Held und Mörder

Für die einen ist der Revolutionär Ernesto Che Guevara ein eiskalter Mörder, für die anderen ein Symbol für soziale Gerechtigkeit. Eine Popikone ist er in jedem Fall.

Es gibt kaum einen Jugendlichen, der nicht irgendwann ein Bild von Che in sein Zimmer hängt.

Das hat auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bemerkt und ist als „StraCHE“, auf Stimmenfang gegangen. Genau die FPÖ übt nun aber heftige Kritik am neuen Che-Guevara-Denkmal im Donaupark, das kürzlich enthüllt wurde. Die siebzig Zentimeter hohe Bronzebüste soll an den vor 41 Jahren erschossenen Freiheitskämpfer erinnern. Anlass ist der achtzigste Geburtstag Guevaras.

„Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“ steht auf der Tafel vor dem Denkmal. Und Bürgermeister Michael Häupl findet bei der Enthüllung feierliche Worte: „Es ist ein Vermächtnis an Che, dass auch Wien dafür sorgen will, dass Armut getilgt wird.“

Ganz anderer Meinung ist die FPÖ. Zwanzig Aktivisten üben am Rande der Veranstaltung stummen Protest. Sie halten Schilder mit den Namen von 135 Opfern Guevaras. „Es verwundert einigermaßen, dass unser Bürgermeister einen Gewalttäter ehren will, der unzählige Menschenleben auf dem Gewissen hat“, ärgert sich FPÖ-Gemeinderat Toni Mahdalik.

Wien ist damit die erste Stadt in Europa, die Che auf einem öffentlichen Platz ein Denkmal setzt. Und bei den Worten des SPÖ- Pensionistenchefs Karl Blecha können Kritiker und Befürworter zustimmen: „Che war einer der außergewöhnlichsten Menschen der letzten 100 Jahre.“

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