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Harald Vilimsky: Der FPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl im Porträt

Harald Vilimsky kandidiert am 26. Mai 2019 als Spitzenkandidat für die FPÖ
Harald Vilimsky kandidiert am 26. Mai 2019 als Spitzenkandidat für die FPÖ ©APA/GEORG HOCHMUTH
Wie ein PR-Berater zum FPÖ-Generalsekretär wurde: Hier der Steckbrief und das Porträt zu Harald Vilimsky, der bei der bevorstehenden Europa-Wahl als Spitzenkandidat für die FPÖ antritt - inklusive aller Infos vom politischen Werdegang über die Lieblingsmusik bis zur bevorzugten Freizeitbeschäftigung.
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Steckbrief zu FPÖ-Spitzenkandidat Harald Vilimsky

Harald Vilimsky (52 Jahre)

Geboren am 22. Juli 1966 in Wien

Wohnort: Wien

Erlernter Beruf: Akademisch geprüfter PR-Berater

Familienstand: Verheiratet, eine Tochter

Lieblingsmusik: von Rock bis Klassik

Lieblingsbuch: Die digitale Welt im Internet

Hobbys: Wandern, Reisen, Motorrad fahren

Politischer Werdegang:

  • 1991 Pressereferent im FPÖ-Parlamentsklub, später im Wiener Landtagsklub
  • 2001 Bezirksrat in Mariahilf
  • 2004 Landesparteisekretär der Wiener FPÖ
  • Seit 2006 Generalsekretär der FPÖ und Nationalratsabgeordneter
  • Seit 2014 EU-Abgeordneter und Delegationsleiter der FPÖ im EP
  • Seit 2015 Vizepräsident der ENF-Fraktion

Vilimsky bleibt Brüssel treu

Harald Vilimsky bleibt Brüssel treu. Bei der EU-Wahl am 26. Mai geht der scharfe Kritiker des “EU-Zentralismus” erneut für die FPÖ als Spitzenkandidat ins Rennen. Der langjährige Generalsekretär sieht sich seit Jahren als Mit-Architekt einer EU-kritischen Allianz im EU-Parlament. Nach dem Urnengang peilt er eine Verbreiterung dieses Bündnisses an und will dieses als zweitstärkste Kraft etablieren.

Vilimsky pflegt in dieser Sache enge Bande zu Frankreichs Rechts-Außen-Politikerin Marine Le Pen. Wie ernst ihm die EU-Agenden mittlerweile sind, zeigt auch sein verbessertes Französisch, für das der gelernte PR-Mann in jüngster Zeit extra Kurse absolviert hat. Von einem Austritt aus der EU will Vilimsky nichts mehr wissen: “Dies ist keine Austrittsallianz”, beteuerte er nach besagtem Treffen mit Le Pen, “dieses Thema ist vom Tisch.” Man gehe vielmehr den “Weg der Reform”.

Basteln an einem EU-kritischen Bündnis

Im Jahr 2014 war Vilimsky als Ersatzmann für den damals rassismus-bedingt ausgefallenen Spitzenkandidaten Andreas Mölzer zur EU-Wahl angetreten und führte die FPÖ zu satten Zugewinnen. Seitdem bastelte er beständig an einem EU-kritischen Bündnis, wobei seine Bemühungen, die freiheitlichen EU-Mandatare in einer EU-Parlaments-Fraktion unterzubringen, nicht sofort von Erfolg gekrönt waren. Erst Mitte 2015 glückte die Gründung der ENF-Fraktion – nachdem eine britische Abgeordnete für das Vorhaben gewonnen werden konnte und damit die Vorgabe erfüllt war, wonach die Mitglieder einer Fraktion aus zumindest sieben EU-Ländern kommen müssen.

