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Hochwasser 2013 in Österreich: Alle Infos und Bilder

Das Hochwasser 2013 hatte weite Teile Österreichs fest im Griff - etwa Krems-Stein
Das Hochwasser 2013 hatte weite Teile Österreichs fest im Griff - etwa Krems-Stein ©APA
Ab dem ersten Juni-Wochenende 2013 wurde es mehr und mehr zur traurigen Gewissheit: Zunehmend schwere Unwetter suchten Österreich heim, die in weiten Teilen des Landes zu Hochwasser und Überschwemmungen führten. Wir haben alle Informationen zur Entwicklung der Katastrophe, traurigen Höhepunkte und Bilder für Sie gesammelt.
Hainburg, Melk, Stopfenreuth
Schiff sitzt in Wien fest
Donauinsel am 5. Juni 2013
Am Wiener Donaukanal
Bilder aus NÖ: Krems
Daube auf der Donau gesichert
Donaukanal & Wien-Fluss
Hochwasser in Kritzendorf
Hochwasser in Melk
Hochwasser in NÖ: Hainburg
Hochwasser in NÖ: Montag
Hochwasser: Melk & Ybbs
Häuser in Hainburg geräumt
Klosterneuburg: Essl Museum
Krems: Damm wird gesichert
NÖ: Emmersdorf und Melk
NÖ: Ybbs, Persenbeug und Co.
Salzburg-Stadt im Ausnahmezustand
Schreckensbilder vom Sonntag
Unter der Stadionbrücke/A4 überflutet
Video von der Donauinsel
Wien: Alberner Hafen
Wien: Donauinsel/Copa Cagrana
Lage in Hainburg am Donnerstag
Kreuzfahrtschiff in Wien evakuiert

Was die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Fronleichnamsfeiertag 2013 ankündigte, wurde spätestens ab dem Wochenende zur traurigen Gewissheit. Das Wetter brachte anhaltende Niederschläge in drastischem Ausmaß. Aufgrund des Starkregens kam es zu einem ungeahnten Hochwasser, das tagelang vor allem die Bundesländer Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien in Atem halten sollte.

Zwei Todesopfer, ein Hochwasser-Baby

Zahlreiche Menschen mussten evakuiert werden, zwei Todesopfer waren in Salzburg und Vorarlberg zu beklagen. Aber es gab auch positive Nachrichten: Neben all der Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung erblickte am Dienstag mitten im Hochwasser in Oberösterreich ein Kind das Licht der Welt.

Das geschah in Vorarlberg

Das schlechte Wetter ließ nicht nach. Die ersten Überschwemmungsnachrichten kamen aus Vorarlberg. Nach den verheerenden Hochwassern 1999 und 2005 kam das Bundesland heuer allerdings mit deutlich geringeren Schäden davon. Betroffen waren vom Hochwasser 2013 allem das Rheintal und der Bregenzerwald. In drei Tagen gingen in vielen Gebieten 150 bis 200 Liter Regen pro Quadratmeter nieder, in einigen Regionen sogar mehr. Die Einsatzkräfte, die insgesamt 1.300 mal zu Hilfe gerufen wurden, pumpten tagelang Keller aus und räumten vermurte Straßen. Viele Verkehrsverbindungen mussten wegen Hangrutschungen und Überflutungen gesperrt werden.

Ein 58-jähriger Vorarlberger kam im Hochwasser führenden Koblacher Kanal um. Er stürzte in der Nacht auf Sonntag in Mäder (Bezirk Feldkirch) auf dem Heimweg von einer Feier in das Gewässer und ertrank. In Hittisau (Bregenzerwald) wurde ein Fahrzeug von einer Mure erfasst, der Lenker blieb aber unverletzt. Mit Abklingen der Regenfälle entspannte sich die Lage ab Sonntagabend zusehends, seither sind die Aufräumarbeiten voll im Gange. Ein erster Überblick über das Schadensausmaß für Vorarlberg soll in einigen Tagen vorliegen, laut Landeshauptmann Markus Wallner kam das Ländle aber “mit einem blauen Auge” davon.

Tirol sehr hart getroffen

Die Unwetter bahnten sich ihren Weg nach Tirol: Der Dauerregen führte im Unterland zu einer prekären Hochwasser-Situation sowie zu zahlreichen Murenabgängen und Überschwemmungen. In den Bezirken Kitzbühel und Kufstein standen die Feuerwehren im Dauereinsatz. Am schlimmsten erwischte es Kössen, wo zahlreiche Personen evakuiert werden mussten, weil die Großache über die Ufer getreten war. In den Orten St. Johann, Kössen und Waidring wurde am Sonntag Zivilschutzalarm ausgelöst. Zahlreiche Straßen mussten wegen Murenabgänge gesperrt werden, die Bahnverbindung zwischen Salzburg und Tirol wurde unterbrochen. Tausende Haushalte waren ohne Strom.

