Große Maria-Lassnig-Schau in New York

Die erste umfangreiche Bestandsaufnahme von Maria Lassnigs Werk in den USA zeigt das MoMA PS1 ab 9. März. Über 70 ihrer zentralen Arbeiten aus fast sieben Jahrzehnten werden in der von Peter Eleey kuratierten Schau zu sehen sein, darunter 55 Gemälde, 14 Papierarbeiten sowie vier Filme. Die Schau findet in Kooperation mit der Neuen Galerie Graz statt, die 2012 eine Lassnig-Retrospektive zeigte.


Lange habe die heute 94-Jährige sich geweigert, “Bilder” zu malen, stattdessen habe sie unterschiedliche Wege gesucht, ihre Innenwelt darzustellen, so die Ankündigung zur bis zum 25. Mai in Long Island City gezeigten Ausstellung. Lassnig, die für ihre Körperbewusstseinsmalerei bekannt ist und im Vorjahr auf der Biennale in Venedig mit einem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde, hat zwischen 1968 und 1980 in New York gelebt.

Die Ausstellung “Maria Lassnig” zeigt Arbeiten aus allen Schaffensperioden, beginnend mit ihrer frühen Auseinandersetzung mit Abstraktion über die Einflüsse der Pariser Art Informel bis zur Verlagerung ihrer Kunst hin zur Figuration während ihrer New Yorker Zeit. Das MoMA PS1 ist seit dem Jahr 2000 Partner des renommierten Museum of Modern Art (MoMA) und hatte auch zuvor unter dem Namen “P.S.1 Contemporary Art Center” zeitgenössische Kunst gefördert.

Maria Lassnig wurde am 8. September 1919 im kärntnerischen Kappel am Krappfeld geboren. 1941 wurde sie an der Wiener Akademie der bildenden Künste in die Meisterklasse Wilhelm Dachauer aufgenommen, die sie 1943 verlassen musste, weil ihre Bilder als “entartet” bezeichnet wurden. Ihr Studium schloss sie dann bei Ferdinand Andri und Herbert Boeckl ab. Die erste Einzelausstellung folgte 1948 in Klagenfurt. 1951 übersiedelte sie nach Wien. Dort gehörte sie mit Rainer, Mikl, Hollegha und Prachensky zum Kreis um Monsignore Otto Mauer, den kunstinteressierten Geistlichen und Gründer der Galerie nächst St. Stephan.

Bei mehreren Paris-Aufenthalten lernte sie u.a. den Surrealisten Andre Breton kennen, ließ sich von der “ecriture automatique” und dem Tachismus beeinflussen. 1968 übersiedelte sie nach New York, wo sie sich nicht nur mit Malerei, sondern auch erstmals mit Zeichentrickfilmen beschäftigte. 1980 kehrte sie nach Wien zurück, wo sie als erste Malerin im deutschsprachigen Raum eine Akademieprofessur – an der Hochschule für angewandte Kunst – übernahm. Im selben Jahr vertrat sie – zusammen mit VALIE EXPORT – ihre Heimat bei der Biennale in Venedig. 1982 und 1997 folgten Einladungen zur documenta nach Kassel. Mit ihrem autobiografischen Animationsfilm “Kantate” nahm sie 1993 bei den Berliner Filmfestspielen für Österreich teil. Als erste bildende Künstlerin erhielt Lassnig 1988 den Großen Österreichischen Staatspreis.

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