Hauptbahnhof Wien - Bürgerinitiativen formieren sich

Im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den Wiener Hauptbahnhof haben nun drei Bürgerinitiativen ihre Unterschriftenlisten abgegeben, um Parteienstellung zu erlangen. Bilder des geplanten Hauptbahnhofs   

Eine davon, die “Bürgerinitiative Bahnhof Wien”, präsentierte am Freitag ihre Forderungen. Gewünscht wird besserer Lärmschutz, Kritik gibt es an Grundstücksspekulationen und der Baustellenabwicklung.

Jeweils 459 Unterschriften habe man beim Verkehrsministerium und der Wiener Umweltabteilung (MA 22) eingebracht, berichtete Wolfgang Mor von der Bürgerinitiative. 220 wären notwendig gewesen. Um Parteienstellung bemüht habe sich auch eine Gruppe aus dem Arsenal sowie eine von der ÖVP gegründete Initiative. Die UVP für den Bahnhof ist dreigeteilt. Vorerst geht es um die Bahninfrastruktur. Für den Städte- und Straßenbau gibt es eigene Verfahren, allerdings ohne Parteienstellung für die Bürgerinitiativen.

“Niemand, der ein bisschen mitdenkt, will den Bahnhof per se bekämpfen”, sagte Mor. Die Initiative stößt sich aber unter anderem daran, dass die geplanten Lärmschutzmaßnahmen “minimalistisch sind, um es höflich auszudrücken”. Auch dass das alte Bahnhofsgebäude der Süd- und Ostbahn schon 2009 abgerissen wird, um Büroimmobilien Platz zu machen, der neue Bahnhof aber erst Jahre später fertig wird, ärgert die Anrainer.

Weitere Kritikpunkte sind der Verkehrszuwachs sowie das geplante ÖBB-Hochhaus beim Südtiroler Platz. “Das Weltkulturerbe durch kurzfristige Spekulation in Gefahr zu bringen, ist für uns absolut nicht denkbar”, so Mor in Bezug auf das nahe gelegene Schloss Belvedere.

Nach Angaben der Initiative gibt es noch gar keinen gültigen Bebauungsplan (sondern nur eine Flächenwidmung) für den Bereich des Hochhauses, und damit auch keine Erlaubnis für die Bauhöhe von 100 Metern. Im Büro von Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) wurde auf APA-Anfrage das vorläufige Fehlen des Bebauungsplans bestätigt. Dass dort maximal 100 Meter hoch gebaut werden dürfe, stehe aber im Masterplan für den Bahnhof, und daran werde sich auch nichts mehr ändern.

Wie dieser Bereich künftig aussehen wird, ist nach dem Abbruch des geladenen Wettbewerbs für die “BahnhofCity” der ÖBB weiter unklar. Das Bundesvergabeamt hat das Verfahren Anfang März gekippt, und die Bahn hat weiterhin noch nicht entschieden, ob sie dagegen beim Verwaltungsgerichtshof vorgehen will.

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