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Herbstrock und Vera als große Abräumer beim Amadeus

©Vienna Online
Die Gewinner der zehnten Amadeus Austrian Music Awards stehen fest: In den Hauptkategorien bester Song und bestes Album nahmen Herbstrock und Vera die begehrten Trophäen mit nach Hause.
Amadeus Music Awards 2009
Video: Yellow Carpet
Die Gewinner, die Aftershowparty

Mit der gesamten Bandbreite des heimischen Musikschaffens hat am Donnerstagabend die Gala zu den “Amadeus Music Awards” im Wiener Museumsquartier aufgewartet. Rekord-Siegerin Christina Stürmer war zwar nicht nominiert und nahm daher auch keinen “Amadeus” mit nach Hause. Aber Stürmer eröffnete die Show in der Halle E des MQ, wo sich u.a. Herbstrock, Vera und Soap&Skin Preise und die Organisatoren des Michael Jackson-Tributes so manchen Spott abholten.

“Jermaine Jackson ist in Deutschland, um den Vertrag mit US 5 unter Dach und Fach zu bringen”, spöttelte etwa DJ Eberhard Forcher. Die Strottern (ausgezeichnet in der Kategorie “Jazz”) “haben Zeit am 26.9,”, dem Tag des geplanten Michael Jackson-“Tributes”, falls “Jermaine Jackson das sieht”.

Doch eigentlich stand die bei der zehnten Ausgabe neu ausgerichtete Auszeichnung ganz im Zeichen der österreichischen Musik. Im Nominierten-Bereich der Halle E und zuletzt gemeinsam auf der Bühne war daher die ganze Bandbreite des heimischen Popschaffens zugegen – durchaus auch optisch. Von halbvermummten HipHoppern bis hin zur Kunstfigur Soap&Skin, von harten Rocker-Outfits zur bunten Volksmusik-Traschtenkluft waren alle popkulturellen Dresscodes zu sehen.

Auch im Showprogramm kollidierten österreichische Welten, etwa das knallharte Gegröle von The Sorrow (Amadeus für “Hard&Heavy”) auf die feine Wiener Weltmusik von Fatima Spar and the Freedom Fries und die Studentenradio-Klänge von Kreisky (FM4-Award).

Die von Puls 4 “live-zeitversetzt” übertragene und von Michael Ostrowski moderiere Verleihung folgte dem bekannten Ablauf von Bekanntgabe und Dankesworten. Anja Plaschg alias Soap&Skin (“Amadeus” für Alternative/Rock) stakste in weißen Plateauschuhen auf die Bühne, und die für ihre außergewöhnliche Musik ebenso wie für ihre Sperrigkeit bei Interviews bekannte Steirerin hat sogar einen kurzen Dank gesprochen. Der war jedoch leider nicht hörbar.

Vera (bester Popsong mit “Dear Ladies”) hingegen dankte hörbar Familie und Wegbegleitern. Dass “Die bessere Hälfte” von Herbstrock zum Besten Album gekürt wurde, freute die Band.

Die siegreichen HipHopper Texta bekamen einen “Amadeus” mit Kapuze, obwohl “wir letztes Jahr eigentlich nur einen Song veröffentlicht haben”. Aber immerhin haben sie schon seit Jahren Musik herausgebracht. Die durch ihren Song “Time Stands Still” bekannte Anna F. ist da viel früher dran: Sie wurde zum besten Pop-Act Österreichs gekürt, obwohl sie überhaupt noch kein Album herausgebracht hat. “Es sind schon so viele schöne Dinge passiert heuer”, sagte sie zum Dank, und erwähnte auch Lenny Kravitz, der sie mit auf Tour genommen hatte.

Der ebenfalls mit einem “Amadeus” ausgezeichnete Semino Rossi (Beste Musik-DVD mit “Einmal Ja – Immer Ja”) war nicht da, die Seer (die den Schlager-Preis gewonnen haben) dafür in der größten Anzahl an Dankesrednern. Bunny Lake (“Amadeus” für Electronic/Dance) haben sich selber verboten, stundenlange Dankesreden zu halten. Und der Sieger im Bereich Volkstümliche Musik, Marc Pircher, ätzte “Gott sei Dank gibt es die Volksmusik, weil von der kann man leben”.

Den Abschluss der Gala bestritt eine Würdigung des im Vorjahr verstorbenen Hansi Lang, der postum den Lebenswerk-Preis erhielt. Vickerl Adam (“Hallucination Company”), der mit Lang rund 300 mal aufgetreten ist, sagte: Lang bestand “zu großen Teilen aus Seele und Herz”. Langs Tochter Lisa nahm den Preis entgegen.

Von der Auszeichnung internationaler Acts hat man im zehnten Jahr der Auszeichnung Abstand genommen. Die Sieger der heurigen Shows wurden erstmals in einer Online-Abstimmung durch die Fans bestimmt.

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