Heimniederlage von Rapid gegen Angstgegner Salzburg

Rapid im Aufwärtstrend, die Salzburger Bullen seit zehn Runden auswärts sieglos - die Vorzeichen sprachen theoretisch für Grün-Weiß. Jedoch kam alles anders...

Dank einer kompakten Leistung und der Kaltschnäuzigkeit in den entscheidenden Momenten setzte sich der Meister im Hanappi-Stadion gegen Rapid durch Tore von Leitgeb (6.), Steinhöfer (38.) und Zickler (58.) bei einem Gegentreffer von Tokic (29.) verdient mit 3:1 durch.

Red Bull Salzburg feierte damit den ersten Auswärtssieg seit dem 17. Mai (2:0 gegen Wacker Innsbruck). Die Hütteldorfer wiederum konnten ihre Salzburg-Phobie nicht ablegen. Von den vergangenen zehn Spielen gegen die Mozartstädter wurde lediglich ein Match – bei zwei Remis und sieben Niederlagen – gewonnen. Zudem verpassten die Rapidler den Sprung zur – zumindest vorübergehenden – Tabellenführung und sackten sogar auf Rang vier ab.

Am Anfang stand am Samstag ein frühes Tor von Christoph Leitgeb in der 6. Minute. Nach einem Pass von Miyamoto ließ Zickler den Ball durchlaufen und brachte damit den Teamspieler im Rapid-Strafraum in Idealposition, der aus kurzer Distanz das 1:0 erzielte. In Folge machte Salzburg die Räume eng und kam durch Miyamoto (17.) und Zickler (26./Kopfball nach Steinhöfer-Flanke) noch zu guten Chancen. Dann drehte Rapid etwas auf, vorerst aber ohne Erfolg: Dober prüfte Ochs mit einem Weitschuss (13.), kurz darauf scheiterte auch Bazina am Salzburger Schlussmann.

In der 29. Minute kam aber doch der Ausgleich: Nach einem Hofmann-Corner von links verlängerte Boskovic eher nolens volens als tatsächlich strategisch geplant per Kopf zu Tokic, der den Ball mit einem Volley-Kracher im Salzburger Gehäuse unterbrachte. Ein Treffer, der die Hütteldorfer zu neuem Schwung animierte, mehr als eine Bazina-Schwalbe im Salzburg-Strafraum mit einer folgerichtigen Gelben Karte schaute aber nicht heraus.

Im Gegenteil: In der 38. Minute brachten Rapid-Torhüter Payer und seine Vorderleute den Ball nach einem Corner nicht wirklich aus der großräumigeren Gefahrenzone und Steinhöfer riskierte aus rund 30 Metern einen Gewaltschuss. Weil Teamkeeper Helge Peyer etwas indisponiert auf Tauchstation ging, landete der Ball im rechten Eck des Rapid-Tores – 2:1. Ironie des Schicksals aus grün-weißer Sicht:
Bereits beim 2:1-Heimsieg der Salzburger im bisher letzten Aufeinandertreffen hatte der Deutsche mit einem Kunstschuss von außerhalb des Strafraums äußerst elegant getroffen.

Nach dem Seitenwechsel waren die Hütteldorfer spielbestimmend, jedoch setzte wieder die Truppe von Giovanni Trapattoni, der an der Seitenlinie ohne Mantel lediglich im Anzug der Kälte trotzte, die definitiven Akzente. In der 58. Minute hebelte Ilic mit einem schlauen Pass auf Zickler die gesamte Rapid-Abwehr aus und der Deutsche traf mit seinem schwächeren linken Fuß ins lange Eck zu seinem zehnten Saisontreffer, dem zweiten in der Fremde. Rapid wirkte fortan bemüht, kam durch Hofmann (67.), Boskovic (73.) und vor allem durch den eingewechselten Hoffer (83.) noch zu ansehnlichen Chancen.

Dem Spiel eine Wende zu geben, dazu reichte es aber nicht. Mehr als eine hitzige Szene vor Schlusspfiff, als sich die Akteure ein wenig in die Haare gerieten, bekamen die 14.900 Zuschauer – unter ihnen auch der ehemalige italienische Fußball-Starschiedsrichter Pierluigi Collina, der in Wien die Werbetrommel für die EURO 2008 rührte – nicht mehr zu sehen.

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