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"Halbe-Halbe"-Modell der SPÖ soll Frauen Vollzeitarbeit ermöglichen

Rendi-Wagner und Heinisch-Hosek fordern ein Arbeitsmarktpaket für Frauen.
Rendi-Wagner und Heinisch-Hosek fordern ein Arbeitsmarktpaket für Frauen. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Während Frauen oft bei der Arbeitszeit aufstocken wollen, würden Männer diese gerne reduzieren. Die SPÖ will mit einem "Halbe-Halbe"-Modell Familienarbeit gerechter aufteilen.
Das Parteien-Programm zum Frauentag

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek haben am Montag anlässlich des bevorstehenden Weltfrauentages am 8. März ein Arbeitsmarktpaket für Frauen verlangt. Teil davon sollen unter anderem ein neues "Halbe-Halbe"-Modell, Lohntransparenz nach isländischem Vorbild oder ein Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. Lebensjahr sein.

SPÖ will neues "Halbe-Halbe"-Modell für Familien

Ziel des Modells "Halbe-Halbe Neu" sei es, Familienarbeit gerechter aufzuteilen. Während Frauen oftmals nämlich aufstocken wollten, würden Männer gerne Arbeitszeit reduzieren, wie Heinisch-Hosek erklärte. Konkret geplant sei ein Rechtsanspruch auf Arbeitszeitreduzierung für maximal 24 Monate für Kinderbetreuung oder Pflege. Die Differenz zum Vollzeitgehalt soll zu 50 Prozent als Lohnersatz erstattet werden. Für diese Lohnersatzleistung soll es einen Rechtsanspruch geben.

Laut SPÖ-Berechnungen könnte das 95 Mio. Euro pro Jahr kosten, sollten 10.000 diese Maßnahme in Anspruch nehmen. Das Modell würde bei Kinderbetreuung nach dem Kindergeldbezug greifen und sei bei Paaren explizit an die Bedingung geknüpft, dass beide 80-Prozent einer Vollzeitstelle arbeiten.

Island als Vorbild beim Thema Lohntransparenz

In Sachen Lohntransparenz schwebt Rendi-Wagner das isländische Modell vor. Demnach hätten Unternehmen "die Bringschuld" und müssen aktiv nachweisen, dass Frauen und Männer gleich viel Lohn für die gleiche Arbeit erhalten. Bei Zuwiderhandeln drohten Strafen. "Wir müssen jetzt handeln, schließlich wissen wir, dass es in anderen Ländern funktioniert", so die SPÖ-Chefin.

Zudem brauche es einen Rechtsanspruch auf ganztägige Kinderbetreuung ab dem 1. Lebensjahr und das Vorantreiben von Ganztagsschulen. "Und wir wollen auch einen Rechtsanspruch auf den Umstieg von Teilzeit auf Vollzeit", betonte Heinsich-Hosek, also, wenn in einem Unternehmen ein entsprechender Vollzeitarbeitsplatz ausgeschrieben wird, sollen Teilzeit arbeitende Frauen einen Anspruch auf diese Stelle haben.

Österreichweite Dialogtour angekündigt

Die SPÖ-Frauenvorsitzende kündigte ferner eine Dialogtour in ganz Österreich an, die unter dem Slogan "Der Druck in der Arbeitswelt steigt" steht. Bei Straßenaktionen und Veranstaltungen will man wissen, was die frauenpolitischen Herausforderungen sind. Mitte Mai sollen dann die Ergebnisse präsentiert werden.

(APA/Red)

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