Hacken von Russlands Satelliten wäre Kriegsgrund

Dmitri Rogosin ist Chef der russischen Weltraumbehörde Roskosmos.
Dmitri Rogosin ist Chef der russischen Weltraumbehörde Roskosmos. ©APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV (Symbolbild/File Picutre)
"Das Abschalten der Satelliten eines Landes ist eigentlich ein casus belli, ein Kriegsgrund", erklärte der Chef der russischen Weltraumbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin laut der Nachrichtenagentur Interfax.
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Russland will das Hacken seiner Weltraumsatelliten als Kriegsgrund behandeln. Dmitri Rogosin fordert Garantien von dem in Großbritannien ansässigen Technologieunternehmen OneWeb, dass dessen Satelliten nicht gegen Russland eingesetzt werden.

Dementi von Berichten zu russischen Kontrollzentren

Andernfalls werde der für den 4. März geplante Start von 36 OneWeb-Satelliten vom Weltraumbahnhof Baikonur, das Russland von Kasachstan mietet, abgesagt. Eine Entschädigung gebe es dann nicht. Rogosin dementiert zugleich Medienberichte, wonach russische Satelliten-Kontrollzentren während des Kriegs gegen die Ukraine gehackt worden seien.

Furcht vor Anschlägen in Ukraine

Experten fürchten einen Anstieg von Terroranschlägen in der Ukraine - vor allem im Bereich der Cyberkriminalität. Russland seien bereits eine ganze Reihe von Angriffen auf die Computersysteme der Ukraine und anderer Länder zugeschrieben worden, berichtete die Denkfabrik IEP (Institute for Economics and Peace) am Mittwoch bei der Vorstellung ihres Globalen Terrorismus-Index.

"Es ist möglich, dass die Bedrohung durch Cyberterrorismus parallel zur Eskalation des Ukraine-Konflikts weltweit ansteigt." Zu den Zielen könnten etwa das Gesundheitswesen, die Energiewirtschaft, das Verkehrswesen und Finanzdienstleistungen gehören.

Ukraine verzeichnete 2014 über 60 Attacken

Schon in der Krise im Jahr 2014 verzeichnete die Ukraine 69 Terrorattacken - nicht nur Cyberangriffe. Die Zahl der weltweiten Terroranschläge stieg dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf 5.226 - zugleich gab es aber weniger Todesopfer. Demnach sank die Zahl der Menschen, die bei Anschlägen starben, um 1,2 Prozent auf 7142. Seit dem Jahr 2015 sei die Zahl der Todesopfer sogar um ein Drittel zurückgegangen. "Trotz einer Zunahme der Anschläge nehmen die Auswirkungen des Terrorismus weiter ab", heißt es in dem Bericht.

Dabei gibt es zwischen den Kontinenten den Experten zufolge enorme Unterschiede: Die meisten Todesopfer (48 Prozent) gab es in Afrika südlich der Sahara. "Die Sahelzone ist das neue Epizentrum des Terrorismus", schreibt die Denkfabrik. Der Islamische Staat (IS) habe die Taliban als tödlichste Terrorgruppe der Welt im Jahr 2021 abgelöst - etwa mit 15 Todesopfern pro Anschlag allein in Niger.

"Der Bericht verdeutlicht die sich verändernde Dynamik des Terrorismus. Er konzentriert sich immer mehr in Konfliktgebieten und wird durch schwache Regierungen und politische Instabilität untermauert", erläuterte der Chef der Denkfabrik, Steve Killelea.

Studie: Minus bei Terroranschlägen im Westen

Ein ganz anderes Bild zeigt sich im Westen: Hier gingen der Studie zufolge die Terroranschläge innerhalb eines Jahres um 68 Prozent zurück. Die USA verzeichneten demnach sogar den niedrigsten Wert seit 2012. Allerdings: Der Rückgang des Terrorismus im Westen fiel mit der Corona-Pandemie zusammen. Einschränkungen etwa bei Reisen und öffentlichen Versammlungen könnten den Rückgang zum Teil erklären. "Sobald die Notfallmaßnahmen aufgehoben werden und die Gesellschaften beginnen, mit Covid zu leben, besteht die Möglichkeit eines Wiederauflebens terroristischer Aktivitäten", warnt die Denkfabrik.

(APA/Red)

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