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Höchstleistungen trotz Diabetes

Mit 105 Kilogramm bei 1,85 m Körpergröße ist Matthias Steiner das größte "Bröckerl" unter Österreichs Olympia-Teilnehmern. Der 21-jährige Gewichtheber lässt sich durch eine Diabetes-Erkrankung nicht bremsen.

„Ein Olympia-Start ist etwas Besonderes, ich will dort meine Rekorde verbessern“, erklärt der Niederösterreicher von AC Woge Bregenz, der als WM-Siebenter 2003 und EM-Siebenter 2004 auch bei den Sommerspielen einen Top-Ten-Platz anpeilt.

Steiner ist ein Wettkampfathlet, er braucht die Unterstützung des Publikums, um Höchstleistungen zu bringen. Da wäre die Zugehörigkeit zur Gruppe der zehn Besten in Athen wichtig, sie verlangt aber kalkuliertes Risiko. Die Meldeleistung des Weltranglisten-Siebenten von 422 kg setzt eine Anfangsleistung für den Zweikampf von 402,5 kg voraus – sein Rekord liegt nur knapp darüber bei 405 kg. „Für mich ist das abgesehen vom Gesundheitszustand kein Risiko, er will nicht nur dabei sein, sondern in Athen seine Rekorde verbessern“, meinte Vereinstrainer Peter Lauterer.

Die Dichte ist groß, laut Steiner sind acht bis zehn Leute ziemlich gleich stark. „Da entscheidet der Kopf“, sagt der Junioren-EM-Dritte von 2001. Der Wettkampfstress wirkt sich bei ihm wegen der Erkrankung stärker aus als bei anderen Athleten. Nervosität beeinflusst den Zuckerspiegel, den der Diabetiker konstant halten sollte. „Wenn er nicht passt, leidet die Reaktion“, sagt Steiner, der in Sekundenbruchteilen Lasten von 180 (Reißen) bis 220 kg (Stoßen) umsetzen muss. Wegen seiner Krankheit darf er das Hormon Insulin, das auf der Dopingliste steht, mit offizieller Erlaubnis einnehmen, es ist für ihn lebenswichtig.

Mit 21 Jahren ist Steiner in Athen der jüngste Athlet der Klasse bis 105 Kilogramm. Der gelernte Installateur hat Perspektive, in Peking 2008 befände er sich im Höchstleistungsalter. Doch die Fortsetzung der Hochleistungskarriere hängt an einem dünnen Faden. Aus finanziellen Gründen. Sponsoren fehlen, wegen Krankheit untauglich als Heeressportler – daher ist Steiner auf die Unterstützung der Eltern, der Sporthilfe (seit Jahresbeginn Weltklasse) und die Vorarlberger Olympiaförderung angewiesen.

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