Groß-Übung: 120 "Verletzte" nach U-Bahn-Explosion

Fans fahren während der EM mit der U-Bahn zum Stadion in Wien, in einem Zug explodieren Feuerwerkskörper und 120 Passagiere werden verletzt: Stadtreporter Video 

Mit diesem Schreckensszenario übte das Wiener Sanitätsteam gemeinsam mit allen Blaulichtorganisationen am Freitag einen EURO-Groß-Einsatz bei der noch in Bau befindlichen U2-Station “Stadion”. “Wir machen nicht viel Theater obwohl viel Theaterblut verwendet wird”, scherzte Sanitätsteam-Sprecher Andreas Zenker über die größte Übung “vor der EM und der vergangenen Jahrzehnte”.

“Heute wird realistisch geübt, was bei der EURO hoffentlich nie passieren wird”, erklärte er im Vorfeld. Insgesamt waren 250 Darsteller beteiligt, 200 von ihnen mimten Passagiere, 120 wurden “verletzt”. Die geschminkten Blessuren mussten von den 500 Einsatzkräften im für die EURO errichteten Notspital im Stadionbad sowie im SMZ Ost versorgt werden.

Durch die Explosion der Feuerwerkskörper entstand laut Übungsplan im Zug Massenpanik, erklärte Zenker. Dem Sicherheitskonzept der Wiener Linien zufolge fuhr die Garnitur bis zur Station “Stadion” weiter, dort wurden die Passagiere evakuiert. Je nach dem Schweregrad ihrer Verletzung wurden die Menschen dann eingeteilt und entsprechend abtransportiert. Erste Hilfe leistete die Polizei. 150 Beamte, 180 Sanitäter, zehn Notärzte, 60 Feuerwehrmänner standen für die Übung bereit. An EM-Spieltagen werden insgesamt 560 Sanitäter und 60 Notärzte im Einsatz sein.

Damit auch alles möglichst wie bei der EM abläuft wurden zahlreiche Vorbereitungen getroffen: Einige der “Patienten” stammten aus anderen Ländern, “Verletzte” mussten wie bei einem Stadion über lange Stiegenhäuser transportiert werden. Damit der Weg der “Patienten” genau verfolgt werden konnte, setzten die Kräfte wie bei einem echten Großschadensereignis Patientenleittaschen ein, auf der sämtliche Maßnahmen dokumentiert werden. Diese farbigen Karten wurden jeder Person umgehängt. Bei fremdsprachigen “Verletzten” half den Sanitätern eine Übersetzungskarte auf der verschiedene Leiden durch Bilder dargestellt werden.

“Sinn der Übung ist es, möglichst realistisch einen Massenanfall an Verletzten bei vollen Einsatzbedingungen zu üben”, erklärte Zenker. Geprobt werden sollte nicht nur die Bergung der “Verletzten”, auch das für die EM-geplante Notspital im Stadionbad und das SMZ Ost wurden einem Testlauf unterzogen. Im Realfall stünden natürlich mehrere Spitäler zur Verfügung, räumte der Sprecher ein. Man ging bei der Übung allerdings von einem Szenario aus, bei dem alle anderen Krankenhäuser keinen Platz mehr für Patienten hätten. Getestet wurde auch die elektronische Vernetzung des Sanitätsteams, sprich die Kommunikation zwischen Einsatzkräften und Spitälern. Dadurch konnte der Bettenstand jederzeit aktualisiert werden.

Geleitet wurde die Übung von der Wiener Magistratsdirektion für Krisenmanagement und Sofortmaßnahmen. Neben dem EM-Sanitätsteam Wien und allen Blaulichtorganisationen beteiligten sich auch das Bundesheer, der Krankenanstaltenverbund und die Akut-Betreuung Wien an der Probe.

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