Erst am Montag gab es Entspannung, in den Tiroler Unwettergebieten vor allem im Bezirk Kitzbühel konnten die Aufräumungsarbeiten beginnen. Die Betroffenen wurden mit einer Welle der Hilfsbereitschaft konfrontiert. Unter anderem in Kössen kündigten sich nach Angaben der Gemeinde viele Freiwillige aus allen Teilen des Landes an, um die Geschädigten zu unterstützen. Gefahr ging in Tirol weiter vor allem von rutschgefährdeten Hängen aus, die nach den Niederschlägen voll mit Wasser waren. Von der Landesgeologie wurden in den letzten Tagen mehr als 100 Schadensereignisse gezählt. Die Gefahr durch das Hochwasser werde erst in den nächsten Tagen gebannt sein, hieß es.

Salzburg: Pinzgau teils Katastrophengebiet

Auch das Bundesland Salzburg war vom Hochwasser 2013 betroffen, vor allem der Pinzgau, der zum Katastrophengebiet erklärt wurde, die Gemeinde Hüttau im Pongau sowie die Stille-Nacht-Gemeinde Oberndorf im Flachgau. Dabei kam ein Arbeiter in einer Mure ums Leben, zwei Personen wurden von reißenden Bächen mitgerissen und werden seither vermisst. Im Pinzgau standen große Teile des Saalachtales unter Wasser, für die betroffenen Bauern entstand schwerer Schaden. In Taxenbach wie auch in Hüttau wurden einige Häuser von Muren dermaßen zerstört, dass sie auf Dauer unbewohnbar sind.

Und in Oberdorf wurden 50 Häuser einer einzigen Straße überflutet. Das Land rechnet damit, dass für die Aufarbeitung der Katastrophe mindestens 50 Millionen Euro an öffentlichem Geld benötigen werden. Davon sind für die Wiederinstandsetzung von Flussufern und Hochwasserschutzeinrichtungen sowie für Arbeiten der Wildbach- und Lawinenverbauung elf Millionen Euro an Bundesgeldern beantragt worden. Der Höhepunkt der Katastrophe war der Sonntag. Da standen im ganzen Land fast 4.500 Feuerwehrleute im Einsatz, teilweise gab es sogar Unterstützung aus der Südsteiermark. Am Montag konnte das Aufgebot schon halbiert werden. Jeder zweite Feuerwehrmann des Landes half bei den Arbeiten, bis Dienstagnachmittag wurden rund 2.600 Schadensfälle abgewickelt, diese Zahl wird aber noch weiter steigen, hieß es im Landesfeuerwehrkommando.

Steiermark: Taudende Häuser unter Wasser

Der Höhepunkt des Hochwassers war in der Steiermark am Wochenende und Montag, betroffen war vor allem der obersteirische Bezirk Liezen, dort sind rund 70 Feuerwehren mit rund 1.000 Mann zu Hilfe gerufen worden. Kleinere Einsätze gab es auch in Niederwölz (Bezirk Murau) sowie im Bezirk Leoben. Betroffen waren vor allem Häuser und landwirtschaftliche Flächen im Ennstal und im Ausseerland: Dort waren Enns und Traun über die Ufer getreten. Die Ennstalstrecke der ÖBB zwischen der Landesgrenze zu Salzburg bei Mandling und Selzthal war am Mittwoch immer noch unterbrochen. Der Zugang zum abgeschnittenen Seitental Walchen bei Öblarn war wieder frei. Laut dem Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes, Thomas Meier, waren die Einsätze mittlerweile abgeschlossen. Die letzten neun Wehren mit rund 150 Mann rückten am Dienstagabend in die Rüsthäuser ein.

Wie viele Häuser in der Steiermark genau in roten und gelben Zonen gebaut sind, lässt sich nicht sagen: “Es werden aber viele Tausend sein”, so der Leiter der Lawinen- und Wildbachverbauung Steiermark, Gerhard Baumann, am Mittwoch. Viele davon seien aus der Zeit des Baubooms der 50er- und 60er-Jahre, als es noch keine umfassenden Schutzpläne gegeben habe. In etlichen Städten gebe es ja auch historische, sehr alte Baukerne. Die Wildbachverbauung arbeitet in der Steiermark im Jahr im Schnitt an rund 60 Projekten, manchmal werden dringliche Bauvorhaben vorgezogen. Ein Gesamtschaden durch das Hochwasser 2013 lässt sich noch nicht abschätzen, in der Landwirtschaft dürfte sich der Schaden nach ersten vorsichtigen Schätzungen der Hagelversicherung auf mehrere 10.000 Euro belaufen.

