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Heinz Fischer bleibt Bundespräsident

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Die Bundespräsidentenwahl hat einen deutlichen Sieg von Amtsinhaber Heinz Fischer gebracht, der laut Hochrechnungen gut 78 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen konnte.

FPÖ-Kandidatin Barbara Rosenkranz dürfte bei etwa 16 Prozent zu liegen kommen, der Bewerber der Christenpartei Rudolf Gehring hat rund sechs Prozent erreicht. Die Wahlbeteiligung brach auf 48 Prozent ein, könnte durch die Wahlkarten aber noch über 50 Prozent klettern.

Im Wahlkampfteam des Bundespräsidenten herrschte ungeachtet des geringen Interesses an dem Urnengang ungetrübte Heiterkeit. “Es ist ein Tag der Freude für den Bundespräsidenten und für Österreich”, sagte Wahlkampfleiter Stefan Bachleitner. Fischer selbst hatte ja eine deutliche Mehrheit der abgegebenen Stimmen als Ziel ausgegeben und damit als einziger Bewerber dieses auch erreicht.

Die SPÖ, deren Vize-Chef Heinz Fischer über ein Vierteljahrhundert war, freute sich mit dem Präsidenten mit und hofft auch ein wenig Aufwind für die eigene Partei. Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter verwies auf die von Fischer vertretenen “Werte”, die “von der Sozialdemokratie auch und verstärkt vertreten werden”.

Mitnaschen wollten auch die Grünen, die eine Wahl des Amtsinhabers empfohlen hatten. Bundessprecherin Eva Glawischnig feierte ein “gutes Ergebnis” für Österreich, Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner bezeichnete die Wahlempfehlung als “eindeutig richtig”.

Bei den Freiheitlichen herrschte nicht gerade Jubel, Trubel, Heiterkeit. Trotzdem wollte Parteichef Heinz-Christian Strache nicht von der falschen Kandidatin sprechen, auch wenn diese sogar das eigene Wahlziel von 17 Prozent, das das beste Abschneiden eines freiheitlichen Kandidaten bedeutet hätte, verfehlen dürfte.

Rosenkranz selbst ist nicht glücklich, das Ergebnis sei aber “durchaus respektabel”. Bitter für Rosenkranz ist, dass sie in Vorarlberg sogar nur auf Platz drei landete. Dementsprechend wollte der geschäftsführende Obmann der christlichen Partei Österreichs (CPÖ), Thomas Weiskopf, am heutigen Tag einen “Erfolg” seines Parteifreunds Gehrings erkennen, auch wenn der selbst bei der Stimmabgabe noch eine Stichwahl als Ziel ausgegeben hatte.

Distanziert zum Wahlergebnis gab sich das BZÖ. Obmann Josef Bucher ätzte angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung: “Heinz Fischer wird der erste Minderheitspräsident der Zweiten Republik werden.” Für das orange Bündnis wäre es nun denkbar, das Amt von Präsident und Kanzler künftig zusammenzuführen.

Die anderen Parteien gaben der ÖVP schuld am Desinteresse an der Wahl. “Kleingeist” und “fehlende staatspolitische Verantwortung” habe die Volkspartei an den Tag gelegt, ärgerte sich Kräuter. Glawischnig schimpfte, die ÖVP habe zum einen keinen Kandidaten aufgestellt und dann auch noch die Österreicher durch Aussagen zum Weißwählen verunsichert.

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