Heinz Fischer reist nach Japan

Zum Anlass des 140-jährigen Jubiläums der österreichisch-japanischen Beziehungen, besucht Bundespräsident Heinz Fischer das "Land der aufgehenden Sonne".
Diplomatie seit 1859
Wirtschaftsdelegation

Bundespräsident Heinz Fischer reist am kommenden Dienstag in Begleitung seiner Frau Margit Fischer zu einem mehrtägigen offiziellen Arbeitsbesuch nach Japan. Vier Minister und eine umfangreiche Wirtschaftsdelegation werden sich gemeinsam mit Fischer im “Land der aufgehenden Sonne” aufhalten. Der bis Samstag dauernde Besuch steht im Zeichen von 140 Jahren österreichisch-japanischen Beziehungen. Zu den Höhepunkten zählen Treffen mit Kaiser Akihito und dem neuen Ministerpräsidenten Yukio Hatoyama.

Begleitet wird der Bundespräsident von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S), Infrastrukturministerin Doris Bures (S), Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V) und Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) sowie Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (V). Auf dem Programm stehen Besuche in Tokio, Osaka und Kyoto. Fischer wird unter anderem ein Wirtschaftsforum sowie eine Sonderausstellung des KHM über “Schätze der Habsburger” eröffnen und eine Fahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug “Shinkansen Nozomi 9” unternehmen.

Das Besuchsprogramm beginnt am Mittwoch. Zum Auftakt ist in Tokio die Eröffnung eines Österreichischen Wissenschaftstages durch Minister Hahn in Anwesenheit des Bundespräsidenten geplant. Anschließend wird Fischer den Schrein Meiji Jingu besuchen, der den Seelen des Kaisers Mutsuhito (1852 bis 1912) und seiner Frau gewidmet ist. Unter diesem als Meiji-Tenno bezeichneten Kaiser erlebte Japan den entscheidenden Modernisierungsschub, der es zur Großmacht aufsteigen ließ. Weiters wird Fischer gemeinsam mit Mitterlehner, Bures und Leitl ein österreichisch-japanisches Wirtschaftsforums eröffnen und vom neuen Premier Hatoyama empfangen werden.

Am Donnerstag werden Fischer und seine Frau im National Art-Center von Prinz Akishino und Prinzessin Kiko – die im Mai Österreich besucht hatten – begrüßt. Dort wird ihnen die Ausstellung des Kunsthistorischen Museums “Schätze der Habsburger” von der neuen Generaldirektorin Sabine Haag erläutert. Anschließend wird das Ehepaar Fischer von Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko im Kaiserpalast empfangen. Weitere Programmpunkte sind ein Besuch im Parlament und die Besichtigung eines “Wien-Museums” im Kaufhaus Takashimaya. Im Akasaka-Gästehaus der Regierung werden die Wiener Philharmoniker ein Konzert geben.

Am Freitag reist der Bundespräsident mit dem “Shinkansen Nozomi 9”-Hochgeschwindigkeitszug nach Osaka. Dort wird in Anwesenheit des Bundespräsidenten ein Kooperationsabkommen zwischen Schloss Osaka und Schloss Eggenberg unterzeichnet. Danach geht es weiter nach Kyoto zum Sitz des japanischen Unternehmens Kyocera, wo Fischer und seiner Delegation das Solarenergiegeschäft erläutert werden soll. Auch die Teilnahme an einer Teezeremonie sowie Gespräche mit dem Gouverneur der Provinz Kansai und dem Bürgermeister von Kyoto sind vorgesehen. Kyoto war von 794 bis 1868 Sitz des kaiserlichen Hofes. Hier wurde 1997 bei einer internationalen Konferenz auch das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz beschlossen.

Am Samstag tritt Fischer die Rückreise an. Der Japan-Besuch des Bundespräsidenten bildet den Höhepunkt und den Abschluss der Feiern und Veranstaltungen im Rahmen des “Österreich-Japan-Jahres 2009” anlässlich des 140-jährigen Bestehens diplomatischer Beziehungen seit dem Jahr 1869. Außenminister Michael Spindelegger (V) war zum Auftakt der Feierlichkeiten im Jänner nach Tokio gereist. Der verstorbene Bundespräsident Thomas Klestil hatte 1999, anlässlich des 130-jährigen Bestehens diplomatischer Beziehungen, in Japan einen Staatsbesuch absolviert. Drei Jahre danach, 2002, stattete das japanische Kaiserpaar Akihito und Michiko Österreich eine Staatsvisite ab.

Zu den möglichen politischen Gesprächsthemen während des Japan-Besuchs Fischers zählen unter anderem die neue Lage in Japan nach dem historischen Wahlsieg der nunmehrigen Regierungspartei DPJ Ende August, die die jahrzehntelange Herrschaft der Liberaldemokraten vorerst beendet hat, sowie die Situation in Ostasien vor dem Hintergrund des Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm. Bei den Wirtschaftsthemen werden sicherlich die globale Finanzkrise und die derzeitigen Probleme Japans zur Sprache kommen. Auch Fragen zu Umwelt und alternativen Energien dürften erörtert werden.

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