Harnik rettete Österreich: 1:1

Österreichs Fußball-Nationalteam hat am Mittwoch eine klare Leistungssteigerung gezeigt. Gegen den Weltranglisten-Neunten Tschechien erreichte die Truppe von Josef Hickersberger ein ehrenhaftes 1:1 (0:1)-Unentschieden.

ÖFB-Held des Abends war Debütant Martin Harnik, der Werder-Bremen-Legionär kam in der 72. Minute ins Spiel und sorgte in der 78. Minute mit einem spektakulären Schuss aus 15 Metern für den Ausgleich.

Zuvor hatte Koller in der 33. Minute für das 1:0 für die Tschechen gesorgt. Österreich ist damit 2007 aber weiter ohne Sieg, bei sechs Spielen gab es für die Truppe von Josef Hickersberger vier Remis und zwei Niederlagen (Torverhältnis 3:5/richtig). Allerdings endete die ÖFB-Torflaute, denn Harnik sorgte für den ersten Treffer nach 383 torlosen Minuten. Das nächste Länderspiel für Österreich steht am 7. September um 20:30 Uhr im neuen Klagenfurter EM-Stadion gegen Japan auf dem Programm. Den letzten Sieg für Österreich gab es im November 2006 beim 4:1 daheim gegen Trinidad & Tobago zu feiern.

Im für 37 Mio. Euro für die EM umgebauten Finalstadion gaben sich zahlreiche VIPs die Ehre, unter ihnen auch die beiden Staatspräsidenten Heinz Fischer und Vaclav Klaus. Die breite Masse scheint jedoch trotz des immer näher rückenden Highlights noch nicht wirklich vom EM-Fieber gepackt zu sein, das 50.000er-Stadion im Wiener Prater war mit 24.500 Fans nur etwa zur Hälfte gefüllt. Mehr als 1.000 Anhänger ärgerten sich vor den Stadiontoren über die verschärften Kontrollen bei der EURO-Probe und kamen zu spät ins Stadioninnere.

Die Anfangsphase gehörte punkto Offensivakzenten Mörz und Baros. Die hängende Spitze der Österreicher dokumentierte den Angriffswillen zunächst mit einem Weitschuss, mit dem Cech aber keine Probleme hatte (1.). In der 14. Minute fand der Mattersburger die Riesenchance vor, doch Mörz schoss nach Standfest-Flanke vom Fünfer über das Tor. Wenig später schoss der Aktivposten am kurzen Eck vorbei (20.). Die Gäste klopften zunächst dreimal durch Baros an Manningers Tor an: mit zwei Schüssen (4./Manninger parierte und 12./daneben) und vor allem mit einem Kopfball an die Latte nach Ujfalusi-Flanke (7.).

Mitte der ersten Hälfte bekam Österreich das Geschehen immer besser in den Griff, Leitgeb mit einem Weitschuss (26.) und Kuljic per Kopf nach Standfest-Flanke (31.) prüften Chelsea-Schlussmann Cech. Mitten in diese Phase platzte das unglückliche 0:1. Prödl schoss Standfest an, der Ball prallte zu Jarolim ab, dieser bediente Koller und der „tschechische Leuchtturm“ (2,02 m groß) verwertete trocken und flach ins rechte Eck (33.).

Für den Monaco-Stürmer war es im 79. Länderspiel für Tschechien das 49. Tor, das bereits vierte gegen Österreich. In den EM-Quali-Spielen 2003 zwischen Österreich und Tschechien (0:4 und 2:3) hatte Koller insgesamt dreimal getroffen. Österreich ließ sich jedoch nicht beirren, nach Mörz-Querpass wurde Kuljic abgeblockt (39.).

Nach dem Wechsel verlor die Partie dramatisch an Würze und Dynamik. Hickersberger war durch den Jochbeinbruch von Ibertsberger, der mit Rozehnal zusammenprallte, zu einem Systemwechsel auf das „alte“ 4-4-2 gezwungen. Standfest, vor der Pause vorne eine Bereicherung, rückte in die Defensive zurück und fehlte sichtlich in der Offensive. Die Österreicher bemühten sich zwar weiter, es lief jedoch nicht mehr viel zusammen.

Auch die Tschechen gerieten durch zahlreiche Rochaden von Teamchef Karel Brückner außer Tritt. Die erste halbwegs gefährliche Situation nach der Pause war ein Baros-Schuss neben das Tor (72.). Wie aus dem Nichts rettete aber ausgerechnet der Debütant den Abend. Nach Wechselpass von Stranzl nahm sich Harnik den Ball mit der Brust herunter und zog aus 15 m ins kurze Eck ab – Cech, einer der besten Goalies der Welt, war geschlagen.

Harnik stellte damit wieder seine Spezialität für Debüts unter Beweis. Denn der Stürmer traf sowohl für den ÖFB (in einem U17-Match) als auch für die Amateure und die Kampfmannschaft von Werder Bremen (beide Male in Testspielen) jeweils gleich in seinem ersten Spiel.

Wenig Freude mit dem Spiel hatte sicherlich Salzburg-Coach Giovanni Trapattoni, denn Salzburg-Legionär Pitak schied bereits nach einer Viertelstunde nach einem unglücklichen Zeitkampf mit Stranzl verletzt aus.

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