Grüne-Spitzenkandidatin Eva Glawischnig im Interview zur Wahl 2013

Eva Glawischnig verriet im Interview, was sie sich von der Wahl erwartet.
Eva Glawischnig verriet im Interview, was sie sich von der Wahl erwartet. ©APA
Vor der Nationalratswahl haben wir die Spitzenkandidaten zum Interview gebeten. Was sich die Spitzenkandidatin der Grünen, Eva Glawischnig, von der Wahl im Herbst erwartet, hat sie im Gespräch mit VIENNA.AT erzählt.

Vienna Online: Wie lautet das Wahlziel ihrer Partei für die Nationalratswahl 2013?

Eva Glawischnig: Wir wollen Nummer 1 werden bei den Jugendlichen. Und die FPÖ überholen. Österreich braucht eine neue Mehrheit, damit ein Neustart in Österreich möglich ist.

Was war Ihr Anreiz Politiker zu werden? Und haben Sie bisher etwas verändern können?

Aus der Umweltbewegung kommend war es natürlich sehr reizvoll für mich, als ich gefragt wurde aktiv in die Politik einzusteigen. Ich wollte schon immer Veränderungen durchsetzten.
25 Jahre Grüne sind eine lange Zeit und nun mit fünf Regierungsbeteiligungen ist klar, dass wir viel verändern können, egal ob beim Umweltschutz, der Energiewende, Leistbarem Wohnen, der Verkehrswende, …

Wie nutzen Sie das Internet und soziale Medien im Wahlkampf?

In der modernen Kommunikation ist das Internet nicht mehr wegzudenken. Viele junge Menschen nutzen es mehr als das Fernsehen. Wir präsentieren unsere Inhalte natürlich auf der Grünen Website www.gruene.at, und laden hier auch ein Fragen zu stellen, die wir möglichst zeitnah beantworten. Darüber hinaus haben einzelne Abgeordnete auch eigene Blogs, die sie eigenverantwortlich nutzen.

Was sind die wichtigsten Eckpunkte in Ihrem Programm?

– Politische Korruption muss der Vergangenheit angehören. Wir kämpfen für Transparenz, Kontrolle und einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeld.
– Wir schützen die Umwelt: Sauberes Wasser, gute Luft und eine intakte Natur sind kein Luxus, sondern unsere Lebensgrundlage.
– Wir alle merken es: Höhere Lebenshaltungskosten, die Explosion von Miet- und Wohnausgaben, und weniger Lohn für mehr Arbeit. Wir kämpfen für ein leistbares Leben.

Welche Ihrer Themen sind besonders auf ältere bzw. jüngere Generationen abgestimmt?

Grüne Forderungen, die jungen Menschen zu Gute kommen sind:
Kinderrechte in der Verfassung verankern, Aufwertung der Bundesjugendvertretung als aktiver Part in der Sozialpartnerschaft, kein Zwangsdienst in Heer oder Zivildienst, sondern freiwillige Zivildienste für alle Jugendlichen ab 18, ein bundesweiter einheitlicher Jugendschutz, ein Jugendticket um 60€/Jahr für ganz Österreich für alle unter 26, sowie faire Praktika durch eine gesetzliche Regelung die Ausbildungsqualität und Mindestentschädigung sowie Sozialversicherung garantiert.

Grüne Forderungen, die älteren Menschen zu Gute kommen sind:
Die Grüne Pensionsreform und die Grundsicherung im Alter, Arbeitszeitverkürzung über das Leben (mehr Auszeiten und attraktivere Teilzeitmodelle, gleitenden Übertritt in die Pension ermöglichen.

Unterscheidet sich der Wahlkampf in Wien von den anderen Bundesländern?

Nein, im Wahlkampf geht es immer darum viele Menschen von den eigenen Inhalten zu überzeugen. Was in Wien vielleicht leichter als in anderen Bundesländern ist, ist dass wir hier durch die Regierungsbeteiligung auch schon auf einige Erfolgsprojekte verweisen können, und damit zeigen können, dass es einen Unterschied macht, ob Grün regiert oder nicht. Zum Beispiel hat Wien als einziges Bundesland eine Mindestsicherung für Kinder, und hier gibt es als erstes auf Betreiben der Grünen die Öffi Jahreskarte um 1 € pro Tag.

Wenn Sie ein Thema umsetzen könnten, dass die Lebensqualität in Wien verbessert, welches wäre das?

In Wien wie bundesweit geht es darum durch Verkehrsberuhigung den Lärm und die Abgase zu reduzieren. Damit werden aus abgasverpesteten Straßen solche in denen man gerne flaniert. Außerdem ist aber auch die soziale Sicherheit ein wichtiger Aspekt der Lebensqualität. d.h. einerseits im öffentlichen Raum angenehme Orte zu schaffen, wo man verweilen möchte, die auch gepflegt werden, andererseits auch in Jugendzentren oder SeniorInnentreffs Menschen zusammenzubringen. Eine ganz wichtige Rolle in der Abfederung von sozialen Spannungen bildet ein barrierefreies Schulsystem, das individuell fördert und frühzeitig Defizite ausgleichen kann.

Welche Koalition wäre für Sie ein „Albtraum”?

Alle Koalitionen in denen entweder FPÖ, BZÖ sowie Team Stronach vertreten sind.

Großes Thema derzeit: Sind Sie für eine Offenlegung der Politikergehälter? Und würden Sie Ihr Gehalt schon vorab verraten?

Die Grünen bemühen sich um die Transparenz aller Einkünfte und des Vermögens von PolitikerInnen sowie wie auch um die Transparenz der Parteikassen.
Die Bezüge der Abgeordneten sind dabei nicht das Problem, weil sie ohnehin jetzt schon transparent im Bezügegesetz geregelt und kein Geheimnis sind.
Aber insbesondere die weiteren Nebeneinkünfte von Abgeordneten sollten vollkommen offen gelegt werden, weil die WählerInnen ein Recht darauf haben, zu wissen, in wessen Sold die MandatarInnen stehen und wessen Interessen sie vertreten.
Daher müssen die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen deutlich verschärft werden.

Wie lautet Ihre Prognose für die Nationalratswahl 2013?

Wir wollen keine Prognose abgeben, das überlassen wir lieber den Meinungsforschungsinstituten. Wahlprognosen sind immer schwerer zu erstellen, das haben auch die Erfahrungen aus den Landtagswahlen in Kärnten und Salzburg gezeigt. Keiner hat geahnt, dass die Grünen in Salzburg auf 20 Prozent kommen würden.

Hier finden Sie mehr Infos und Interviews mit den Spitzenkandidaten und Spitzenkandidatinnen anderer Parteien.

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