Hausbegehung bei Priklopil

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Strasshof, Heinestraße, Freitag früh: Ein gutes Dutzend Fotografen, Kamerateams und Journalisten „belagern“ die Absperrung vor dem Haus.

Hier hat Wolfgang Priklopil Natascha Kampusch achteinhalb Jahre festgehalten. Für 10:00 Uhr wird das Eintreffen der Sonderkommission erwartet, die eine Hausbegehung angesetzt hat.

Ein Hubschrauber kreist über der Siedlung – er ist zur Überwachung des Luftraumes eingesetzt. An den Straßenecken sind Polizisten bzw. Streifenwagen postiert. Während das Medieninteresse an diesem unglaublichen Fall ungebrochen ist, lassen sich Anrainer heute – zehn Tage nach der Flucht des Mädchens – nicht blicken.

Man könnte es ihnen auch nicht verdenken, dass der Rummel, verbunden mit zahlreichen geparkten Pkw und Übertragungswagen, langsam zur Belastung für die hier Wohnenden würde.

Es gehe darum, sich ein Bild zu machen, sagte Generalmajor Gerhard Lang vom Bundeskriminalamt (BK) zu Beginn.

An der Begehung nahm auch ein Rechtsvertreter von Natascha Kampusch teil – aber weder sie selbst noch andere Zeugen. Auf dem Gelände wird weiter alles genau geprüft. Auf die Frage von Journalisten, ob noch ein zweites Mädchen im Haus vermutet werde, hieß es, es sei nichts auszuschließen.

Zu Medienberichten über ein Buch, das Priklopil als „Anregung“ gedient haben könnte, meinte Lang, man habe einen Hinweis auf dieses Buch bekommen. Im Haus seien weder das betreffende Buch noch der Film („Der Sammler“, Anm.) auf dem Cover von DVD’s und Videos gefunden worden. Dennoch müssen sich die Ermittler jede Sequenz ansehen.

Natascha Kampusch zeige sich sehr kooperativ, betonte Lang das gute Gesprächsklima. Mit Rücksicht auf ihren Zustand würden die Befragungen immer nur kurz dauern.

„Sie erzählt, was sie für wichtig hält“, sagte Lang zum Charakter der Gespräche. Daneben tauchen immer wieder durch Ermittlungen und Zeugenaussagen neue Fragen auf, welche die Ermittler an das Entführungsopfer richten.

Einzeltäter-Frage

Eines der zentralen Themen dabei: War Wolfgang Priklopil ein Einzeltäter oder hatte er einen Komplizen? Neue Erkenntnisse gibt es Lang zufolge dazu nicht. Das bedeutet, die Ermittler haben derzeit keine Hinweise auf einen zweiten Entführer.

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