Hotels in Wien klagen über wenig Buchungen für Juni

Städtetourismus nimmt nur langsam zu.
Städtetourismus nimmt nur langsam zu. ©AP Photo/Florian Schroetter
In Wien halten sich Touristen mit den Reservierungen nach dem Lockdownende noch zurück, für Juni sind kaum welche eingetragen. In den anderen Bundesländern explodieren die Buchungen förmlich.

In Wien dürfte der Corona-Neustart im Tourismus wohl deutlich schleppender verlaufen als im Rest des Landes. Denn zum einen sind Städte vorerst eine weniger begehrte Destination, dazu ist noch unklar, wie Wien in Sachen Öffnungen weiter vorgehen wird. Potenzielle Besucher halten sich mit Buchungen noch zurück, für den Juni sind vorerst nur wenige Reservierungen eingegangen, wie der Branchenobmann in der Wirtschaftskammer Wien, Dominic Schmid, im APA-Gespräch sagte.

Kaum Buchungen bei Wiener Hotels

Theoretisch könnten in Wien die meisten Hotels demnächst aufgesucht werden. "Die Kanäle sind offen, wir sind jetzt schon buchbar", sagte Schmid. Tatsächlich haben sich vorerst nur wenige Freizeitgäste für eine baldige Visite in Wien entschieden. Für den Juni, so berichtete der Branchenobmann, seien die Buchungen noch sehr zögerlich. Relevanten Andrang für frühere Termine, wie etwa das Pfingstwochenende Ende Mai, gibt es laut dem Hoteliersvertreter ohnehin nicht.

Juli: Auslastung bis zu 30 Prozent erwartet

Positiver stimmt ihn der Juli. Hier könne man - wenn das Infektionsgeschehen die Situation nicht wieder verschlechtert - angesichts der aktuellen Buchungslage auf eine Auslastung an die 30 Prozent hoffen. Das sei mehr als im Vorjahr. Für August seien sogar bis zu 45 Prozent Auslastung möglich: "Ich denke, das werden wir heuer erreichen."

Schmid managt selbst zwei größere Beherbergungsbetriebe. Er versicherte, dass man innerhalb kurzer Zeit startbereit sei. Man verfüge auch über ein umfassendes Hygienekonzept, wie er betonte. "Wir haben in Wien tolle Konzepte erarbeitet."

Buchungen in den restlichen Bundesländern "explodiert"

Als äußerst problematisch sieht er jedoch den Umstand, dass das weitere Vorgehen in der Hauptstadt noch unklar ist. Hier könnten Öffnungsschritte langsamer erfolgen. Das hat Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) zuletzt angedeutet. "Wien präsentiert sich wie ein gallisches Dorf. Man kann sich aber nicht abkapseln vom Rest des Landes."

In den restlichen Bundesländern seien die Buchungen "sofort explodiert", als die für den 19. Mai geplanten Öffnungsschritte präsentiert worden seien. "Denn die Leute lechzen danach, wieder auf Urlaub fahren zu können." Sollte Wien später öffnen, würde dies bedeuten, dass die öffentliche Hand auch länger Unterstützung etwa für Kurzarbeit oder Fixkosten leisten müsse.

Gewinne frühestens 2023 erwartet

Unter diesen Voraussetzungen sei auch ein Ausblick auf den Herbst noch schwierig, betonte Schmid. Vieles werde davon abhängen, ob der Kongresstourismus wieder anlaufe, gab er zu bedenken. Gehofft wird auch auf den - üblicherweise in Wien sehr starken - Advent, auch wenn mehr als 50 Prozent Auslastung nicht möglich sein würden, wie er prophezeite. An den Wochenenden vor Weihnachten sind die Wiener Hotels ansonsten oft nahezu ausgebucht.

Von derartigen Zahlen sei man aber in der Bundeshauptstadt demnächst noch weit entfernt, befürchtet Schmid. 2022 werde ein Jahr, in dem man versuchen werde, Verluste halbwegs aufzuholen. "Gewinne wird es frühestens 2023 geben", vermutete er.

(APA/Red)

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