Grundstücksdeal: Wiener Linien noch geduldig

Die Wiener Linien wollen noch das Ergebis der Untersuchung abwarten.
Die Wiener Linien wollen noch das Ergebis der Untersuchung abwarten. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Die Wiener Linien warten das Ergebnis des Verfahrens um die Fläche in Kagran noch ab, schließen aber rechtliche Schritte nicht aus.
Schwere Vorwürfe gegen Nevrivy

Die Wiener Linien schließen nicht aus, rechtliche Schritte zu ergreifen, falls sich der Verdacht erhärten soll, dass sie für ein Grundstück in Kagran zu viel gezahlt haben, weil ein Investor Insiderinformationen nutzen konnte. Das hat der Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe, Günter Steinbauer, am Donnerstag im Gespräch mit Journalisten erläutert. Man warte auf den Fortgang bzw. das Ergebnis des Verfahrens: "Wenn es Anhaltspunkte gibt, werden wir einhaken."

Nevrivy und Gruze weisen Vorwürfe zurück

In der Causa steht der Bezirksvorsteher der Donaustadt, Ernst Nevrivy (SPÖ), im Verdacht, interne Akten an den Chef der 2018 pleitegegangenen Immobiliengesellschaft Wienwert bzw. WW Holding, Stefan Gruze, weitergegeben zu haben, die ein Bauvorhaben der Wiener Linien betrafen. Gruze hat in weiterer Folgen über eine Projektgesellschaft Grundstücke bei der Remise in Kagran angekauft und die Flächen später - zu einem deutlich höheren Preis - an die Verkehrsbetriebe weiterveräußert.

Sowohl Nevrivy als auch Gruze haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Pläne der Wiener Linien seien schon länger bekannt gewesen, versichern sie. Es habe sich, so hat Gruze zuletzt beteuert, um ein marktübliches Geschäft gehandelt. Auch Einladungen zu Fußallspielen oder Spenden seien keinesfalls - wie kolportiert - in diesem Zusammenhang zu sehen.

Preis innerhalb des Rahmens

Laut Steinbauer kommt es immer wieder vor, dass es im Vorfeld "rasche Eigentümerwechsel" bei Flächen gibt, die von den Wiener Linien benötigt würden. Man habe in dem Fall ein Bewertungsgutachten in Auftrag gegeben. Letztendlich habe sich der Preis innerhalb des Rahmens - wenn auch im oberen Bereich - angesiedelt.

Derzeit kursieren Akten, wonach das Grundstück im Oktober 2017 um 1,3 Mio. Euro von der Projektgesellschaft angekauft wurde. Knapp ein Jahr später mussten die Verkehrsbetriebe netto 2,15 Mio. Euro dafür berappen - brutto waren es demnach fast 2,7 Mio. Euro.

(APA/red)

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