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"Groß-Serbien ist nicht mehr realistisch"

Der ehemalige langjährige Spitzenpolitiker der ultranationalistischen Serbischen Radikalen Partei (SRS), Aleksandar Vucic, hat sich von den Groß-Serbien-Ideen distanziert.

“Dies ist nicht unsere Politik”, sagte der Vizevorsitzende der kürzlich gebildeten Serbischen Volkspartei (SNS), welche laut einigen Meinungsumfragen bereits einen beträchtlichen Teil der früheren SRS-Anhänger gewonnen hat.

Die von Seselj seit den frühen 90-er Jahren befürwortete Grenze Groß-Serbiens, die bei den Städten Karlobag, Karlovac, Ogulin und Virovitica tief auf dem Gebiet Kroatiens liegen würde, sei “unseriös und nicht real”, meinte Vucic. “Wir sind der Ansicht, dass es gilt unser Volk westlich der Drina und der Donau zu schützen, engste Kontakte mit der Republika Srpska aufzubauen und unseren Mitbürgern, die von ihren Heimen in der Krajina und anderswo in Kroatien vertrieben wurden, Hilfe zu leisten”, unterstrich der ehemalige Informationsminister der Ära von Slobodan Milosevic (1998-2000). Auch eine eventuelle Vereinigung Serbiens mit der bosnisch-serbischen Republik hält Vucic angesichts des “Kräfteverhältnisses in der Welt” für nicht real.

Die SNS, die sich Zusammenarbeit “mit Ost und West” zum Ziel gesetzt hat, ist unter der Leitung des einstigen amtierenden SRS-Chefs Tomislav Nikolic bemüht, zur stärksten Partei Serbiens rechts vom Zentrum zu werden. Im Parlament ist die Partei mit 20 Sitzen vertreten.

Nikolic sprach sich in den vergangenen Wochen wiederholt für eine Zusammenarbeit mit der Demokratischen Partei Serbiens des früheren nationalkonservativen Premiers Vojislav Kostunica aus. Dieser reagierte bisher nicht auf die Angebote. Vor der Parlamentswahl im Mai hatte Kostunica eine Koalitionsregierung mit Seselj vereinbart. Der SRS-Chef befindet sich seit Februar 2003 im Gefängnis des UNO-Kriegsverbrechertribunals, wo er sich wegen Kriegsverbrechen in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und der nordserbischen Provinz Vojvodina zu verteidigen hat.

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