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Hofburg-Wahl: In einer Woche wird gewählt

In einer Woche wird der Bundespräsident gewählt.
In einer Woche wird der Bundespräsident gewählt. ©APA/ERWIN SCHERIAU (Symbolbild)
In einer Woche findet die Hofburg- Wahl statt, und 6.363.479 Österreicher sind aufgerufen (vorläufige Zahl der Wahlberechtigten), den neuen Bundespräsidenten zu wählen.

Trotz der Rekord-Zahl von sieben Kandidaten bei der Bundespräsidentenwahl könnte bereits nach dem ersten Wahlgang fix sein, wer neuer Bundespräsident ist. Nur wer mehr als 50 Prozent bekommt, wird Bundespräsident - die Umfragen deuten darauf hin, dass Amtsinhaber Alexander Van der Bellen diese Hürde schon im ersten Anlauf nehmen könnte und nicht in eine Stichwahl muss.

Hofburg-Wahl in einer Woche

Die jüngeren Erhebungen prognostizieren für Van der Bellen ein Ergebnis zwischen 51 und 59 Prozent. Damit würde der Amtsinhaber bereits im ersten Wahlgang am 9. Oktober die Wiederwahl für den Bundespräsidenten für sich entscheiden. Und das trotz eines Rekord-Feldes von sieben Kandidaten. Denn neben Van der Bellen bewerben sich weitere sechs Männer um das höchste Amt im Staat: Michael Brunner (MFG), Gerald Grosz (parteilos), Walter Rosenkranz (FPÖ), Heinrich Staudinger (parteilos), Tassilo Wallentin (parteilos) und Dominik Wlazny (Bierpartei).

2016 waren sechs Kandidaten bei der Hofburg-Wahl

2016 wurde der aktuelle Präsident ebenfalls in einem Bewerberfeld mit Rekordgröße gewählt, nämlich insgesamt sechs Kandidaten. Eine solche Anzahl hatte es bis dahin nur einmal gegeben, bei der ersten Direktwahl 1951. Damals wie auch 2016 fiel die definitive Entscheidung erst in der Stichwahl.

Meinungsforscher geben Van der Bellen beste Chancen

Meinungsforscher und Polit-Experten geben Van der Bellen nicht nur aufgrund der Umfragewerte beste Chancen, schon am Sonntag bei der Hofburg-Wahl den Sack zuzumachen. Auch findet sich unter den Bewerbern mit Walter Rosenkranz von der FPÖ nur ein Kandidat, der von einer Parlamentspartei nominiert wurde - und der somit auf deren österreichweite Mobilisierungskraft hoffen kann.

Zu küren ist in dieser 14. Hofburg-Wahl entweder neuerlich der achte direkt gewählte Präsident (im Fall einer Wiederwahl von Alexander Van der Bellen) - oder der neunte. Zählt man auch den 1945 von der Bundesversammlung gewählten Karl Renner dazu, geht es um den neunten bzw. zehnten Präsidenten.

Rekord auch hinsichtlich des Alters der BP-Wahl-Kandidaten

Einen Rekord gibt es heuer nicht nur beim Bewerberfeld, sondern auch hinsichtlich des Alters der Bundespräsidentschafts-Kandidaten: Bierpartei-Chef Dominik Wlazny hat mit 35 Jahren erst im Dezember 2021 das gesetzliche Mindestalter erreicht. Er ist damit der jüngste aller bisher 51 Kandidaten und Kandidatinnen. Van der Bellen ist zwar nicht der älteste aller Kandidaten, aber der älteste Bundespräsident, der sich für eine zweite Amtszeit bewirbt.

Van der Bellen wäre ältester Bundespräsident

Sollte Van der Bellen wie erwartet die Hofburg-Wahl gewinnen, wird auch am Tag der Angelobung ein weiterer Rekord fallen: Denn mit ihm würde dann der älteste Bundespräsident seit Einführung der Volkswahl 1951 angelobt. Das damals gewählte Staatsoberhaupt, Theodor Körner, war bisher Rekordhalter - mit bei der Angelobung 78 Jahren. Van der Bellen ist am 26. Jänner 2023 (wenn die nächste Amtszeit beginnt) bereits 79 Jahre alt (geboren am 18. Jänner 1944).

