Hinrichtung auf offener Straße: Opfer war Tschetschene

©Kronen Zeitung
Zwei Männer haben den tschetschenischen Asylwerber Umar Israilov auf offener Straße verfolgt und ihn mit einem gezielten Kopfschuss regelrecht hingerichtet. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen, die Spur führt in tschetschenische Geheimdienstkreise. Stadtreporter Video: | Zeuge: Vienna Online Leser beobachtete die Täter

Das 27-jährige Opfer erlitt so schwere Verletzungen, dass es wenig später im SMZ Ost starb. Israilov wohnte mit seiner hochschwangeren Frau und seinen drei Kindern in der Leopoldauer Straße.

Brutales Vorgehen:  Zwei Kopfschüsse

Gegen Mittag bemerkten Zeugen in der Leopoldauer Straße, wie zwei Männer einem dritten nachliefen. Einer der Täter gab dabei Schüsse ab und traf den Verfolgten offenbar auch. Daraufhin bog das vermutlich bereits verletzte Opfer in die Ostmarkgasse ab: Dort sei es entweder zu Sturz gekommen oder zusammengebrochen, wie Polizeisprecherin Karin Strycek berichtete. Als der Mann am Boden lag, setzten die Täter schließlich noch einen Kopfschuss.

Passanten verständigten die Einsatzkräfte, Israilov wurde ins SMZ Ost eingeliefert, wo die Ärzte um sein Leben kämpften. Nur wenige Stunden später erlag der Mann aber im Spital seinen Verletzungen.

Ein Zeuge hatte beobachtet, wie die beiden Täter in einen Volvo gestiegen waren. Das gestohlene Fahrzeug wurde später in der Erzherzog-Karl-Straße in Wien-Donaustadt gefunden.

Fahndung erfolgreich

Die Fahndung der Polizei war erfolgreich – in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung wurde ein mutmaßlicher Täter auf einem niederösterreichischen Autobahnrastplatz verhaftet. Der Tschetschene soll Verständnis für die Tat geäußert, jedoch bestritten haben, dass er Israilov erschossen habe.

Dem Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung war das Opfer Israilov kein Unbekannter. Der Mann sei “dem Dunstkreis um Barajew zuzuordnen”, zitierte die Onlineausgabe des “Kurier” ”inoffizielle Quellen”. Mowsar Barajew war der Anführer jener islamistischen Terrorgruppe, die im Oktober 2002 im Moskauer Dubrowka-Theater ein Blutbad angerichtet hatte. Barajew kam bei der damaligen Befreiungsaktion der Moskauer Polizei ums Leben, 129 Geiseln und sein 40 Mann starkes “Kommando” fanden den Tod.

Verfassungsschutz ermittelt
Nachdem es sich um ein politisch motiviertes Verbrechen zu handeln scheint, führt die Ermittlungen das Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) weiter. Staatsanwaltssprecher Gerhard Jarosch wollte den Wahrheitsgehalt der Aussagen nicht beurteilen. Es habe eine Festnahme gegeben, an Spekulationen beteilige man sich aber nicht, sagte Jarosch.

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