Heiße Spur nach Brandanschlag in Kaserne

Viel deutet auf einen Einzeltäter hin
Viel deutet auf einen Einzeltäter hin ©APA
Über den Stand der Ermittlungen zu einem Brandanschlag in der Kaserne Hörsching in Oberösterreich, bei dem insgesamt sieben Bundesheer-Kfz in Flammen aufgegangen sind, hat sich die zuständige Staatsanwaltschaft Wels am Mittwoch verschlossen gegeben.
Sieben Wagen in Flammen

Demnach besitze die Staatsanwaltschaft Wels ein Überwachungsvideo, das einen Verdächtigen zeige. Die Zeitung zitiert einen Ermittler, wonach eine Offiziersverschwörung nun vom Tisch sei und ein Einzeltäter gejagt werde. Pressesprecher Manfred Holzinger bestätigte lediglich, dass man im Besitz eines Überwachungsvideos sei. Auf die Frage, ob darauf in schlechter Qualität vor und nach dem Brandanschlag eine Person in Zivilkleidung zu sehen sei, antwortete er, der Inhalt der Aufnahmen werde nicht bekanntgegeben. “Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) ermittelt weiter”, sagte er. Geprüft würden Zusammenhänge mit früheren Bränden, bei denen Heeresfahrzeuge beschädigt wurden. Über konkrete Tatverdächtigen gebe es keine Auskünfte.

Identifizierung nur eine Frage der Zeit

Auf dem Video sei vor und nach dem Brandanschlag nur ein Verdächtiger in Zivilkleidung zu sehen. Obwohl die Aufnahmen von sehr schlechter Qualität seien, werde die Identifizierung der Person wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, heißt es in dem Bericht. Heeresintern werde jedenfalls das Kaderpersonal genau unter die Lupe genommen. Womöglich sei der Brandstifter kein “normaler” Verwaltungsangestellter wie etwa ein Mechaniker oder Koch, sondern tatsächlich ein Offizier. Die Ermittler gingen trotz eines entdeckten Loches im Kasernenzaun – das zur Ablenkung dienen könnte – davon aus, dass der Feuerteufel aus den eigenen Reihen und nicht von außen kommt.

“Völlig aus der Luft gegriffen”

Die Präsidenten der Österreichischen und der Oberösterreichischen Offiziersgesellschaft Eduard Paulus und Josef Hartl verwehrten sich gegenüber den Oberösterreichischen Nachrichten (Mittwoch-Ausgabe) gegen die Möglichkeit einer Offiziersverschwörung, die mit Brandanschlägen gegen die Heeresreform protestieren wolle. Das sei “Verleumdung” und “völlig aus der Luft gegriffen”. Es handle sich vielmehr um “das Werk eines Wahnsinnigen”, ein krimineller Akt, der umgehend geklärt werden muss”. Der Täter gehöre schnellstens vor ein Gericht gestellt. Auch der Fraktionsvorsitzende der AUF-AFH im Zentralausschuss des Verteidigungsministeriums Manfred Haidinger verwehrte sich in einer Presseaussendung des Freiheitlichen Parlamentsklubs gegen eine “pauschale Vorverurteilung einer ganzen Berufsgruppe”.

(APA)

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