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Hotelöffnung: 60 Prozent der Touristen fehlen in Wien

Der Wiener Stephansplatz ist weiterhin nahezu Tourismus-befreit.
Der Wiener Stephansplatz ist weiterhin nahezu Tourismus-befreit. ©APA (Sujet)
Dem Wiener Fremdenverkehr steht trotz der heutigen Wiedereröffnung der Hotelbetriebe Corona-bedingt eine schwere Zeit bevor. "2020 wird kein Jahr des Wirtschaftens, sondern ein Jahr des Überlebens", so Wien-Tourismus-Chef Norbert Kettner am Freitag. In der ersten Phase des Neustarts setzt man in der Bundeshauptstadt auf Gäste aus Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Denn immerhin gibt es für 15. Juni die Perspektive, dass die Grenzen zu den beiden Nachbarländern wieder aufgehen. Und Besucher der sogenannten DACH-Region sorgen üblicherweise für 40 Prozent der Nächtigungen in Wien. Das heißt aber auch: "Von 60 Prozent unserer Märkte sind wir derzeit abgeschnitten", verwies Kettner in einer Pressekonferenz auf die globalen Reisebeschränkungen.

Tourismus in Wien: 2020 nicht mehr zu retten

Das heurige Jahr sei insofern nicht mehr zu retten. Die Monate März und April seien ein Totalausfall gewesen. Zuletzt gingen die Übernachtungen um satte 98,2 Prozent auf 29.000 zurück. Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) rechnet für das Gesamtjahr mit einem Rückgang der touristischen Nächtigungen von 40 Prozent und einer Halbierung des Hotellerie-Umsatzes.

Laut Kettner sperrt vorerst nicht einmal die Hälfte der Wiener Beherbergungsbetriebe - nämlich rund 45 Prozent - auf. Zwei Prozent hätten schon für immer ihre Pforten geschlossen. Wie sich die Situation mittelfristig entwickle, könne man erst im Herbst sagen. Hotels würden jedenfalls mindestens 50 Prozent Auslastung brauchen, um über die Runden zu kommen. "Ob wir das schaffen, weiß ich nicht." Angesichts all dieser Zahlen resümierte der Tourismusdirektor: "Wir werden ungefähr zehn Jahre zurückgeworfen in der Gesamtentwicklung." Wohl erst 2024 werde man sich wieder auf einem ähnlichen Niveau wie vor der Corona-Pandemie befinden.

Nichtsdestotrotz will der Wien-Tourismus in den kommenden Monaten alles daran setzen, für einen baldigen Aufschwung zu sorgen. Deshalb wird schon im Juni die erste Kampagne vor allem in Österreich, Süddeutschland und der Schweiz gestartet. Motto: "Weltreise in Wien". Geworben wird damit, dass sich dank der vielen internationalen Facetten gewissermaßen die ganze Welt in der Hauptstadt entdecken lässt - von Venedig (Dogenhof) über Athen (Theseustempel) bis zu den Tropen (Palmenhaus in Schönbrunn) oder Russland (Russisch-Orthodoxe Kathedrale zum Heiligen Nikolaus). "Wir machen aus der Not eine Tugend", erklärte Kettner. Sollten weitere Grenzöffnungen stattfinden, könne die Kampagne jederzeit auch dort eingesetzt werden.

Bürgermeister Ludwig versucht Touristen zu locken

Bürgermeister Michael Ludwig sandte mit Verweis auf niedrigen Infektionszahlen im Vergleich zu anderen Weltmetropolen die Botschaft aus: "Sie können ruhig zu uns kommen und sich wohl und sicher fühlen."

Punkten will man auch mit neuen Services - etwa mit der App "ivie", einer Art digitaler Reiseführer durch die Stadt. Derzeit würden drei City-Walks zu Beethoven, der Ringstraße und der WienerModerne angeboten. Das Angebot soll nach und nach erweitert werden. Und "ivie" richtet sich auch an Wienerinnen und Wiener, die selbst noch unbekannte Flecken ihrer Stadt entdecken wollen. Das gilt zudem für die "Experience Edition" der Vienna City Card. Diese ist ab Mitte August digital für 25 Euro zu haben und gilt ein Jahr. Inhabern winken etwa Sonderführungen oder 20-Prozent-Rabatte bei teilnehmenden Gastronomen.

Um die Hotellerie selbst zu unterstützen, können ab sofort direkt über die Wien-Tourismus-Homepage Zimmer gebucht werden. Dadurch sollen herkömmliche Buchungsplattformen umgangen werden, um den Beherbergungsunternehmen Provisionszahlungen zu ersparen. Für die Branche stellt man außerdem via "Dashboard" täglich aktualisierte Daten aus 25 Märkten zur Verfügung, um besser planen zu können. Abrufbar sind diverse Corona-Kennzahlen, aufrechte Reiseverbindungen oder die jeweiligen Quarantäne-Regelungen.

Wenig Perspektive für Kongresstourismus in Wien

Nicht allzu viel Bewegung dürfte es in absehbarer Zeit allerdings beim für Wien wichtigen Kongresstourismus geben. "Wir verlieren pro Monat 100 Mio. Euro an Wertschöpfung und Steuern", rechnete Kettner vor. Trotz der jetzigen Flaute gebe es aber bereits "Anfragen aus aller Welt" für das kommende Jahr. Und mit einzelnen Veranstaltern werde bereits für 2024/25 verhandelt.

Stadtrat Hanke forderte in diesem Zusammenhang die Bundesregierung auf, klare Regeln und Zeithorizonte für den Kongresstourismus zu liefern, um Planungssicherheit zu haben. Wien wünscht sich außerdem die Verlängerung der Kurzarbeit für den Tourismussektor bis zum Ende des ersten Quartals 2021 sowie eine "schnelle und gute Lösung" für die AUA.

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(APA/Red.)

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