Grenzstreit: Sloweniens Bürger zweifeln am Kompromiss

Trotz des jüngsten Kompromisses im Grenzkonflikt zwischen Slowenien und Kroatien ist die slowenische Öffentlichkeit von einer baldigen Lösung nicht überzeugt.

Einer Umfrage der Wochenzeitung “Mladina” zufolge glauben 75 Prozent der Befragten nicht, dass die beiden Nachbarstaaten tatsächlich kurz vor der Lösung des seit 18 Jahren ungelösten Grenzstreits stehen. Knapp 25 Prozent erwarten jedoch, dass der Konflikt bald gelöst sein wird, geht aus der am Freitag veröffentlichen Umfrage hervor.

Eine knappe Mehrheit (53,3 Prozent) findet, dass über die Lösung des Grenzverlaufs in der umstrittenen Bucht von Piran in der nördlichen Adria bei einer Volksabstimmung entschieden werden müsse. Gegen ein Referendum sprachen sich 40,4 Prozent aus.

Mehr als zwei Drittel der Befragten glauben außerdem nicht daran, dass Ljubljana und Zagreb selbst den vor einer Woche erzielten Kompromiss vereinbart haben. Rund 67 Prozent sind nämlich davon überzeugt, dass dieser eine Folge von Druck aus der EU und den USA sei. 20 Prozent sind hingegen nicht dieser Meinung.

Der von Ljubljana im Grenzstreit geforderte eigene Zugang zu internationalen Gewässern ist für 90 Prozent der Befragten von vitaler Bedeutung für Slowenien. Knapp ein Drittel (31,3 Prozent) würde aber auch einer gemeinsamen Verwaltung der umstrittenen Bucht von Piran zustimmen. Fast 60 Prozent sind gegen dieses sogenannte Kondominium. Ljubljana beansprucht die Bucht zur Gänze für sich.

Sloweniens Premier Borut Pahor konnte mit der jüngsten Vereinbarung mit seiner kroatischen Amtskollegin Jadranka Kosor offenbar auch bei den Wählern punkten. Fast 42 Prozent finden, dass seine Mitte-Links-Regierung eine bessere Politik gegenüber Kroatien führt. Dass die frühere konservative Regierung vom Ex-Premier Janez Jansa in diesem Bereich besser war, finden 24 Prozent. Rund 23 Prozent der Befragten sehen keine Unterschiede zwischen der früheren und der jetzigen Regierung.

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