Haupt gegen Personaldebatte

FP-Obmann Herbert Haupt ist nach der Niederlage seiner Partei bei der Europawahl gegen eine Personaldebatte. „Europawahlen sind Europawahlen und die innenpolitischen Chancen für uns sind weiterhin gut", meinte Haupt.

„Ich bin dafür, dass heute keine Personaldebatte geführt wird”, meinte Haupt.

Dass mit Hans Kronberger der falsche Spitzenkandidat nominiert worden sei, glaubt Haupt nicht: Kronberger habe im Europa-Parlament in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet und sei bei den Wahlen deutlich unter seinem Wert geschlagen worden. Auch FP-Klubchef Herbert Scheibner ist gegen eine Personaldebatte. Vielmehr müsse man nun überlegen „wie wir unsere EU-Linie schärfen, so dass EU-kritische Wähler wieder zur FPÖ zurückkommen”.

Das Ergebnis der EU-Wahl ist für Scheibner auch deshalb eine Niederlage „weil wir die FPÖ als einzige EU-kritische Partei gesehen haben”. Den Freiheitlichen Stimmen gekostet haben nach Scheibners Einschätzung sowohl die niedrige Wahlbeteiligung als auch Hans-Peter Martin, der im EU-kritischen Potenzial gefischt habe.

Spitzenkandidat Kronberger sprach angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung von einem „schmerzhaften Ergebnis für die Freiheitliche Partei, für mich und für die EU”. Im Wahlkampf ist seiner Meinung nach „nicht viel schief gelaufen”. Er selbst habe nämlich „gekämpft wie ein Löwe” und auch eine „gute Presse” gehabt. „Aber es ist uns nicht gelungen die EU-kritischen Stimmen zu bekommen”, bedauerte Kronberger.

Eine weitere Erklärung hatte Kronberger für das schlechte Abschneiden seiner Partei anzubieten: „Vielleicht haben wir zu sehr an Sachthemen gearbeitet, aber ich bin eben ein Sacharbeiter.” Ob er sein Mandat trotz des deutlich verfehlten Wahlziels von 10 Prozent annehmen werde? Kronberger: „Die Frage stellt sich zur Zeit überhaupt nicht. Es ist noch ein Vorzugsstimmenwahlkampf abzuwarten” und er hoffe darauf, das Vorzugsstimmenmatch gegen Andreas Mölzer zu gewinnen, betonte Kronberger.

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