Haus des Meeres in Wien: Gläserner Dachaufbau wird nun realisiert

Alles neu im Haus des Meeres in Wien: Es wird aufgestockt und erhält ein Steinkorallenaquarium
Alles neu im Haus des Meeres in Wien: Es wird aufgestockt und erhält ein Steinkorallenaquarium ©APA
Pläne, das Haus des Meeres in Wien-Mariahilf aufzustocken, gibt es schon seit Jahren - nun wird das Vorhaben realisiert. Zudem wird der zehnte Stock des Aqua Terra Zoos nutzbar gemacht und erhält ein 150.000-Liter-Aquarium. Auch ein neues Steinkorallenaquarium erwartet die Besucher.
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Das Ringen um den Dachausbau des Flakturms im Wiener Esterhazypark hat ein Ende. Bereits seit mehreren Jahren gibt es Aufstockungspläne, die im Laufe der Zeit mehrmals geändert wurden und denen letztendlich die Behörde Absagen erteilte. Nun ist fix: “Wir dürfen nicht raufbauen, daher bauen wir hinein”, erklärte Franz Six, geschäftsführender Präsident des Aqua Terra Zoos, am Donnerstag.

Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden der neue Plan präsentiert, der u.a. dennoch einen gläsernen Dachaufbau und ein 150.000 Liter-Aquarium im zehnten Stock vorsieht. Das Vorhaben ist baubewilligt.

Geschichte des Haus des Meeres

Seit 1958 hat das “Haus des Meeres” seinen Sitz im Flakturm. Nach einem positiven Anrainervotum im Jahr 2009 feilten die Verantwortlichen an der Erweiterung des Kriegsrelikts – allerdings mit zahlreichen Schwierigkeiten. So mussten sich die Planer von der Idee verabschieden, den obersten Dachausbau in Form eines Mantarochens zu gestalten. Auch ein Plan für ein Restaurant fiel den Änderungen zum Opfer. Der zuletzt getätigte Vorschlag sah unter anderem eine 4,8 Meter hohe Aufstockung für ein Großraumaquarium plus einen drei Meter hohen Windschutz vor.

“Das ist komplett vom Tisch”, so Six. Die geplante Konstruktion auf dem Dach wäre höher ausgefallen als die im Flächenwidmungsplan vorgesehenen 48 Meter. Die Behörden erteilten keine Genehmigung. Der nunmehrige Plan lautet: Es wird vor allem in den Turm “hinein” gebaut.

Zehnter Stock wird nun genutzt

Der bisher ungenutzte zehnte Stock wird nutzbar gemacht. Dafür wird die Raumhöhe von 1,90 auf mehr als vier Meter angehoben und zudem die zu steile Treppe vom neunten in den zehnten Stock umgebaut. Auf dieser Ebene wird ein 150.000-Liter-Aquarium wie auch ein 165 Quadratmeter großer Veranstaltungsraum Platz finden. Das Museum “Erinnern im Innern”, das sich bereits auf der Etage befindet, bleibt erhalten. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll es allen Besuchern zugänglich sein, nicht nur – wie bisher – geführten Gruppen.

In den Radarschacht, der bis jetzt ungenutzt war, werden ein Lift und Treppen eingebaut, die bis ins Dachgeschoß führen. Auf dem Dach entsteht ein Zubau aus Glas, der als Mehrzweckraum dienen soll. Der Glasbau ist circa drei Meter zurück versetzt, sodass man ihn von unten nicht sehen kann.

Bis Mitte 2013 wird Dauaufbau realisiert

Mit dem neuen Konzept kann auch die Behörde leben und hat sie bewilligt: Der Turm wird nach Anheben der Decke knapp 48 Meter hoch sein. Der Glasaufbau ist noch einmal drei Meter hoch. Da er zurückversetzt ist, gilt er als Dachgiebel. Mit den Bauarbeiten wurde bereits begonnen, ein Kran auf dem Dach des Flakturms ist weithin sichtbares Zeichen dafür. Die Fertigstellung soll Mitte 2013 erfolgen. Für das Vorhaben sind vier Mio. Euro budgetiert.

Bis auf weiteres nicht realisiert werden die Pläne für Panoramalifte an der Außenseite des Flakturmes. In diesem Bereich befindet sich nämlich die künstlerische Bemalung von Lawrence Weiner, die an die Kriegsvergangenheit des Baus erinnert und nicht verändert bzw. nicht beeinträchtigt werden darf. Die Aufzüge hätten ebenso wie eine geplante Verlängerung der Außentreppe die Sicht darauf eingeschränkt, hieß es. Doch ganz hat Six die Hoffnung auf eine Realisierung noch nicht aufgegeben: “Um Lifte kämpfen wir noch.”

Auch Steinkorallenaquarium gibt es jetzt

Noch immer verhandelt wird über die künftigen Besitzverhältnisse des Turmes. Das Gebäude gehört momentan der Stadt. Das “Haus des Meeres” will es übernehmen. Eine Einigung scheitert weiter an der Vertragsformulierung zum “Schutz des Denkmals”, also des Weiner-Kunstwerks. Mit den Bezirksparteien, die auch Einwände gegen den Verkauf hatte, wurde inzwischen eine Einigung gefunden, berichtete Six.

Beim Pressetermin am Donnerstag wurden nicht nur die neuen Baupläne des Aqua Terra Zoos präsentiert, sondern auch ein neues 20.000 Liter umfassendes Steinkorallenaquarium. Diese befindet sich im dritten Stock. Die Steinkorallen stammen nicht aus dem Meer, vielmehr handelt es sich um Zuchtkorallen. Die Kosten für die neue Attraktion im Haus des Meeres beliefen sich auf 180.000 Euro.

(apa/red)

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