Großbrand auf WU-Baustelle - Prozess gegen zwei Bauarbeiter beendet

Im Frühjahr 2012 kam es zu einem Brand auf einer WU-Baustelle. Nun mussten zwei Bauarbeiter vor Gericht.
Im Frühjahr 2012 kam es zu einem Brand auf einer WU-Baustelle. Nun mussten zwei Bauarbeiter vor Gericht. ©APA
Am Dienstag fand das Strafverfahren gegen zwei Bauarbeiter im Bezirksgericht Wien-Leopoldstadt statt. Sie hatten sich im Zusammenhang mit dem spektakulären Großbrand auf der Baustelle der Wiener Wirtschaftsuniversität (WU) vom Frühling 2012 wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst zu verantworten.
Baustellen-Brand 2012
Flämmarbeiten als Auslöser?

Am 10. Mai 2012 kam es auf einer WU-Baustelle zu einem Großbrand. Die Feuerwehr benötigte 70 Mann, um den Brand nach einer Stunde zu löschen. Der Sachschaden ging in die Millionen. Bei Flämmarbeiten im Dachbereich der Großbaustelle in der Südportalstraße fing ein Styropor-Stapel Feuer. Dem ungarischen Bauarbeiter, der mit der Flämmpistole hantiert hatte, wurde nun von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, dem in seiner Nähe befindlichen Dämmmaterial zu nahe gekommen zu sein, das sich darauf entzündete.

Prozess gegen Bauarbeiter wegen WU-Brand

Neben dem 50-jährigen Ungarn stand auch der Vorarbeiter und Polier vor Gericht. Er war für die Überwachung der Baustelle und die Einhaltung der Brandschutzbestimmungen verantwortlich, und wie der Brandsachverständige Andreas Kocum in seinem Gutachten ausführte, wurde gegen diese mehrfach verstoßen.

Beim Flämmen wäre ein Mindestabstand von zwei Meter zu den Styropor-Platten einzuhalten gewesen. Außerdem wäre jedenfalls ein zweiter Arbeiter beizuziehen gewesen. Weiters hätten neben dem Feuerlöscher auch ein Wasserkübel oder ein Wasserschlauch bereit stehen müssen.

Diversion für beschuldigte Bauarbeiter

Auf Basis der Ausführungen des Sachverständigen war die Richterin am Ende des Beweisverfahrens überzeugt, dass beiden Angeklagten ein Verstoß gegen ihre Sorgfaltspflicht nachzuweisen war. Dennoch entgingen sie aufgrund ihrer bisherigen Unbescholtenheit sowie des Umstands, dass ein Fahrlässigkeits- und kein Vorsatzdelikt gegeben war, einem Schuldspruch und damit einem Eintrag im Strafregister. Für die beiden Männer wurde weiters eine Geldstrafe von 600 bzw. 50 Euro festgelegt.

 (APA/Red)

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