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Gutes Zeugnis für Prostatakrebs-Therapie in Österreich

Gutes Zeugnis für Österreich: Sinkende Mortalität bei steigenden Erkrankungszahlen
Gutes Zeugnis für Österreich: Sinkende Mortalität bei steigenden Erkrankungszahlen ©AP
Offenbar führen in Österreich vermehrte Frühdiagnose und verbesserte Therapien zu im internationalen Vergleich immer besseren Behandlungsergebnissen von Patienten mit einem Prostatakarzinom.
Vorarlberger Selbsthilfe Prostatakrebs

In einer epidemiologischen Vergleichsstudie unter 53 Staaten, die jetzt in der Fachzeitschrift “European Urology” erschienen ist, zeigt sich, dass die Alpenrepublik beim Rückgang der Sterblichkeit im Spitzenfeld rangiert – bei steigenden Erkrankungsraten.”Die Erkrankungsrate (Neuerkrankungen pro Jahr – “Inzidenz”, Anm.) sind seit Mitte der 1990er-Jahre in Österreich (Tirol), in Frankreich und in der Schweiz um vier bis fünf Prozent pro Jahr gestiegen (…).

Im Gegensatz dazu reduzierte sich die Mortalitätsrate in allen sechs analysierten westeuropäischen Staaten mit einem Rückgang zwischen 2,3 Prozent pro Jahr in Deutschland und in den Niederlanden sowie um vier Prozent pro Jahr in Österreich”, schreiben Mellisa A. Center (American Cancer Socienty in Atlanta/Georgia) und ihre Co-Autoren.

Bessere Therapie, mehr Frühdiagnosen

In Österreich – hier wurden ausschließlich die Daten des Tiroler Krebsregisters ausgewertet – fallen die beiden Entwicklungen bei der Abnahme der Mortalität bzw. der Zunahme der Erkrankungshäufigkeit stark auseinander: Während beispielsweise in den USA in den Jahren 2000 bis 2009 ein Rückgang der Mortalität um pro Jahr 4,3 Prozent und praktisch kein Zuwachs der Erkrankungen registriert wurde, waren es in Österreich eben minus vier Prozent Reduktion an Sterblichkeit pro Jahr und plus 5,4 Prozent an Erkrankungsfällen. In Dänemark gab es zum Beispiel wiederum keinen Rückgang der Sterblichkeit bei Männern mit Prostatakarzinom, jedoch eine Steigerung der Erkrankungsrate (plus 8,2 Prozent pro Jahr).

Der Grund für die verringerten Sterblichkeitsraten ist für die Epidemiologen klar: Eine Kombination aus verbesserter Therapie und mehr Frühdiagnosen, zu denen auch die PSA-Bluttests gehören. Sehr gute Daten gibt es dazu aus einer riesigen europäischen Untersuchung, bei der 80.000 Männer regelmäßig auf Prostatakarzinomverdacht gescreent und 80.000 nur kontrolliert (ohne Untersuchung) wurden. In der ersten Analyse zeigte sich eine Reduktion der Prostatakarzinom-Sterblichkeit unter den Gescreenten um 20 Prozent. Nach 13 bis 14 Jahren liegt der Vorteil der Männer mit regelmäßigen Screening-Tests schon bei 44 Prozent, was die verringerte Prostatakarzinom-Mortalität angeht.

Weniger Neuerkrankungen

Von positiven Trends in Sachen Prostatakarzinom hat anlässlich des Welt-Krebs-Tages 2012 Anfang Februar auch die Statistik Austria publiziert: Demnach machte Prostatakrebs machte im Jahr 2009 bei den Männern mit knapp 4.900 Fällen (rund 1.200 Todesfälle) absolut ein Viertel aller bösartigen Tumorerkrankungen aus. Altersstandardisiert gingen die Neuerkrankungen in den vergangenen zehn Jahren um 15 Prozent zurück. Rund jeder zehnte Krebstodesfall bei den Männern war auf Prostatakrebs zurückzuführen. Die Rate der Sterblichkeit an Prostatakrebs reduzierte sich sogar um etwa ein Drittel. Diese Angaben beziehen sich aber auf altersstandardisierte Berechnungen und fallen deshalb zahlenmäßig anders aus als jene der neuen Publikation.

(APA)

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