House of Gucci - Kritik und Trailer zum Film

In "House of Gucci" erzählt Kultregisseur Ridley Scott die schlagzeilenträchtige Geschichte des italienischen Modehauses. Der Film ist hochkarätig besetzt mit Lady Gaga, Adam Driver, Al Pacino, Jared Leto und Salma Hayek. Das Publikum erwartet ein aufwendig inszenierter Film, der auf wahren Geschehnissen beruht. Der Fokus liegt auf der Geschichte um den Gucci-Clan in den 1970er- bis 1990er-Jahren und erzählt von der Liebesgeschichte zwischen Patrizia Reggiani und dem Modehaus-Erben Maurizio Gucci (1948-1995), die vielversprechend beginnt, aber tödlich endet. Und vom Inneren einer Modedynastie, deren Mitglieder sich gegenseitig hintergehen.

Die Saga einer italienischen Dynastie, an deren Ende der Padrone tot ist und dessen Frau samt Komplizen hinter Gittern sitzt, das klingt nach "Der Pate". Und in diese Tradition stellt sich Hollywoodregie-Ikone Ridley Scott mit "House of Gucci" auch eindeutig. Nicht in der Qualität der Ausführung, aber im Anspruch. Dabei ist das über zweieinhalbstündige Epos gespickt mit Superstars - von Lady Gaga über Adam Driver bis Al Pacino und Jeremy Irons. Ab Freitag im Kino.

House of Gucci - Kurzinhalt zum Film

Das Duell um eines der bedeutendsten Familienunternehmen Italiens basiert dabei auf wahren Geschehnissen, die den Gucci-Clan zunächst in die Schlagzeilen und letztendlich auch an die Weltspitze brachten. Im Zentrum dieses Orkans stand die heute 72-jährige Patrizia Reggiani, von Lady Gaga gespielt als Wechselwesen aus süditalienischer Matrone und Furie, wenn es darauf ankommt. Sie ist die Ehefrau des Modehaus-Erben Maurizio Gucci (Adam Driver), eine veritable Liebesgeschichte zwischen armem Mädchen und reichem Burschen, die vielversprechend beginnt und tödlich endet, als Patrizia Killer anheuert, die ihren Mann erschießen, nachdem dieser sie verlassen hat.

Dabei hatte doch alles so schön begonnen. Der schüchterne Maurizio setzt sich gegen den Willen seines in der Vergangenheit lebenden Vaters (Jeremy Irons) durch und heiratet 1972 die resolute Patrizia. Sie ist ambitioniert, er nicht. Er will mit dem Familienunternehmen eigentlich nichts zu tun haben, doch sie stachelt ihn als Lady Macbeth aus dem Hintergrund an. Sie spinnt Intrigen und sichert ihrem Maurizio sukzessive die Macht im Familiengeschäft.

Dabei gehen beide letztlich über symbolische Leichen, wenn sie etwa Onkel Aldo über den Tisch ziehen, den Al Pacino einmal in einer herrlich un-pacino-mäßigen Weise als gänzlich unbedrohlichen Charakter anlegt. Auch Cousin Paolo Gucci, hinter dessen Maske Hollywood-Beau Jared Leto nicht zu erkennen ist, hat dem Machtwillen als Witzfigur nicht viel entgegenzusetzen.

House of Gucci - Die Kritik

Im vermeintlichen Zenit angekommen entbrennt der Konflikt zwischen den beiden Eheleuten dann jedoch dramaturgisch überraschend schnell. Drivers Maurizio wandelt sich trotz Überlänge des Films in Rekordzeit vom verklemmten Pantoffelhelden zum kalten Machtmenschen, der Patrizia fallen lässt - die sich dafür im Verbund mit einer von Salma Hayek verkörperten Wahrsagerin tödlich rächt.

Die Schwäche von "House of Gucci" liegt ungeachtet einer ästhetischen Bildchoreografie in seiner Unentschiedenheit. Wandelt Scott anfangs noch gekonnt an der Grenze zur Satire, ohne das mafiöse Familiendrama aus den Augen zu verlieren, gelingt ihm dieser Ausgleich zunehmend weniger. So wird das mit Opernarien und Pop der Zeit durchsetzte Werk letztlich zur Karikatur seiner selbst. Dass dabei gemäß alter Hollywoodtradition ein durchgängig US-amerikanischer Cast, der durchgängig Italiener spielt, die durchgängig Italienisch miteinander reden sollen, im Original ebenso durchgängig mit italienischem Pseudoakzent spricht, ist dabei nur ein Teilaspekt.

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(APA/Red)

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