Handke-Archiv online: Thementag zum Projektabschluss in Graz

Handke überreicht dem Verlag handschriftliche Manuskripte
Handke überreicht dem Verlag handschriftliche Manuskripte
Alle Welt tippt am Computer, Peter Handke nicht: Seine Manuskripte überreicht er dem Verlag handschriftlich. Einen digitalen Zugang zu den Werkmaterialien des Schriftstellers hat hingegen die Österreichische Nationalbibliothek mit dem Webportal "handkeonline" vorgelegt. Zum Projektabschluss findet im Grazer Literaturhaus am 23. April ein "Thementag Peter Handke" mit hochkarätigen Gästen statt.


“Im Rahmen des ‘Thementages’ wollen wir uns einer Diskussion um die Relevanz der Online-Plattform stellen”, kündigte Projektleiter Klaus Kastberger, Leiter des Literaturhauses Graz sowie Professor am Franz-Nabl-Institut der Universität Graz im Gespräch mit der APA an. Vier ausgewählte Experten sowie Studierende werden schildern, ob und wie nützlich sich das Onlinearchiv bei ihren Handke-Forschungen erwiesen hat. Am Abend werden Burgschauspielerin Dörte Lyssewski, die französische Schauspielerin und Handkes zweite Frau, Sophie Semin, sowie Schriftsteller Josef Winkler aus unveröffentlichten Notizbüchern Peter Handkes aus New York (1978) lesen.

Peter Handke lebt “offline” – ganz anders eine Vielzahl seiner Manuskripte, Notizbücher, Briefe und Fotos. Sie wurden im Laufe von dreieinhalb Jahren im Projekt “Forschungsplattform Peter Handke” am Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek (LIT) verzeichnet, aufeinander bezogen, inhaltlich beschrieben, systematisch ausgewertet und durch zahlreiche Abbildungen anschaulich gemacht. Grundlage des daraus entstandenen virtuellen Archivs “handkeonline” bilde das LIT selbst, das sich seit 2007 im Besitz des nahezu kompletten Vorlassbestandes des Autors ab 1990 befindet und später auch noch eine Leihgabe des Salzburger Handke-Freundes Johann Widrich dazubekam, schilderte Kastberger.

Ergänzt wird das vielfältige Material durch die Verzeichnung der umfangreichen Handke-Bestände am Deutschen Literaturarchiv Marbach und am Literaturarchiv Salzburg, so der Projektleiter. Im Einverständnis mit dem Autor werden auf der Website “handkeonline” zudem einige Gesamtfaksimiles von Werkfassungen und Notizbüchern erstveröffentlicht. Eine integrierte Open-Access-Datenbank macht Ergebnisse der internationalen Handke-Forschung frei zugänglich. Und das alles ist offenbar sowohl für Literaturexperten als auch Nicht-Germanisten höchst interessant: “Die Zugriffsraten steigen von Beginn an und sind nie zurückgegangen”, betonte Kastberger. Aktuell halte man bei rund 8.000 Benutzern monatlich.

Der “Thementag Peter Handke” findet am 23. April ab 13.00 Uhr im Literaturhaus Graz (Elisabethstraße 30) statt. Infos unter http://www.literaturhaus-graz.at und http://handkeonline.onb.ac.at.

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