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Herbstlohnrunde wird laut ÖGB-Chef Katzian Corona-Bonus umfassen

ÖGB-Chef Katzian erwartet heuer eine schwierige Herbstlohnrunde.
ÖGB-Chef Katzian erwartet heuer eine schwierige Herbstlohnrunde. ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Wegen der Corona-Pandemie geht ÖGB-Chef Wolfgang Katzian davon aus, dass ein Corona-Bonus bei der bevorstehenden Herbstlohnrunde in einigen Branchen Thema sein wird.
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Zur bevorstehenden Herbstlohnrunde hält sich ÖGB-Chef Wolfgang Katzian bedeckt. Er wolle den einzelnen Fachgewerkschaften keine Vorgaben machen, das hätte er selber als früherer Chef einer Teilgewerkschaft auch nicht so gewollt. "Lohnrunden sind immer schwierig. Es hat einen Grund, warum Lohnrunden innerhalb von Branchen stattfinden," sagte er im APA-Interview.

Arbeitszeitverkürzung und Corona-Bonus Themen bei Verhandlungen

Traditionellerweise werde sowohl die wirtschaftliche Entwicklung des letzten Jahres berücksichtigt, als auch ein Auge in die Zukunft geworfen. "Es ist vollkommen klar, dass eine Lohnrunde in einer Coronapandemie eine andere ist, wie wenn nichts wäre. Daher wird es von den Rahmenbedingungen schwierig", so der oberste Gewerkschafter. Bei den vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Kurzarbeit gebe es Nachholbedarf beim Geld. "Ich gehe davon aus, dass ein Corona-Bonus da und dort ein Thema sein wird. Ich kann aber nicht sagen, in welcher Branche."

Auch die Rufe nach Arbeitszeitverkürzung könnten bei den KV-Verhandlungen zum Thema werden. "Arbeitszeitpolitik ist immer Teil von Lohnpolitik. Auch die großen Arbeitszeitverkürzungen der Geschichte hatten einen Vorlauf in den Kollektivverträgen", erläutert er. "Arbeitszeitverkürzung ist grundsätzlich immer ein Thema." Ob das allerdings im Herbst thematisiert werde, werde von Branche zu Branche unterschiedlich sein.

Katzian: "Homeoffice muss Vereinbarungssache sein"

Beim Thema Home-Office sieht Katzian die Arbeitszeit als größtes Problem: Es gehe um die Einhaltung der geregelten Arbeitszeiten, die Frage wann und wie wird gearbeitet, und es finde am Heim-Arbeitsplatz eine Entgrenzung von Arbeit statt. Das Arbeitszeitgesetz und die Pausenregelungen gelten auch bei der Arbeit zu Hause, betont er. "Es gibt bestimmte Eckpunkte, die sind nicht verrückbar: Homeoffice muss eine Vereinbarungssache bleiben. Es darf nicht einseitig angeordnet werden. Die Normalarbeitszeit gilt weiter auch im Homeoffice. Eine Einschränkung der Ruhezeiten kann ich mir nicht vorstellen", erteilt er dem Vorstoß von Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) für eine Aufweichung der nächtlichen Ruhezeit von elf Stunden eine Absage.

Die Sozialpartner wurden von der Bundesregierung ersucht, zum Homeoffice Vorschläge und Erfahrungen zusammenzutragen. Katzian verweist auf die bereits dazu abgeschlossenen Betriebsvereinbarungen. "Das ist ein gutes Gestaltungselement. In den Betrieben wird das evaluiert." Die Frage, wer etwa die Stromkosten für den Computer im Homeoffice zahlen müsse oder anteilig fürse oder anteilig für die Heizung, ist für den ÖGB-Chef bereits beantwortet: "Wenn es bei den Arbeitsmitteln so ist, dass der Arbeitgeber für die Kosten aufkommen muss, dann wird es wohl bei den Dingen, die notwendig sind, um die Arbeitsmittel zu betreiben, auch so eine Kostenbeteiligung geben müssen." Der Unfallversicherungsschutz sei jetzt bis Jahresende geregelt, auch hier müsse man eine längerfristige Normierung machen, wenn Homeoffice in Zukunft eine stärkere Rolle spielen solle.

Kurz wünscht sich Sozialpartner-Position zum Homeoffice

Sorgen macht dem Spitzengewerkschafter die Frage der Gleichberechtigung, wenn von zu Hause aus gearbeitet und dazu noch die Kinder betreut werden müssen: "Homeoffice inklusive Home-Schooling hat uns in der Frage von Gleichberechtigung und Chancengleichheit für Frauen ziemlich zurückgehaut. Da waren wir schon mal weiter." Da müsse man gesellschaftspolitisch sehr aufpassen, "dass mit dem positiv besetzen Begriff Homeoffice nicht Dinge gesellschaftspolitisch nach hinten losgehen, die wir nicht so haben wollen."

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wolle bis Jahresende eine Sozialpartner-Position zum Homeoffice. "Das ist prinzipiell möglich und wir werden in den nächsten Wochen mit den Gesprächen beginnen", kündigt Katzian an. Zum Teil gehe es um sehr komplexe Rechtsfragen. Das Thema Homoffice wird in der Arbeitswelt mindestens so lange ein wichtiges Thema sein, bis es eine Corona-Impfung gibt. Eine Impfpflicht werde es in Österreich nicht geben, auch nicht in Unternehmen, doch Katzian kündigt an, er werde sich impfen lassen, wenn ein gut getesteter Impfstoff komme.

(APA/Red)

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