Ich bin dein Mensch - Kritik und Trailer zum Film

Alma (Maren Eggert) ist Altertumsforscherin am Berliner Pergamonmuseum und bereit, um an Fördergelder zu kommen, an einem Experiment teilzunehmen: Die Singlefrau wird drei Wochen mit dem humanoiden Roboter Tom (Dan Stevens) zusammenleben, der nach einer Analyse ihres Bewusstseins ganz darauf programmiert ist, ihre Wünsche zu erfüllen.

Was ist Liebe? Die Erfüllung der tiefsten eigenen Sehnsüchte und Wünsche? Oder doch eher emotionale Urgewalt, dank derer der Mensch die Kraft findet, sich mit einem anderen Wesen im profunden Sinne auseinanderzusetzen? Dieser alten Menschheitsfrage widmet sich Regieshootingstar Maria Schrader mit "Ich bin dein Mensch" unaufgeregt, aber stark. Am Freitag kommt das Werk nach seiner Weltpremiere auf der heurigen Berlinale ins Kino.

Ich bin dein Mensch - Kurzinhalt zum Film

Schrader, die derzeit mit ihrer Serie "Unorthodox" weltweit Erfolge feiert, nähert sich den großen Fragen mit einem augenzwinkernden Blick für das Menschliche. Poetische Momente und Ausgelassenheit, Nüchternheit und Melancholie gehen hier Hand in Hand. Hatte beim thematisch ähnlich gelagerten Vorläufer "Her" von Spike Jonze vor einigen Jahren ein Mann im Mittelpunkt gestanden, der sich in eine künstliche, weibliche Intelligenz verliebt, rückt Schrader mit Alma (Maren Eggert) nun eine Frau ins Zentrum.

Alma ist Altertumsforscherin am Berliner Pergamonmuseum und ist bereit, um an Fördergelder zu kommen, an einem Experiment teilzunehmen: Die Singlefrau wird drei Wochen mit dem humanoiden Roboter Tom (Dan Stevens) zusammenleben, der nach einer Analyse ihres Bewusstseins ganz darauf programmiert ist, ihre Wünsche zu erfüllen. Er räumt auf, zündet Kerzen an und weiß auf Partys zu konversieren.

Dennoch zeigt sich Alma anfangs distanziert, bewahrt den Abstand zur Maschine, ist sich ungeachtet des perfekten Äußeren ihres Gegenübers und dessen adäquaten Verhaltens stets des vermeintlich unüberbrückbaren Grabens zwischen ihnen bewusst. Sukzessive schleicht sich unvermeidlich dennoch die Gefühlsebene ein.

Schließlich ist Tom zu real, hat auch noch Witz und dank des "Downton Abbey"-Stars Dan Stevens gar einen britischen Akzent, wie ihn Alma insgeheim bevorzugt ("Nicht einheimisch, nicht exotisch. Briten eben"). Sein Betriebssystem soll sich an ihr verbessern und er mehr über das Menschsein lernen. Und das tut sie ebenfalls.

Ich bin dein Mensch - Die Kritik

Schrader, die auch das Drehbuch nach einer Erzählung von Emma Braslavsky mitverfasst hat, gelingt dabei, die komplexen Fragen in einen feinen Mantel aus Humor zu kleiden, die ihr Werk vor möglichen Kitschklippen oder Pathos schützt. Da trainiert Alma Tom gleich zu Beginn Ausdrücke wie "Tschö mit Ö" ab, oder sie beide betrachten erstaunt seinen Penis, der ja offensichtlich genau nach ihren Vorstellungen moduliert wurde.

Der Kunstgriff von "Ich bin dein Mensch" ist dabei, einen perfekt entwickelten humanoiden Roboter in ein Berlin der Jetztzeit zu stellen, von dystopischen Visionen einer fernen Zukunft abzusehen, sondern stattdessen ganz einen Menschen von heute mit den Kernfragen der menschlichen Spezies zu konfrontieren. Dass Stevens seinen Tom dabei nicht im Knallchargenstil roboterhaft erscheinen lässt, erleichtert dieses charmante Gedankenexperiment ungemein. Eine allgemeingültige Antwort steht am Ende dieser Versuchsanordnung nicht, sondern allenfalls die Erkenntnis, das bisweilen die Wahrheit auch auf einer Tischtennisplatte aus der Kindheit zu finden ist.

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(APA/Red)

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