Herzchirurgie im AKH wird größer

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Das AKH baut aus: Ein neuer Operationssaal und 28 zusätzliche Betten ab Mai 2008 sollen 300 Eingriffe mehr pro Jahr möglich machen.

Das Wiener AKH erweitert seine Kapazitäten bei der Versorgung von herzkranken Patienten: Ab Mai 2008 bekommt die Herzchirurgie einen neuen Operationssaal. Zeitgleich wird eine zusätzliche herzchirurgisch-kardiologische Station mit insgesamt 28 Betten in Betrieb gehen. Dadurch könnten künftig bis zu 300 Eingriffe mehr im Jahr durchgeführt und somit die Wartezeiten verkürzt werden, freute sich Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (S) am Freitag.

“Die Qualität der Herzchirurgie in Wien hat Weltruf”, versicherte Wehsely in einer Pressekonferenz. Dadurch sei das AKH nicht nur mit der Versorgung von Patienten aus Wien, sondern auch aus den umliegenden Bundesländern – insbesondere aus Niederösterreich und dem Burgenland – sowie aus dem Ausland beschäftigt. “Bei steigender Nachfrage müssen gleichzeitig die Wartezeiten verkürzt werden”, so die Gesundheitsstadträtin.

Im Jahr 2007 wurden im AKH über 1.200 “große Eingriffe” am Herzen durchgeführt. 1993 waren es noch rund 800. Gleichzeitig werde die Behandlung aufgrund der medizinischen Fortschritte immer aufwendiger, hieß es. Um auch weiterhin “die beste medizinische Versorgung unabhängig von Einkommen und Herkunft der Patienten” garantieren zu können, sei eine Erweiterung der Kapazitäten notwendig geworden, so Wehsely.

Deshalb wird im Mai ein neuer Operationssaal in Betrieb gehen. Die Ausstattungskosten dafür belaufen sich laut Ernst Wolner, Leiter der Klinischen Abteilung für Herzchirurgie am AKH, auf 650.000 Euro. Außerdem wird eine zusätzliche Station mit 28 Betten geschaffen. Eine Personalaufstockung soll die reibungslose Inbetriebnahme garantieren: 22 diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger sowie zwei Kardiotechniker werden aufgenommen. Außerdem habe die Stadt fünf zusätzliche Medizinerposten zugesichert, so Wolner.

“Engpässe in der Herzchirurgie sind ein altes Problem”, klagte der Abteilungsleiter. Die durchschnittliche Wartezeit für Herzpatienten am AKH betrage derzeit vier bis sechs Wochen. Akutfälle wie Aneurysmen (Gefäßeinrisse, Anm.) würden jedoch sofort behandelt, betonte Wolner. Allerdings würden viele Ärzte über die regulären Dienstzeiten hinaus tätig sein, “wobei die arbeitsrechtlichen Bestimmungen selbstverständlich eingehalten werden”. Die Erweiterung werde Abhilfe schaffen, gab sich der Herzchirurg überzeugt.

“Ich gebe aber zu bedenken, dass wir kein reines Versorgungsspital sind, sondern auch universitäre Aufgaben haben”, sagte Wolner. Laut AKH-Direktor Reinhard Krepler wird sich der Kapazitätenausbau auch positiv auf die wissenschaftlichen Erfolge des Hauses niederschlagen: “Wir wissen aus Erfahrung, dass mit dem quantitativen Anstieg klinischer Leistungen auch die Forschungsleistungen zunehmen. Patientenbetreuung, Lehre und Forschung stärken einander gegenseitig”, so Krepler.

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