Freilich sind in der ENF nicht alle EU-kritischen Parteien vereint, sondern auf drei Europa-Fraktionen verteilt. Vilimsky will das nach dem Urnengang ändern: Eine breite Allianz der rechtsgerichteten Kräfte “unter einem Dach” könnte 120 bis 140 Mandate stark werden, eventuell mehr, so die Hoffnung des Vertrauten von Parteichef Heinz-Christian Strache, mit dem er auch schon medienwirksam den Großglockner bezwungen hat.

Juncker als Lieblingsfeind von Vilimsky

Der freiheitliche Generalsekretär gilt als Verfechter von Law and Order, und auch als Meister der nicht allzu feinen Klinge. Diese führte Vilimsky auch schon des öfteren gegen die aktuelle Führungsspitze der Europäischen Union: Es gelte “diese EU der Merkels, Macrons und Junckers zu beenden”, so sein mantraartig wiederholtes Credo. Vor allem Kommissions-Präsident Jean Claude Juncker hat der Vater einer Tochter gerne im Visier: Dessen bisweilen unorthodoxen Umgangsformen geißelte er als “lächerlich”, auch unterstellte er Juncker zumindest indirekt einen Hang zum Alkohol (“Ob da Alkohol die Ursache war oder nicht, ist für mich zweitrangig, es fügt der EU Schaden zu”).

In die Politik kam Vilimsky Anfang der 1990er-Jahre. Der Wiener absolvierte 1990 den Hochschullehrgang für Öffentlichkeitsarbeit und wurde nach einem Jahr beim Kuratorium für Verkehrssicherheit 1991 Pressereferent im FPÖ-Parlamentsklub. 1996 wechselte er in derselben Funktion ins Wiener Rathaus, wo der Strache-Getreue 2004 bis 2006 auch Landesparteisekretär war. Damals konnte er schon auf einige Jahre kommunalpolitischer Erfahrung – als Bezirksrat in Wien Mariahilf bzw. als dortiger FPÖ-Obmann – zurückblicken. Nach der Abspaltung des BZÖ 2005 blieb er auf Seite Straches und fungiert seit Februar 2006 als Generalsekretär in der FPÖ-Bundespartei. Nach der Nationalratswahl 2006 zog er auch in den Nationalrat ein und blieb dort bis zu seinem Wechsel nach Brüssel im Jahr 2014.

Rarer Nicht-Burschenschafter in der FPÖ

Auch danach blieb Vilimsky – einer der gar nicht so vielen Nicht-Burschenschafter in der blauen Elite – der heimischen Innenpolitik stets treu. Weiterhin als Generalsekretär tätig war und ist er stets bereit, Breitseiten gegen den politischen Gegner zu feuern. Der 52-Jährige hat sich selbst nie als Parteiintellektueller definiert sondern eben eher als Mann fürs Grobe.

Hart austeilen kann Vilimsky jedenfalls, aber auch einstecken: Legendär ist ein vor Kameras ausgetragener Selbstversuch mit einer Taser-Pistole, der den freiheitlichen Recken dann doch zu Boden streckte. Das änderte freilich nichts an seinem Werben für die Einführung der umstrittenen Waffe im Strafvollzug.

Privat mag es der Freiheitliche in der Vergangenheit ab und an auch gerne wild. So hat Vilimsky eine Fallschirmspringer-Grundausbildung absolviert und per Motorrad die Sahara durchquert. Im letzten EU-Wahlkampf präsentierte er sich auch als Bogenschütze. Ansonsten ist Vilimsky Italien-Fan, wandert und geht gerne auf Reisen.

Zur Person: Harald Vilimsky, am 22. Juli 1966 in Wien, geboren, 1990 Hochschullehrgang für Öffentlichkeitsarbeit, ab 1991 Pressereferent im FPÖ-Parlamentsklub, später im Wiener Landtagsklub. Ab 2001 Bezirksrat in Mariahilf, ab 2004 Landesparteisekretär der Wiener FPÖ. Ab 2006 Generalsekretär der FPÖ und Nationalratsabgeordneter. Seit 2014 EU-Abgeordneter. Vilimsky ist verheiratet und Vater einer Tochter.

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(apa/red)

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