Head nach Streit um Kapital gebeutelt

Wien/Kennelbach - Die in Wien notierte Aktie des in den Niederlanden ansässigen Ski- und Sportartikelkonzerns Head legt an der Börse dramatische Kurven hin. Am Mittwoch war die Aktie um 50 Prozent abgestürzt. Als der Head-Vorstand am Donnerstag kurz vor Zeichnungsschluss eine als "Eigentümerputsch" beschriebene umstrittene Kapitalerhöhung abblies, ging es wieder scharf nach oben: Donnerstagmittag notierte die Aktie in Wien mit 36 Cent, das war ein Plus von 71,4 Prozent zum Vortag.
Head sagt umstrittene Kapitalerhöhung ab
Kapitalerhöhung bei Head: Prüfung gefordert
Head zieht Zorn seiner Aktionäre auf sich

Zur Zeit sind 88,2 Millionen Aktien von Head im Umlauf. Zum heutigen Kurs ist das Unternehmen an der Börse mit knapp 32 Millionen Euro bewertet (Marktkapitalisierung).

Head-Mehrheitseigentümer Johan Eliasch hat vorige Woche eine Kapitalerhöhung angekündigt, mit der sich Kleinanleger billig aus dem Unternehmen gedrängt fühlten. Dazu kam es aber jetzt nicht. Ein offenkundiger “Gegenputsch” von Anlegern hat den Plan vereitelt.

Im Gefolge der (geplatzten) Emission von nicht weniger als 199,9 Millionen Stück junger nicht notierter Vorzugsaktien zum Ausgabepreis von 5 Cent und einem späteren Umtausch in Stämme im Verhältnis 1:5 wäre ein Vielfaches der heutigen Aktienzahl im Umlauf gewesen. Der Angebotspreis für die strittige Emission bewegte sich hingegen auf einem Bruchteil des Börsekurses vom vorigen Freitag. Am vorigen Freitag hat Head die Zeichnungsfrist bekannt gegeben, sie hätte bis morgen laufen sollen.

Noch bevor es zusätzlich zum Krach um das Konstrukt auch zu einem gröberen Bewertungsstreit mit den Anlegern kam, brach das Unternehmen die Kapitalerhöhung am Donnerstag ab.

Der innere Wert des Head-Konzerns soll sich nach jüngsten Bewertungen auf bis zu 300 Mio. Euro belaufen, hieß es gegenüber der APA. Das Unternehmen sitzt nach seiner wirtschaftlichen Erholung in letzter Zeit angeblich auf ausreichend viel Geld, dass sogar eine Anleihe vorzeitig zurück gezahlt werden soll.

Von Head lag zu Mittag bis auf eine dürre Pflichtmitteilung von Donnerstagfrüh keine weitere Erklärung zum Rückzug des Aktien-Emissionsangebots vor.

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