Hickersberger vor Deutschland-Match im Zwiespalt

Zum einen hofft der 59-Jährige auf eine Sensation gegen den dreifachen Welt- und Europameister, um im Hinblick auf die Heim-EM eine Euphorie zu entfachen, zum anderen könnte ein voller Erfolg laut "Hicke" auch kontraproduktiv sein.

Zwar betonte der Coach auf der Pressekonferenz am Tag vor der Partie, dass “wir mit dem absoluten Willen in das Spiel gehen, zu gewinnen”. Kurz darauf jedoch meinte Hickersberger mit Blick auf die österreichische Mentalität: “Auch wenn ein gutes Resultat für die Stimmung im Land unglaublich wichtig wäre: Eigentlich wäre ein Sieg unglaublich schlecht, denn die Österreicher würden uns dann sofort zum Kreis der erweiteren Titelfavoriten bei der EURO rechnen.”

Noch einen weiteren Seitenhieb auf die österreichische Seele konnte sich der Teamchef nicht verkneifen. “Es besteht in Österreich die Gefahr, dass gesehen wird, wer bei den Deutschen fehlt, und dass dann einige glauben, Deutschland kommt mit der B-Mannschaft und wir sind Favorit”, erklärte er im Hinblick auf die verletzten Christoph Metzelder und Torsten Frings sowie den unsicheren Einsatz von Michael Ballack.

An der Ausgangsposition ändere auch der eine oder andere Ausfall aufseiten der DFB-Auswahl nichts. “Die Deutschen sind nicht nur zweikampfstark und eine starke Turniermannschaft, sie spielen auch einen modernen Fußball, haben im Mittelfeld einige Scharfschützen und verfügen bei Standard-Situationen über ausgezeichnete Kopfball- Spezialisten”, sagte Hickersberger.

Der frühere Rapid-Meistermacher rechnet mit einer sehr offensiv eingestellten DFB-Elf. “Ich wäre nicht überrascht, wenn Klose und Kuranyi stürmen und Podolski links im Mittelfeld beginnt”, meinte Hickersberger, der nach eigenen Angaben auf alle Winkelzüge von DFB- Teamchef Joachim Löw vorbereitet ist.

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