Hund im Winter keine fünf Minuten draußen aus“, meinte eine Chihuahua-Besitzerin nach der Show und zeigte den soeben erstandenen Leopardenkunstfell-Mantel mit Kapuze und aufgesetzten Ohren.

Aber auch für den Zweibeiner, der sich für die kalte Jahreszeit rüsten muss, hatte der Abend einiges zu bieten. Die Wiener Wintermode 2006 war eindeutig in ruhigen Farben wie Grau, Schwarz, Olivgrün, Dunkelbraun und Weiß gehalten. Trotzdem ließen es sich die 15 MQ-Designer nicht nehmen, auch ein paar sehr bunte, ausgeflippte Kreationen einzubauen, so dass es der Schau weder an Humor noch an Kreativität fehlte. Weite Pluderhosen, die in die Stiefel gesteckt werden, halblange, auffällige Röcke, sowie Kapuzen und ausgefallene Krägen dominierten den Laufsteg.

Pen’s Bungalow präsentierte die Designerin Szidonia Szep, und ließ die Models zu den bizarr anmutenden aber schönen Klängen eines Cellos einlaufen, passend zu den puristisch-klassischen Werken. „Pitour“ kreierte sportliche und tragbare Mode für den Herren. Bei den Damen dienten als Hingucker starke Raffungen am Kragen oder Rocksaum sowie extravagante, in den Stoff gestanzte Muster. Die Designerin des Monats, Bernadette Kindl, schien vom Wildwechsel inspiriert worden zu sein. Als großflächige Motive tummeln sich Reh und Hirsch auf den verspielten Röcken und Kleidern der Tirolerin.

Die Modeschöpfer von „meYoTa“ setzten mit lila Farbtupfern unter den überwiegend erd- und wiesenfarbenen Stoffen Akzente. Praktisch für das urbane Leben sind die lässigen Hüftaschen. Understatement gab es bei den Männern: Hut, Pilotenbrille und Schal kennt man, neu war die modische Karohose. Das Budapester Label „Arista“ fiel mit großen Blumendruck und teils romantisch, teils spacigen Modellen auf. Bei „Office Lendorf“ durften die Models Pizza essen und Bier trinken, während sie die bunten Pixel-gemusterten Hauben, Schals und Taschen vorführten.

Sommerlicher wirkten die vorwiegend in Blautöne gehaltenen, weichfalllenden Entwürfe von „Doppler & Michlmayr“. Im Gegensatz dazu – erinnernd an die bevorstehende Kälte: Große, weite Mäntel aus festen Stoffen und auffälligen Knöpfen. Das selbst sehr modische Publikum wurde anscheinend überzeugt – die ausnahmsweise bis 23.00 Uhr geöffneten Modeläden wurden anschließend beinahe gestürmt. Den Hundehaufen zum Hinterherziehen kann man übrigens um 22 Euro in der Boutique Gegenalltag erstehen.

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