Haut - Kleidung - Behausung als Symbole entschwundener Identitäten in den Objekten und Installationen der Künstlerin Sibylle von Halem

©Sibylle von Halem no hiding place 2010 Stahl, Netze, Reißverschluss GB-Armee Tarnnetz 2x1x0,8 m

zwischen welten Sibylle von Halem – installation & objekt
www.sibyllevonhalem.eu

Kunstraum Ewigkeitsgasse
Verein welt&co Thelemangasse 6 1170 Wien
Eröffnung der Ausstellung am Samstag, 5. März 2011 ab 18 Uhr
geöffnet vom 7. März – 3. April 2011 Mo – Fr 14 – 18 Uhr

In ihrer ersten Wiener Einzel-Ausstellung “zwischen welten”, die ab 5. März im Kunstraum Ewigkeitsgasse in Wien-Hernals eröffnet wird, legt die in Kärnten lebende Künstlerin Sibylle von Halem den Schwerpunkt auf die entschwundene Identität – mit Objekten, die nicht mehr an einen Ort oder eine Behausung gebunden, frei im Raum schweben, ins Irgendwo oder ins Nirgendwo unterwegs sind.

In meinen neuen Werken lösen sich nicht nur die Behausungen in einen Hauch von Immaterialität auf, sondern auch der Mensch und seine Kleidung, sie scheinen in einer Situation “zwischen Welten” gefangen zu sein, könnten sich in Luft auflösen.” (Sibylle von Halem)

Die Künstlerin arbeitet neben dem Stein im Bereich Objekte mit vielfältigen Materialien wie Papier, Latex, Stoffen, Wachs, Porzellan, Holz usw. Seit mehr als als 15 Jahren bestehen viele ihrer Arbeiten aus zusammengesetzten Fragmenten, die immer die Frage offen lassen, ob die gerade sichtbare Anordnung nicht auch eine andere sein könnte.
Damit nimmt Sibylle von Halem auch unmittelbar Bezug zur Person des 1939 nach New York vertriebenen Schriftstellers Frederic Morton, in dessen Wiener Heimatgasse sich der Ausstellungsort “Kunstraum Ewigkeitsgasse” befindet und zu ihrer eigenen Biographie. Der Begriff Heimat ist für sie, die viele Ortswechsel erlebt hatte, ein wandelbarer und ständig neu zu definieren:

“Im Laufe vieler Ortswechsel habe ich mich mit ständig wandelbaren Wirklichkeiten abgefunden und angefreundet, und wünsche mir eine Unterkunft, die auf Reisen mitgenommen werden kann. Immer wieder an einem anderen Ort, sind auch die festen Bestandteile des Lebens immer wieder neu anzuordnen.” (Sibylle von Halem)

Sibylle von Halem wurde 1963 in Deutschland geboren. Nach einer Kindheit in USA und Pakistan wuchs sie hauptsächlich in Schottland auf. Die Künstlerin studierte Bildhauerei in Glasgow, Schottland sowie in Birmingham, England. Sibylle von Halem arbeitet seit 2003 in Österreich und ist im
Verein [kunstwerk] krastal, sowie im Kunstverein Kärnten tätig. Ihre Ausstellung im Bildhauerhaus Krastal 2009 bot erstmals in Österreich einen umfassenden Einblick in ihre Objektarbeiten und installativen Werke.

Der Titel der dort gezeigten Serie “temporary lodgings” beschreibt sowohl einen Zustand – den des Vorübergehend-untergebracht-Seins – als auch das Objekt, in dem gewohnt wird. Die Objekte sind aus Puzzlestücken gebaut, die als offene Bauelemente eine Erweiterung in alle Richtungen zulässt.
2010 stellte sie in Gmünd unter dem Titel “wo anders” auch räumliche Textilarbeiten aus, in denen gedankliche und sichtbare Verknüpfungen zwischen den Themen “Haut – Kleidung – Behausung” hergestellt werden:
“Die Haut, die sichtbare Oberfläche, ist gleichzeitig Grenze und Verbindung von Innen und Außen (dem Selbst und dem Anderen), ist durchlässig und verletzlich, weist Spuren von Erlebtem auf und ist eng mit dem Bewusstsein der eigenen Identität verbunden. Sie weist auf das darunter liegende, das verborgene, erspürte aber nicht sichtbare hin. Das, was “unter die Haut geht”. Man kann sich in der eigenen Haut wohlfühlen, oder auch nicht: ein Entrinnen ist nicht möglich. Die zweite Haut des Menschen ist seine Kleidung, die die darunter liegende Form nachahmt und schützt. Ein leeres Kleidungsstück ist eine Hülle, eine sichtbar gewordene Abwesenheit, die wie eine abgestreifte Schlangenhaut, dennoch den Menschen beschreibt, zu dem sie gehört. Die Räume, die wir bewohnen sind eine weitere Schutzschicht – in außergewöhnlichen Lebenssituationen sind es jedoch oft Räume, die den dringend benötigten Schutz unmöglich machen, der Mensch ist exponiert und verletzbar – vor allem, wenn er keine zuverlässige und ständige Behausung hat.” (Sibylle von Halem)

Zum Kunstraum “Ewigkeitsgasse” und den “Zeitprägungen”
Die Idee, Literatur, bildende Kunst, Musik mit “Gegenwart und Erinnerung” in einer einzigartigen Symbiose zu verbinden, wird seit 2009 in der Thelemangasse 6 vom Verein welt&co erfolgreich umgesetzt. Nebenan auf Nr. 4 war die Fabrik der Familie von Frederic Morton angesiedelt, in der Orden und Medaillen geprägt und Stanzteile produziert wurden, bis sie 2008 geschlossen wurde. Geboren als Fritz Mandelbaum hat er in der Thelemangasse und am angrenzenden Yppenplatz seine Kindheit und Jugend verbracht, bis er 1939 von den Nationalsozialisten vertrieben wurde und seither in New York lebt. Für ihn ist die Thelemangasse der “Nabel der Welt” geblieben. Immer wieder kehrt Frederic Morton in diese kaum hundert Meter lange Gasse zurück, die seine Jugend mitgeprägt hat, in seine “Heimat”. Der nächste Wien-Aufenthalt Mortons ist für März 2011 geplant.

PRESSEKONTAKT:
Alfred Woschitz, Verein welt&co: 0664/88656434 awoschitz@gmx.at
www.galeriestudio38.at/Ewigkeitsgasse

AUSGESENDET VON:
Ursula Pfeiffer verein::kunst.projekte:: der [galerie]studio38 zvr 123612155
0680/128 2380 office@galeriestudio38.at www.galeriestudio38.at

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