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Halloween - Kritik und Trailer zum Film

40 Jahre sind vergangen, doch nun ist er zurück: Michael Myers geht wieder um in Haddonfield. Die simpel "Halloween" betitelte Wiederbelebung des Horrorfranchise von John Carpenter knüpft dabei direkt an das Original von 1978 an und punktet mit einer spannungsgeladenen Atmosphäre, äußerst expliziter Gewalt und einer Jamie Lee Curtis, der man den Kampf gegen dieses unbändige Monster immer noch abnimmt.

Er ist zurück: 40 Jahre nachdem Michael Myers im beschaulichen Städtchen Haddonfield erstmals für Angst und Schrecken sorgte, ist der stumme Killer mit der markanten Maske wieder unterwegs. Mit der simpel “Halloween” betitelten Wiederbelebung des Horrorfranchise knüpft Regisseur David Gordon Green an deren intensiven Auftakt an. Das lässt so manch ödes Sequel vergessen. Ab Donnerstag im Kino.

Halloween: Kurzinhalt zum Film

Die Vorzeichen standen ohnehin gut: Nicht nur Jamie Lee Curtis muss sich als Laurie Strode wieder ihrem Peiniger stellen, auch “Halloween”-Erfinder John Carpenter ist als ausführender Produzent und mit seiner prägenden Filmmusik an Bord. Wobei gut gemeinte Rückbesinnungen auf Klassiker naturgemäß so ihre Tücken bereithalten. Auch dieses, direkt an das Ur-“Halloween” anknüpfende Sequel braucht eine gewisse Zeit, um wirklich auf Touren zu kommen. Dann gibt es allerdings kein Halten mehr.

Myers (porträtiert von Nick Castle und James Jude Courtney) sitzt nach den Babysitter-Morden im Jahr 1978 in einer psychiatrischen Anstalt seine Haftstrafe ab. Zwei Reporter wollen für einen Podcast mehr Licht ins Dunkel bringen, gibt es doch nach wie vor Fragen über die Motivation des Killers – er spricht auch jetzt noch kein Wort. Das schachbrettartige Muster des Innenhofs wirkt bei diesem Besuch wie eine Ankündigung auf den präzise durchgeführten Wahnsinn, der in weiterer Folge losbrechen wird.

Denn eines ist nach dem wunderbar retrohaften Kürbis-Intro klar: Viel Freude wird man mit den Halloween-Feierlichkeiten im Jahr 2018 nicht haben. Eine Überführung in ein “Höllenloch”, wie es Myers behandelnder Psychiater (Haluk Bilginer) ausdrückt, bringt die Geschehnisse schließlich ins Rollen und bald ist Michael auf der Flucht. Darauf hat Laurie (Curtis gibt die toughe Kämpferin mit viel Überzeugung) nur gewartet. Ihr ganzes Leben war geprägt von den Morden, die sie nur knapp überlebt hat – sehr zum Leidwesen ihrer Familie. Tochter Karen (Judy Greer) reagiert meist mit Abweisung auf sie, Enkelin Allyson (Andi Matichak) steht zwischen den Fronten.

Doch bald erkennen alle Beteiligten, dass die Vorbereitungen Lauries auf den Tag X keineswegs umsonst waren. Michael zieht eine Spur der Verwüstung durch Haddonfield und macht vor niemandem Halt. Green setzt dabei auf die genau richtige Mischung aus äußerst expliziten Szenen und unterschwelligem Suspense, um die Stimmung aufzubauen. Ohnehin wirkt dieses “Halloween” vielfach wie aus einer anderen Zeit, mit amüsanten Babysitter-Abschnitten und dem obligatorischen Highschool-Ball geradezu klassische Ingredienzien aufweisend.

Halloween: Die Kritik

Zudem punktet Green, der gemeinsam mit Jeff Fradley und Danny McBride auch das Drehbuch verantwortete, mit Selbstironie. Der in “Halloween II” eingeführte Umstand, dass Laurie eigentlich Michaels Schwester ist, wird ganz nebenbei als Erfindung abgetan, und auch sonst gibt es viele Verneigungen vor und Querbezüge zu dem Original. Auf diese Weise kann man jene in unzähligen Fortsetzungen und Reboots – bisher gab es ja bereits zehn “Halloween”-Filme – angestaute Legendenbildung, die sich teils recht fragwürdig präsentierte, ad acta legen. Eine gute Entscheidung.

Denn die ursprüngliche Prämisse von Michael Myers als dem “ultimativen Bösen”, die auch Carpenter mehrfach in Interviews beschwört hat, reicht völlig, um die Spannung aufrecht zu erhalten. In Sachen Tempo kennt Green ohnehin keine Kompromisse, und Michael Simmonds durchdachte Kameraführung in vielen Abschnitten tut ihr übriges zum gelungenen Gesamteindruck. Doch ist diese Nacht der Kürbisse nicht nur über die Maßen blutig, sondern mutiert letztlich zu einem drei Generationen umfassenden Kampf der Strode-Frauen gegen ein scheinbar unaufhaltsames Monster. Ihnen dabei zuzuschauen, ist ein ebenso kurzweiliges wie gruseliges Unterfangen.

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(APA/Red)

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