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Harriet - Der Weg in die Freiheit: Kritik und Trailer zum Film

Harriet Tubman ist in den USA bekannt: Sie war eine Sklavin, floh in ein freies Leben - und wurde dann zu einer wichtigen Helferin, die Hunderte Sklaven in die Freiheit schleuste. Der frühere US-Präsident Barack Obama hatte geplant, dass ein Bild von Tubman auf den 20-Dollar-Geldscheinen zu sehen sein sollte. Die Pläne liegen derzeit zwar auf Eis, doch der Film "Harriet - Der Weg in die Freiheit" erzählt nun die Geschichte der schwarzen Frau, an der sich der Streit entzündet.

Mit dem rund zweistündigen Historienfilm "Harriet" inszeniert Kasi Lemmons das Leben der berühmten amerikanischen Sklavenbefreierin Harriet Tubman - und könnte damit der Film zur Stunde sein. Das Werk verzichtet trotz des dramatischen Sujets jedoch auf aktuelle Bezüge zugunsten ruhiger religiöser Entschlossenheit. Ab Donnerstag im Kino.

Harriet - Der Weg in die Freiheit: Kurzinhalt zum Film

Harriet (gespielt von Cynthia Erivo, die auch den Titelsong "Stand Up" singt und für Golden Globe und den Oscar nominiert war) arbeitet Mitte des 19. Jahrhunderts als Sklavin auf einer Plantage in Maryland. Sie flieht nach Pennsylvania und erlangt dort die Freiheit. Mit göttlichen Visionen und unerschütterlichem Gottvertrauen führt sie jahrelang viele weitere Afroamerikaner aus den Südstaaten in den Norden, bis die Sklaverei nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg abgeschafft wird.

Unmissverständlich, wenngleich auch etwas plump, inszeniert Lemmons den Kampf gegen die Sklaverei als Willen Gottes und Harriets Handlungen als von Gott geleitet. Der Film bemüht sich in Anlehnung an Harriets Entschlossenheit und ihr unerschütterliches Gottvertrauen, intensiv und ruhig zu bleiben. Harriets Gewissheit, dass ihr nichts zustoßen wird, überträgt sich aber auch auf das Publikum, sodass der Film das große Spannungspotenzial nicht ausschöpft.

Wie Moses - passenderweise auch Harriets Spitzname als Sklavenbefreierin - ist sie als von Gott geleitet porträtiert und wird mit zahlreichen Parallelen zu Episoden der alttestamentarischen Geschichte als Moses der Afroamerikaner dargestellt, die sie aus der Sklaverei in das Gelobte Land, bzw. die Nordstaaten führt. Die weißen Plantagenbesitzer, deren Reichtum einzig auf der Arbeit der Sklaven aufbaut, übernehmen die Rolle der Ägypter.

Harriet - Kritik zum Film

Weil allzeit vermeintliche göttliche Fügung gezeigt wird, verwischt allerdings der Bezug zur historischen wie zur aktuellen Realität. Zwar gibt es einige Verweise auf US-Präsident Donald Trump, der sich 2019 übrigens gegen die geplante Abbildung von Harriet Tubman auf der 20-Dollar Note aussprach, ein expliziter, sich anbietender Gegenwartsbezug bleibt sonst jedoch außen vor. Stattdessen erinnert der Film nicht zuletzt wegen der vielen Musical- und Musikstars (u.a. Leslie Odom Jr., Janelle Monae und Jennifer Nettles) und des vielen Gesangs an ein Musical, das die gesellschaftsgeschichtliche Brisanz nicht ausschöpft, sondern die historischen Ereignisse ins verklärt Märchenhafte entfremdet.

Harriet Tubman ist in den USA eine bekannte historische Persönlichkeit, deren Leben hochinteressante und spannende Episoden aufweist. Der beinahe in Kitsch mündende überladene Pathos des Films schmälert jedoch die Handlungen der historischen Harriet Tubman und schöpft weder ihre persönliche Entwicklung, noch die Brisanz des Themas aus.

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