Grün, Wasser und Granit: Neugestaltung der Meidlinger Hauptstraße

Umgestaltungspläne des Hamburger Landschaftsarchitekturbüros WES International GmbH
Umgestaltungspläne des Hamburger Landschaftsarchitekturbüros WES International GmbH ©Holzapfel+Herziger
Die Fußgängerzone Meidlinger Hauptstraße soll in den nächsten Jahren ein neues Gesicht bekommen. Bis 2013 werden ein Belagteppich in Grau- und Ockertönen, Sitzmöbel und Wasserbecken installiert.

Das Siegerprojekt des EU-weiten Wettbewerbs kommt aus Hamburg (Hamburger Landschaftsarchitekturbüro WES International GmbH) und soll nach Möglichkeit bis 2013 umgesetzt werden, kündigte Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) am Montag in einer Pressekonferenz an.

Detailplanung beginnt

Rund 20 Mio. Euro will die Stadt dafür in die Hand nehmen. Vor dem Baustart, den sich Schicker frühestens ab 2012 vorstellen kann, müsse erst einmal die Detailplanung in Angriff genommen werden, begründete der Ressortchef die lange Vorlaufzeit. Das WES-Projekt, das sich gegen 21 weitere österreichische und deutsche Einreichungen durchgesetzt hat, will die einzelnen Straßenabschnitte mit gezielten Maßnahmen aufwerten und so die derzeitige Einkaufsstraße auch als “Ort der Begegnung” verstanden wissen.

Wasser und Granit

Der gesamte Straßenzug soll mit grau- und ockerfarbenen Granitplatten ausgelegt werden. Am Herzstück des Boulevards, dem Meidlinger Platzl, ist die Errichtung eines Wasserbeckens und die Möblierung mit Steinsofas vorgesehen. Trinkbrunnen, unterschiedlich bespielbare Laufstege – also längliche Podeste über Bodenniveau – oder geschwungene Sitzbänke als Einfassungen für Bäume sollen die Verbindung zwischen Philadelphiabrücke und dem Wiental ebenfalls attraktiver machen.

“Streng architektonische” Begrünung

Außerdem legt das heute präsentierte Siegerprojekt einen starken Fokus auf Begrünung. So soll in einem Straßenabschnitt ein “Lindenteppich” als Verweilort dienen, wobei sich die Bodengestaltung hier optisch vom Rest des Untergrunds abheben und auch das Wassermotiv weitergezogen werden soll – etwa mittels Klanginstallation. Projektiert ist zudem eine “Platanenterrasse”, die laut WES-Architekt Wolfgang Betz “streng architektonisch” konzipiert ist. So sollen die Blätterdächer quaderförmig geschnitten sein, wobei der horizontale Kronenverlauf eine Parallele mit den Häusertraufen eingeht – anstatt mit dem abfallenden Bodenverlauf. “Die MA 42 ist für die Bäume zuständig, und ich hoffe, dass die auch so kommen wie geplant”, erinnerte Juryvorsitzender Dietmar Steiner, Direktor des Wiener Architekturzentrums, an “bürokratische Einwände” des Magistrats bei manch vergangenem Vorhaben.

Jury votierte einstimmig

Laut Steiner einigte sich die 25-köpfige Jury einstimmig auf den Wettbewerbssieger. Im Gremium seien auch Repräsentanten der ansässigen Geschäftsleute vertreten gewesen, hieß es. Die Meidlinger Hauptstraße war lange Zeit eine Verkehrsader inklusive der Straßenbahnlinie 8, die allerdings im Zuge der U6-Verlängerung zur Philadelphiabrücke eingestellt wurde. Seit 1994 ist die Straße im 12. Bezirk, die von ihrem Beginn bis zum Ende 28 Höhenmeter zurücklegt, eine Fußgängerzone.

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