Holzskulptur sorgt bei Festspielen für Ärgernis

Skulptur zur Völkerverständigung
Skulptur zur Völkerverständigung ©APA (Reiter)
Eine Holzskulptur gegen die Fremdenfeindlichkeit erregt derzeit Aufsehen im Salzburger Festspielbezirk. Das Kunstwerk habe ja einen positiven Hintergrund, weil es um Völkerverständigung gehe, so Bürgermeister Schaden. Sie sei aber ohne Genehmigung der Stadt Salzburg aufgestellt worden.

Das Aufstellen von Skulpturen auf städtischem Grund müsse vom Kulturbeirat und dem Stadtsenat abgesegnet werden, was jedoch nicht der Fall gewesen sei, so Schaden. Der Bürgermeister lässt nun den Initiatoren bis in den September Zeit, die Skulptur zu entfernen. Aus “präjudiziellen Gründen” sprach er sich gegen eine nachträgliche Genehmigung aus.

Jeder, der Skulpturen auf öffentlichem Boden aufstellen wolle, müsse vorher um eine zivilrechtliche Genehmigung ansuchen. Der städtische Kunstbeirat war zudem nicht begeistert, dass die Figur – sie steht nahe der Kollegienkirche an der Ecke Max-Reinhardt-Platz/Wiener-Philharmonikergasse – nur wenige Meter neben dem Kiefer-Pavillon positioniert wurde.

Die Skulptur verkörpert ein engelhaftes Wesen mit leidvoller Miene, das eine Taube auf den Händen trägt. Darüber zeigen Wegweiser in die Himmelsrichtungen von einigen Ländern wie Kroatien, Serbien, Somalia, Thailand und Tibet. Der deutsche Bildhauer Andreas Kuhnlein erläuterte sein Werk auf einer Tafel: “Ziel meiner Arbeit ist, durch die Zerklüftung der Oberfläche die Verletzbarkeit und Zerbrechlichkeit, aber auch die Brutalität des Menschen – der Natur und dem Mitmenschen gegenüber – darzustellen. Trotz äußerer und innerer Verletzung hat die Skulptur ihre Würde behalten. Nicht Klage oder Verzweiflung überwiegen, sondern die Taube als Symbol der Verständigung.”

Auf weit größeres Ärgernis war im Festspielersommer 2003 die Aufstellung einer nackten Männerskulptur der Wiener Künstlergruppe “Gelatin” auf dem Max-Reinhardt-Platz gestoßen. Die als “skandalös” bezeichnete Figur namens “Arc de Triomphe”, die einen erigierten Penis aufwies, wurde nach heftigen Debatten umhüllt und schließlich entfernt.

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