Kein Rekord bei der Wahlbeteiligung bei der Hofburg-Wahl

Keinen Rekord wird es wohl bei der Wahlbeteiligung bei der Hofburg-Wahl geben. Dieser wurde 1957 mit 97,2 Prozent erreicht - freilich bestand damals noch eine allgemeine Wahlpflicht, diese wurde erst 2004 aufgehoben. Beim vorangegangenen Urnengang 2016 betrug die Wahlbeteiligung 68,5 Prozent (im 1. Wahlgang).

Briefwahl als Beitrag für höhere Wahlbeteiligung bei der BP-Wahl

Ein Beitrag für eine höhere Wahlbeteiligung bei der Hofburg-Wahl ist auch die Briefwahl. Wahlkarten dafür können noch bis Mittwoch schriftlich und bis Freitag persönlich beantragt werden. Eine Online-Bestellung über die App "Digitales Amt" bzw. die Website www.oesterreich.gv.at ist nur noch bis Dienstag möglich.

Briefwahl bis Samstag früh möglich

In den Postkasten werfen kann man die Wahlkarte zur Bundespräsidentenwahl bis Samstag früh - die Briefkästen werden extra um 9.00 Uhr noch einmal geleert und die Wahlkarten zu den (aufgedruckten) Bezirkswahlbehörden gebracht. Man kann mit seiner Wahlkarte aber am Wahlsonntag auch in eines der 10.092 Wahllokale gehen und die Karte dort abgeben - oder von einem Boten hinbringen lassen.

Briefwahl wird einen Tag nach der Hofburg-Wahl ausgezählt

Ausgezählt wird die Briefwahl erst einen Tag nach der Hofburg-Wahl (nur die im Wahllokal abgegebenen Wahlkarten werden gleich mitausgezählt). Die via Postweg abgegebenen Stimmen sind am Sonntagabend also noch nicht im Gesamtergebnis enthalten - und es werden wohl erneut sehr viele sein. Schon bei der Nationalratswahl 2019, noch vor der Corona-Pandemie, wurden fast 20 Prozent der Stimmen mit Wahlkarten abgegeben. Und bei den Wahlen während der Corona-Pandemie wurde die Briefwahl noch stärker genützt. Bei der Wien-Wahl 2020 kamen fast 44 Prozent der abgegebenen Stimmen per Wahlkarte.

Briefwähler waren bei Stichwahl 2016 entscheidend

Und auch schon bei der (dann vom VfGH aufgehobenen) Bundespräsidenten-Stichwahl im Mai 2016 waren die Briefwähler entscheidend: Am Wahlsonntag lag noch FPÖ-Kandidat Norbert Hofer knapp vorne. Alexander Van der Bellen schnitt bei den Briefwählern aber wesentlich besser ab und war letztlich der Sieger der Wahl. Bei der Stichwahl-Wiederholung im Dezember war Van der Bellen hingegen schon am Sonntag der klare Sieger.

Wahlberechtigt für die Hofburg-Wahl sind alle Österreicher im In- und Ausland, die spätestens am Wahltag 16 Jahre alt werden - und in der Wählerevidenz stehen. Entschieden wird die Wahl in den vier großen Bundesländern: Niederösterreich, Wien, Oberösterreich und die Steiermark stellen 70 Prozent der Wahlberechtigten.

Vorläufiges Ergebnis der BP-Wahl wird am Sonntag verkündet

Verkündet wird das vorläufige Endergebnis der Bundespräsidentschaftswahl (ohne Briefwahl) am Sonntag - üblicherweise rund um 19.30 Uhr. Angelobt wird der neugewählte Bundespräsident dann wie erwähnt erst am 26. Jänner 2023.

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(APA/Red)

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