Holländische "Bier-Babes" wegen Schleichwerbung festgenommen

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Bild: Grund der Aufregung ©EPA
WM 2010 -  Eine kleine Übertretung der Werberichtlinien des Weltverbandes (FIFA) wird bei der Fußball-WM in Südafrika zum großen Skandal aufgebauscht. Nicht Transport- oder Sicherheitsprobleme, sondern eine Gruppe junger Niederländerinnen bestimmt seit zwei Tagen die Titelseiten südafrikanischer Zeitungen.
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Die Blondinen waren dem Weltverband am Montag aufgefallen, weil auf ihren Shirts ein Aufnäher geprangt hatte: Bavaria. Das Bier aus den Niederlanden ist allerdings kein FIFA-Sponsor. Die Zeitung “The Star” zeigte am Mittwoch ein Foto des gerade einmal wenige Quadratzentimeter großen Aufnähers. Zu viel, meint die FIFA – sie sieht Gefahr durch Schleichwerbung und erstattete Anzeige gegen die Brauerei. Zwei Frauen wurden trotz zunächst gegenteiliger Mitteilung der FIFA festgenommen und müssen sich wegen Verstoßes gegen die Marketing-Regeln vor dem Untersuchungsrichter verantworten, bestätigte die südafrikanische Polizei.

Die beiden jungen Damen waren am Mittwoch in der Früh im Johannesburger Stadtteil Roodepoort festgenommen worden und stünden im Verdacht, die Schleichwerbung organisiert zu haben. Die Aktion mit den orangen Miniröcken scheint geplant gewesen zu sein. Die insgesamt 36 attraktiven Frauen waren von der Bierfirma gezielt zum Spiel gegen Dänemark (1:0) ins Soccer City Stadium geschickt worden – mit dem Ziel, möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen.

Von der Justiz untersucht

So bizarr die Geschichte klingt, so ernst ist für die FIFA der Hintergrund. Rigoros schützt der Weltverband seine Sponsoren, die sich die Exklusivität in und um die Stadien Millionen kosten lassen. “Die Angelegenheit wird nun von der Justiz untersucht”, bestätigte FIFA-Sprecher Nicolas Maingot am Mittwoch in Johannesburg. Bavaria hatte die Fan-Utensilien im Vorfeld der WM mit seinem Bier verkauft – nun könnten sie auch durch das Getöse der FIFA zu Kultobjekten werden.

Die niederländische Regierung reagierte empört auf die Festnahmen. Es sei “unerhört”, dass zwei Frauen nun eine Haftstrafe drohe, “weil sie orange Kleider in einem Fußballstadion getragen haben”, erklärte Außenminister Maxime Verhagen in Den Haag. Wenn Südafrika oder die FIFA ein Unternehmen für eine illegale Marketingaktion zur Rechenschaft ziehen wollten, sollten sie juristische Schritte gegen das Unternehmen einleiten und nicht gegen “normale Bürger, die in oranger Kleidung herumlaufen”.

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