Hochwasser 2013: Flut zog nach Oberösterreich

Während die Menschen in Westösterreich auch anhand einer Wetter-Beruhigung aufatmen konnten, wurde in der Nacht auf Sonntag Oberösterreich vom Hochwasser überschwappt. In Ostermiething (Bezirk Braunau) wurden über hundert Leute evakuiert, im Salzkammergut waren mehrere Orte von der Außenwelt abgeschnitten und zahlreiche Verkehrsverbindungen unterbrochen. Besonders schlimm erwischte es Schärding am Inn, die Altstadt wurde Sonntagabend teilweise bis zum ersten Stock überflutet. Dann verlagerte sich das Geschehen an die Donau, zahlreiche Siedlungen in den Bezirken Perg, Urfahr-Umgebung und Eferding standen am Mittwoch immer noch unter Wasser. Besonders knapp wurde es in Grein, wo der Fluss an die Dammkrone des neuen Machlanddammes bis auf wenige Zentimeter heranreichte.

Mittwoch früh konnten die Bewohner vorsichtig aufatmen, nachdem die Scheitelwelle den Ort passiert hatte. Insgesamt wurden mehr als 220 Menschen und 2.600 Tiere aus den Fluten gerettet, 500 Personen aus ihren Häusern evakuiert. Todesopfer waren in Oberösterreich vorerst nicht zu beklagen. Eine Schadensschätzung für das Hochwasser 2013 lag vorerst noch nicht vor, da sich das Wasser in vielen Landesteilen noch nicht zurückgezogen hatte.

Niederösterreich: Krisenstimmung an der Donau

Danach traf das Hochwasser 2013 das Bundesland Niederösterreich mit voller Wucht. Besonders betroffen waren das Mostviertel und die Wachau. Die Lage entlang der Donau spitzt sich seit Tagen zu. Dort wurden die mobilen Hochwasserschutzanlagen zur Sicherheit auf die Maximalhöhe aufgestockt. Immer wieder bangten die Einsatzkräfte, ob die Einrichtungen halten würden. Ortschaften entlang der Donau wie Melk, deren Altstadt komplett geflutet wurde, Kienstock, Mautern, Dürnstein, Krems, Klosterneuburg oder Korneuburg waren die Hot-Spots. Das jüngste Donau-Hochwasser in Niederösterreich hat dem Pegel Korneuburg einen Rekordwert beschert. 8,06 Meter, wie am Mittwochnachmittag, wurden nie zuvor gemessen, bestätigte der Hydrografische Dienst des Landes.

Fast wären Menschen zu Schaden gekommen, als am Dienstag auf der Hochwasser führenden Donau bei Wallsee (Bezirk Amstetten) ein mit fünf Personen besetztes Motorboot gekentert war. Das Quintett – Jäger und Feuerwehrmänner – wurde unverletzt aus dem reißenden Strom geborgen. Zumindest eines der Opfer hatte bei der dramatischen Rettungsaktion nicht mehr an sein Überleben geglaubt. Die Donau in Niederösterreich hatte am Mittwoch ihren Höchststand erreicht. Die Schadensgröße ist in dem Bundesland noch nicht abzusehen.

Feuerwehr im Dauer-Einsatz

Das Hochwasser hielt Feuerwehren im ganzen Land in Atem: So waren etwa in Niederösterreich von 31. Mai bis 5. Mai 2013 insgesamt 13.700 Mitglieder von 1.046 Feuerwehren mit 2.938 Fahrzeugen im Einsatz. Pegelstandkontrollen, Auspumparbeiten, Trockenlegung, Menschenrettung und Co. waren für die Florianijünger nahezu rund um die Uhr Thema.

Wien: Hafengebiete und Copa Cagrana überschwemmt

In Wien konnten die Fluten durch den bestehenden Hochwasserschutz – also vor allem durch das Entlastungsgerinne (die “Neue Donau”, Anm.) – weitgehend gebannt werden. Unter Wasser standen jedoch die dort angesiedelten Lokale an der Copa Cagrana bzw. an der Sunken City, die jedoch in der ausgewiesenen Überschwemmungszone liegen. Auch der Albernen Hafen und der Ölhafen Lobau stehen unter Wasser, der Hafen Freudenau wurde hingegen durch das 2010 eingebaute Hafentor geschützt.

Das Hochwasser 2013 auf der Donauinsel

Leichtere Überflutungen gab es auch am Donaukanal. Die Wassermassen, die in Wien bewältigt werden mussten, waren jedenfalls enorm: Sie übertrafen sogar knapp die Marke aus dem Jahr 2002. Der für Wien relevante Donau-Pegel Korneuburg betrug am Mittwochvormittag 7,93 Meter bzw. die Durchflussmenge 10.600 Kubikmeter pro Sekunde. Danach stieg das Wasser nicht weiter, das Hochwasser zog sich bereits wieder zurück. Auch in Wien konnte daraufhin mit den Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser 2013 begonnen werden.

(apa/red)

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