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Hochhaus beim Schloss: Reaktionen

Im Büro von Planungsstadtrat Schicker (SPÖ) gibt man sich über die Pläne gelassen - für die Wiener Grünen ist das Hochhausprojekt nahe dem Weltkulturerbe Schönbrunn nicht akzepatbel.

Die Pläne für ein Hochhaus unweit von Schloss Schönbrunn in Wien sind im Büro von Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) mit Gelassenheit aufgenommen worden. „Nix ist fix“, betonte eine Sprecherin am Freitag. Die Befassung der städtischen Gremien mit dem Bauprojekt habe noch gar nicht begonnen. Für die Wiener Grünen ist das Projekt des 120-Meter-Turms dagegen bereits gescheitert. Die Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft pochte auf die Einhaltung denkmalpflegerischer Anforderungen.


Gemäß dem 2002 beschlossenen Hochhauskonzept muss jedes neue Projekt eine zehn Punkte umfassende Check-Liste erfüllen, hieß es im Planungsressort auf APA-Anrage. Es müsse die stadtstrukturelle Verträglichkeit und die Verkehrsverträglichkeit, aber auch die städtebauliche Einbindung eines Hochhauses nachgewiesen werden.

Öffentlichkeit gleich zu Beginn informiert


„Wir sehen die Sache entspannt“, meinte die Sprecherin zu dem Projekt, für das nun eine Visualisierung vorliegt. Bisher habe es nur einen Wettbewerb des privaten Investors HPD gegeben, jetzt wolle der Bezirk darüber diskutieren, und erst dann sei die Stadt am Zug. Als positiv sei jedenfalls zu bewerten, dass die Öffentlichkeit gleich zu Beginn informiert worden sei.


Die Wiener Grünen haben sich dagegen bereits festgelegt: „Das geplante Projekt ist mit dem nahe gelegenen Weltkulturerbe Schönbrunn nicht in Einklang zu bringen. Der Blick auf Schönbrunn und Richtung Stadt wird durch dieses Großprojekt massiv beeinträchtigt“, so der Grüne Gemeinderat Christoph Chorherr in einer Aussendung.


Im Gegensatz zur aufgeheizten Weltkulturerbe-Debatte rund um Wien-Mitte sei dieser Standort jedoch noch nicht gewidmet, erinnerte Chorherr: „Die Stadtplanung kann, ja muss nun handeln. Mit dem drohenden Konflikt rund um das Unesco Weltkulturerbe ist das Projekt in der geplanten Form wohl gestorben.“

“Für moderne Bauvorhaben in und um Schönbrunn”


Die Schönbrunn-Gesellschaft betonte in einer Aussendung, man sei grundsätzlich auch für moderne Bauvorhaben in und um Schönbrunn: „Das Areal von Schönbrunn ist und bleibt jedoch in seiner historischen Substanz das zentrale gestalterische Element im Südwesten Wiens. Diesen besonderen Schutz gibt das UNESCO-Prädikat ’Weltkulturerbe’ vor. Daher sind auch Großprojekte im Umfeld der eigentlichen Schutzzone mit denkmalpflegerischen Anforderungen abzustimmen. Beispiele aus Deutschland, wie Köln und Potsdam, belegen, dass die UNESCO beginnt, hierauf ein strengeres Augenmerk zu legen.“


Wilfried Lipp, Präsident von Icomos Österreich und Berater der UNESCO, hat die Causa im „Standard“ besorgt kommentiert: „Wenn das stimmt, was mir erzählt wurde, ist das sicher eine Fortsetzung dessen, was in Wien-Mitte war.“ Dort scheiterten Hochhauspläne wegen der Nähe zum Welterbe Innere Stadt nach Protesten von Icomos und Unesco.

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