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IG Metall will bei VW 6 Prozent mehr Lohn durchsetzen

Volkswagen stehen harte Lohnverhandlungen mit der IG Metall bevor.
Die große Tarifkommission der bei VW besonders stark vertretenen Industriegewerkschaft beschloss am Montag in Hannover, für die rund 100.000 Beschäftigten in Deutschland 6 Prozent mehr Lohn zu fordern. Der neue Kollektivvertrag soll zwölf Monate gelten. Die prozentuale Forderung liegt am oberen Rand dessen, was in den vergangenen Monaten an den Produktionsbändern und Verwaltungsbüros bei VW diskutiert worden war. Der Autobauer wollte sich zu der Gewerkschaftsforderung nicht äußern.

VW hatte bereits vor dem Beschluss der Tarifkommission einen über dem Branchenniveau liegenden Tarifaufschlag abgelehnt. Personalvorstand Horst Neumann sagte dem “Handelsblatt” (Montagausgabe), die im Flächentarifvertrag vorgesehene Erhöhung von 2,7 Prozent solle auch für VW gelten. Darüber hinaus sollten die Gehälter vom Erfolg des Unternehmens abhängen.

Die Gewerkschaft will sich dagegen nicht am Flächentarif orientieren, der im vergangenen Jahr – noch unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise – vereinbart wurde. Sie begründet ihre Forderung mit der ausgesprochen guten wirtschaftlichen Situation von Europas größtem Autobauer. Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie erhielten für dieses Jahr zwei Einmalzahlungen von insgesamt 320 Euro, wodurch die Lohntabellen unverändert blieben. Zum 1. April 2011 sollen die Tariflöhne um 2,7 Prozent steigen. Die erste Verhandlungsrunde mit VW ist für den 19. Jänner geplant.

Volkswagen profitiert vom Absatzboom in China, den USA und Brasilien und peilt einen Verkaufsrekord an. In diesem Jahr will der Konzern erstmals in seiner Geschichte weltweit mehr als sieben Millionen Fahrzeuge losschlagen. Die Werke sind ausgelastet, die Produktionsbänder werden über Weihnachten nur kurz angehalten. Für Anfang 2011 sind in Wolfsburg bereits Sonderschichten geplant.

Bei Volkswagen handelt die IG Metall traditionell einen Haustarifvertrag für die rund 95.000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen Werken aus. Der angestrebte Abschluss soll auch für die rund 5.000 Mitarbeiter des konzerneigenen Finanzdienstleisters Financial Services gelten. Auch die Beschäftigten des zu VW gehörenden Sitzeherstellers Sitec und des Auslieferungszentrums Autostadt profitieren davon. Für die Mitarbeiter der VW-eigenen Leiharbeitsfirmen Autovision und Wolfsburg AG hatte die IG Metall unlängst bereits zweistufige Lohnerhöhungen im Gesamtvolumen von 6,3 Prozent vereinbart.

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