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Hart erkämpfter Heimsieg Rapids gegen Mattersburg

Rapid ist im Heimspiel gegen den krisengeschüttelten SV Mattersburg zu einem verdienten, jedoch auch harterkämpften 1:0-Sieg gekommen.

Das Goldtor für die Grün-Weißen, die zuvor in den jüngsten vier Meisterschaftpartien nur vier Zähler geholt hatten, im ersten von sieben Pflichtspielen innerhalb von 22 Tagen erzielte Stefan Maierhofer per Kopf (59.).

Trotz des Erfolgs verlor Rapid in der Tabelle einen Platz und ist nun Vierter, da Sturm Graz mit einem 6:0-Heimerfolg über das inferiore Schlusslicht Altach sein Torverhältnis verbesserte und damit die punktegleichen Hütteldorfer überholte. Die Mattersburger, die in den bisher letzten sieben Meisterschaftspartien lediglich ein einziges Pünktchen geholt haben, liegen als Tabellenachter weiter einen Zähler vor Kapfenberg und vier vor Altach. Die Burgenländer warten seit 20. April dieses Jahres (5:0 in Innsbruck) auf einen Auswärtserfolg.

In Anlehnung an die Rieder Erfolgstaktik versuchten es die Burgenländer, bei denen Torhüter Bliem den wegen eines grippalen Infekts fehlenden Stammgoalie Borenitsch ersetzte und damit zu seinem Bundesliga-Debüt kam, mit einer extrem defensiven Taktik im “St. Hanappi”. Mit Erfolg, denn in Hälfte eins taten sich die ideenlosen Hütteldorfer gegen die “Zerstörer” aus Mattersburg überaus schwer und fanden kein Rezept gegen die spielerisch limitierte Lederer-Elf, die auch mit vielen Fouls agierte, um den Rhythmus der Hausherren zu stören.

Die einzig nennenswerte Großchance vor der Pause resultierte aus einem Katzer-Kopfball nach einer Hofmann-Vorlage, doch Bliem verhinderte mit Hilfe der Stange die Rapid-Führung, den Nachschuss jagte Maierhofer in die Wolken (42.). Bei einem Hofmann-Freistoß war Bliem erneut auf dem Posten (44.).

In Hälfte zwei sahen die 17.500 Zuschauer im ausverkauften Hanappi-Stadion, darunter auch die ÖFB-Teamchef Karel Brückner, dessen Co-Trainer Andreas Herzog und Jan Kocian sowie Team-Tormann-Trainer Klaus Lindenberger, zunächst die beste Möglichkeit der Burgenländer. Atan setzte sich auf der rechten Seite durch und bediente den am Fünfer lauernden Mörz, der jedoch Hedl anschoss (48.).

Rapid machte es in Minute 59 besser: Die erste Ballberührung des erst knapp 120 Sekunden zuvor eingewechselten 18-jährigen Christopher Drazan war eine Idealflanke auf den Kopf von Maierhofer, der in dieser Situation auch Glück hatte, weil der Ball zunächst an die Latte, anschließend auf die Rückseite von Schlussmann Bliem und dann hinter die Linie ging.

Die größte Ausgleichschance der Mattersburger vergab der eingewechselte Salamon nach einer Mörz-Flanke (74./daneben). Auf der Gegenseite sorgte erneut Drazan mit einem Strafraum-Pass für Gefahr, aber Hoffers anschließenden Schuss entschärfte Bliem mit einer Faustabwehr (79.).

Durch den 1:0-Erfolg setzten die Rapidler ihre imposante Heimserie fort: Seit dem 1:3 gegen Salzburg am 1. Dezember 2007 haben sie in 14 Liga-Heimspielen bei zwei Remis und einem Torverhältnis von 32:8 zwölf Mal gewonnen. Und gegen Mattersburg haben sie nur ein einziges Mal in Wien-Hütteldorf – 1:2 am 20. August 2005 – verloren.


Peter Pacult (Rapid-Trainer): “Die Mannschaft hat heute einen sehr großen Aufwand betreiben müssen, um diese verdienten drei Punkte einzufahren. Wir haben sicher nicht die großen Chancen gehabt, aber schlussendlich hat diese eine Chance gereicht. Dementsprechend können wir heute zufrieden sein.”

Stefan Maierhofer (Rapid-Torschütze), der wegen Spuckattacke von Naumoski überaus aufgebracht war: “Naumoski kann mich oder meine Familie beschimpfen, das geht bei einem Ohr rein und beim anderen raus, aber anspucken darf er mich nicht.”

Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): “Ich werde nichts schönreden. Wir haben heute hier drei Debütanten auf dem Feld gehabt. Wir sind kadermäßig am unteren Limit. Im Vergleich zu Sturm Graz (5:6-Heimniederlage nach 0:5-Pausenstand) war die Leistung aber so, dass sich die Spieler in den Spiegel schauen können.”

Michael Mörz (Mattersburg-Kapitän): “Ich habe die große Chance auf dem Fuß gehabt, aber leider daneben ‘gehaut’. Wir haben heute gekämpft und gebissen, wie man es im Hanappi machen muss, und hätten uns eigentlich einen Punkt verdient. Wenn wir so weitermachen, dann bin ich mir sicher, dass wir auch wieder Punkte einfahren.”

Stefan Bliem (Mattersburg-Tormann, der sein Bundesliga-Debüt gab): “Vielleicht hätte ich den Ball beim Tor haben können, aber es war schwer aus dieser kurzen Distanz.”


SK Rapid Wien – SV Mattersburg 1:0 (0:0)
Hanappi-Stadion, 17.500 Zuschauer (ausverkauft), SR Konrad Plautz.

Tor: 1:0 (59.) Maierhofer

Rapid: Hedl – Dober, Tokic, Patocka, Katzer (57. Drazan) – Hofmann (87. Kulovits), Heikkinen, Boskovic, Kavlak – Maierhofer, Hoffer
Mattersburg: Bliem – Pauschenwein (85. Rath), Malic, Sedloski, Pöllhuber, Lindström (87. Spuller) – Atan, Csizmadia, Seidl (68. Salamon), Mörz – Naumoski

Gelbe Karten: Boskovic, Hofmann bzw. Naumoski, Mörz, Pöllhuber
Die Besten: Hofmann, Heikkinen, Drazan bzw. Bliem

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