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Hofer im ORF-Sommergespräch: Baldige Rückkehr Straches geht sich nicht aus

Hofer geht nicht von einer Rückkehr Straches aus.
Hofer geht nicht von einer Rückkehr Straches aus. ©APA/Georg Hochmuth
Am Montagabend fand das ORF-Sommergespräch mit dem designierten FPÖ-Chef Norbert Hofer statt. Er betonte, in der Causa Casinos Austria, von keinem Deal gewusst zu haben. Weiters sieht er eine Rückkehr Straches für eher unwahrscheinlich.
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Der designierte FPÖ-Chef Norbert Hofer hat Montagabend im ORF-"Sommergespräch" im Zusammenhang mit der Causa Casinos Austria betont, von keinem Deal gewusst zu haben. Außerdem könne er ausschließen, dass Geld von Novomatic an die FPÖ geflossen ist. Kritik übte er an der Vorgangsweise der Ermittler. Diese bezeichnete er als "bedenklich".

Hofer spielte den Ball an Casinos-Aufsichtsratschef Walter Rothensteiner

Die Suppe für die Hausdurchsuchungen bei Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache sei "dünn" gewesen, sagte Hofer. Schließlich sei die Basis eine anonyme Anzeige. Zudem ergebe sich jetzt die "eigenartige Situation", dass die Korruptionsstaatsanwaltschaft und das Bundeskriminalamt (BK) darum streiten, wer die Daten auswerten dürfe. "Ich bin gespannt, was am Ende dabei herauskommt."

Mit Novomatic könne es gar keinen Deal gegeben haben, weil die Bestellung über den Aufsichtsrat erfolgt sei. Und in diesem sei Novomatic nur mit zwei Sitzen vertreten gewesen. Hofer spielte den Ball vielmehr an Casinos-Aufsichtsratschef Walter Rothensteiner. Dieser hätte den Wiener FPÖ-Bezirksrat Peter Sidlo nicht zum Finanzvorstand bestellen dürfen, wenn er nicht dafür geeignet gewesen sei. "Wenn ein Personalberater sagt, dass eine Person nicht geeignet ist, dann ist diese Person nicht zu bestellen", so die Argumentation Hofers.

Ermittlungen in Sachen Ibiza-Video verliefen "schleppend"

Zudem stelle sich die Frage, warum es eine Razzia bei Strache gegeben habe und nicht auch bei anderen Parteien. Eventuell sei es ja darum gegangen, an das Handy des Ex-FPÖ-Chefs zu kommen, stellte Hofer in den Raum. Gleichzeitig verliefen die Ermittlungen in Sachen Ibiza-Video "schleppend", so Hofer: "Das ist alles völlig absurd". Es passe "hinten und vorne nicht zusammen".

Rückkehr Straches wird sich nur schwer ausgehen

Eine baldige Rückkehr Straches in die Politik werde sich nur schwer ausgehen. Voraussetzung dafür sei, dass "alle rechtlichen Vorwürfe geklärt sind", bekräftigte der designierte FPÖ-Chef: "Also wenn die Ermittlungen eingestellt sind oder ein richterlicher Freispruch erfolgt." Einen Parteiausschluss ziehe Hofer nicht in Betracht. Zum einen will er nicht den "Stab über Strache brechen", zum anderen habe dieser viel für die Partei geleistet: "Das auszublenden wäre ein Fehler". Die derzeitige Doppelspitze sei eine "optimale Situation". Zudem wolle er nicht, dass die FPÖ eine Partei ist, die von einer Person abhängig ist.

Beim Rauchverbot werde notwendig sein, einige Ausnahmen zu definieren. In Sachen direkte Demokratie werde Hofer in etwaigen Koalitionen unnachgiebig sein. Und zwar werde er auf die Hürde von zehn Prozent pochen, die die ÖVP ohnedies wollte. Im Übrigen gab er sich aber, was Koalitionsbedingungen anbelangt, alles andere als unnachgiebig: "Meine Erfahrung in der Politik ist, dass diese Dinge nach Wahlen leichter zu besprechen sind." Koalitionsverhandlungen seien immer ein Aufeinanderzugehen.

Hofer steht nur für Türkis-Blau zur Verfügung

Ziel sei ein Ergebnis über 20 Prozent und so stark werden, dass sich Schwarz-Grün nicht ausgeht, so der designierte FPÖ-Chef. Er selbst stehe nur für Türkis-Blau zur Verfügung: "Eine andere Variante mach' ich nicht." Sollte er in der künftigen Regierung vertreten sein, werde er nicht bei der kommenden Bundespräsidentenwahl antreten. Sollte die FPÖ in der Opposition landen, dann wäre ein Antreten jedoch "durchaus möglich".

ORF-"Sommergespräch" mit FPÖ-Chef Hofer sahen 807.000 Zuschauer

Die dritte Ausgabe der diesjährigen ORF-"Sommergespräche" hat am Montagabend durchschnittlich 807.000 Zuschauer erreicht. Das Interview von ORF-Aufsteiger Tobias Pötzelsberger mit dem designierten FPÖ-Chef Norbert Hofer lockte in Spitzenzeiten sogar 978.000 Zuschauer vor den Fernseher. Laut ORF-Aussendung erreichte die Sendung einen Marktanteil von 27 Prozent - heuer bisher der höchste Wert.

Das Interview mit NEOS-Parteichefin Beate Meinl-Reisinger vor einer Woche hatte laut ORF 23 Prozent Marktanteil erreicht. Im Schnitt hatten 632.000 Zuschauer eingeschaltet. Das "Sommergespräch" mit Liste-JETZT-Chefin Maria Stern, die den Reigen eröffnet hatte, kam mit durchschnittlich 609.000 Zusehern auf 22 Prozent Marktanteil.

Hofers Vorgänger, der damalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, hatte im Vorjahr bei seinem ORF-"Sommergespräch" durchschnittlich 688.000 Zuschauer. Der Marktanteil betrugt damals 24 Prozent in der Gesamtzielgruppe ab zwölf Jahren. In Spitzen waren bis zu 747.000 Zuseher dabei.

Das nächste "Sommergespräch" führt Pötzelsberger am kommenden Montag (26. August) um 21.05 Uhr in ORF 2 mit SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Alle "Sommergespräche" werden in der ORF-TVthek als Live-Stream angeboten und bleiben dort bis 9. September verfügbar.

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(APA/Red)

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