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Im August um 30 Prozent weniger Neuwagen verkauft

Das Coronavirus trieb die Käufer zu den Motorradhändlern.
Das Coronavirus trieb die Käufer zu den Motorradhändlern. ©pixabay.com (Sujet)
Im August wurden um 30,1 Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr verkauft, und auch bei Sattelzugmaschinen und Traktoren brach das Geschäft mit Neufahrzeugen ein.

Zehn Prozent der neu zugelassenen Pkw waren bereits Benzin-Hybride, der Anteil der E-Autos lag bei 5,4 Prozent. Ein kräftiges Plus gab es bei Motorrädern, teilte die Statistik Austria heute mit.

Autoverkäufe brachen im August um 30 Prozent ein

20.906 Pkw wurden im August 2020 neu zugelassen, wobei bei benzinbetriebenen Pkw die Neuzulassungen um 42,4 Prozent zurückgingen (Anteil: 44,5 Prozent), bei dieselbetriebenen Pkw lag das Minus bei 32,4 Prozent (Anteil: 36,8 Prozent). Marktführer im Autosegment blieb VW mit einem Anteil von 16,5 Prozent, gefolgt von der Schwestermarke Skoda (7,3 Prozent). Der Anteil der Pkw an den Gesamt-Kfz-Neuzulassungen lag bei 67,7 Prozent.

Sehr schlecht lief es im August auch für die Lkw-Hersteller - wobei gerade der Schwerverkehr ein guter Konjunkturbarometer ist. Bei Sattelzugmaschinen wurde im Jahresvergleich ein Minus von 15,9 Prozent eingefahren. Auch die Landwirte waren zurückhaltend, hier wurden um 7,1 Prozent weniger Traktoren neu gekauft. Freuen dürfen sich die Motorradhersteller: Sie steigerten die Verkäufe um 28,3 Prozent.

Corona-Krise verhagelte Fahrzeughandel bislang Geschäft

Die Coronaviruspandemie hat der Kfz-Industrie und dem Fahrzeughandel bisher das Jahr kräftig verhagelt. Von Jänner bis August 2020 sanken die Kfz-Neuzulassungen um 27,8 Prozent, bei den Pkw lag der Rückgang bei 33,2 Prozent.

Auch in Deutschland nimmt die Katerstimmung stetig zu. Beim Nachbarn brach der Pkw-Absatz im August um 20 Prozent ein - trotz erhöhter Kaufprämien für Elektroautos und der Mehrwertsteuersenkung. Vor allem gewerbliche Käufer hielten sich in der Coronakrise zurück, wie das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt kürzlich mitteilte.

Ein deutscher "Autogipfel" gestern, Dienstag, zu neuen Hilfen brachte keine Entscheidung. Nun sollen einmal Arbeitsgruppen eingerichtet werden. Die CSU und die Autolobby fordern Verschrottungsprämien, welche es schon einmal - auch in Österreich - gegeben hat. Die Forderung nach einer Neuauflage gibt es auch hierzulande, bisher blieben sie aber von der Politik ungehört.

Österreich hat eine sehr starke Fahrzeugzulieferindustrie. Gut 70.000 Personen arbeiten direkt in der Kfz-Zulieferindustrie und erwirtschaften jährlich einen Produktionswert von 21 Mrd. Euro.

Viele Aufträge, leere Lager und lange Wartezeiten bei Autohändlern

Licht und Schatten liegen derzeit bei den knapp 14.000 Autohändlern nah beisammen: Einem Einbruch bei den Zulassungszahlen seit Jahresbeginn von einem Drittel im Jahresvergleich stehen momentan volle Auftragsbücher und leere Lager gegenüber. Neuwagenkäufer müssen oftmals bis Weihnachten bis zur Auslieferung warten. Einen Grund durchzuatmen sehen die Händler aber nicht.

"Für das Gesamtjahr erwarten wir ein Minus von 20 Prozent", so Klaus Edelsbrunner, Obmann des Fahrzeughandels in der WKÖ. Denn der Corona-Shutdown hat die Branche in ihren stärksten drei Verkaufsmonaten März, April und Mai getroffen. Das sei nicht mehr aufzuholen. Als die Händler Mitte April/Anfang Mai wieder aufsperrten, war das Interesse groß - vor allem bei Pensionisten und finanzkräftiger Kundschaft, was sich bei Modellauswahl und Ausstattung widerspiegelte, erklärt Edelsbrunner.

Gleichzeitig hätten die Werkskapazitäten und die Lieferketten noch nicht das Niveau der Vor-Corona-Zeit erreicht, wodurch der Nachschub mit Neuwagen stockt. Wobei es schon reichen würde wenn ein Teil fehlt, und sei es nur eine Zierleiste, um die Auslieferung zu verzögern. Des weiteren würden die Händler vorsichtiger disponieren. Und letztendlich führten die Quarantänebestimmungen an den Grenzen zu Verfügbarkeitsproblemen bei den Lkw-Fahrern für die Auto- und Ersatzteiltransporte.

Die Stunde der Wahrheit steht den Händlern aber noch bevor, so Edelsbrunner im Gespräch mit der APA. Denn die finanzkräftige Kundschaft habe sich schon eingedeckt - und wer in Kurzarbeit ist oder seinen Job verloren hat, hat andere Prioritäten.

Wer als Alternative zu einem Neuwagen nach einem Gebrauchten Ausschau hält, kann derzeit auch nicht aus dem Vollen schöpfen - auch hier seien die Lager eher leer, so Edelsbrunner. Von einer interessanten Entwicklung berichtete kürzlich das spanische "Institute of Automotive Studies". In dem südeuropäischen Land, das von der Coronapandemie besonders hart betroffen ist, ist der Absatz von Fahrzeugen, die älter als 20 Jahre sind, im Juli und August um 31 Prozent zum Vorjahreszeitraum angewachsen. Der Durchschnittspreis lag bei rund 1.400 Euro.

(APA/Red)

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